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Nigeria plant, verurteilte Kinderschänder zu kastrieren

Maren Zimmermann
18. Sept. 2020
19:10
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Ein hartes, neues Gesetz soll in Nigeria verurteilte Kinderschänder mit dem Tod oder der Kastration bestrafen.

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Das Gesetz wurde im Staat Kaduna durchgebracht. Dieses Gesetz hat gemischte Reaktionen hervorgerufen.

Frau in Lagos läuft durch Hochwasser, September 2020 | Quelle: Getty Images

Frau in Lagos läuft durch Hochwasser, September 2020 | Quelle: Getty Images

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Nach dem neuen Gesetz sollen Männer, die Kinder unter 14 Jahren vergewaltigen und dafür verurteilt wurden, durch einen operativen Eingriff ihre Hoden verlieren und anschließend exekutiert werden.

Bei weiblichen Kinderschändern sollen nach dem neuen Gesetz, welches am Mittwoch verabschiedet wurde, die Eileiter entfernen.

SCHARFE KRITIK ABER AUCH FÜRSPRACHE

Viele Nigerianer, die angesichts einer landesweiten Vergewaltigungskrise zum Handeln aufriefen, haben das neue Gesetz enthusiastisch begrüßt. Es gibt jedoch auch Kritiker, die das Ganze für einen populistischen Schritt halten, der mit der Verfassung des Landes unvereinbar sei. Sie sagen voraus, dass es zu weniger Vergewaltigungen führen wird, die offiziell gemeldet werden.

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Mädchen in einem Dorf in Lake Chad, Chad, 2007 | Quelle: Getty Images

Mädchen in einem Dorf in Lake Chad, Chad, 2007 | Quelle: Getty Images

Kadunas Gouverneur, Nasir el-Rufai, sagte, die neuen Maßnahmen seien "erforderlich, um Kinder noch besser vor einem schweren Verbrechen zu schützen". Warum Vergewaltiger kastriert werden, wenn sie dann hingerichtet werden sollen, war nicht sofort zu erschließen.

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Diejenigen, die wegen Vergewaltigung von Menschen im Alter von über 14 Jahren verurteilt wurden, müssen nach der neuen Gesetzgebung ebenfalls kastriert werden, gefolgt von einer lebenslangen Haftstrafe. Die Regierung des Bundesstaates Kaduna ist die einzige in dem westafrikanischen Land, die eine derart harte Strafe für Vergewaltigung bislang vorsieht. Man hat jedoch bereits in anderen Ländern Kastration als Strafmaß versucht.

Nigerische Frauen und Männer fegen die Straße, Agadez, 2018 | Quelle: Getty Images

Nigerische Frauen und Männer fegen die Straße, Agadez, 2018 | Quelle: Getty Images

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CORONA-PANDEMIE FÜR ANSTIEG VERANTWORTLICH?

In Nigeria sagte der Minister für Frauenangelegenheiten im vergangenen Dezember, dass in dem Land jedes Jahr zwei Millionen Frauen und Mädchen vergewaltigt werden. Im Juni sagte sie dann, dass die Zahl der Vergewaltigungen auf das Dreifache der üblichen Rate angestiegen sei, weil Frauen und Mädchen während der Coronavirus-Pandemie zusammen mit ihren Tätern eingesperrt wurden.

Im Bereich der sexuellen Übergriffe gegenFrauen und Mädchen wird aktuell schon von einem Ausnahmezustand gesprochen. In den letzten Jahren haben nigerianische Frauen zunehmend Vorwürfe der Vergewaltigung erhoben.

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6-jähriges Mädchen namens Farzana mit ihrer Mutter Zarmina, Kinderbraut, 17. Juni 2019, Afghanistan | Quelle: Getty Images

6-jähriges Mädchen namens Farzana mit ihrer Mutter Zarmina, Kinderbraut, 17. Juni 2019, Afghanistan | Quelle: Getty Images

Im vergangenen Jahr löste die angebliche Vergewaltigung einer 7-Jährigen in Kaduna Empörung aus. OluTimehin Adegbeye, eine nigerianische Schriftstellerin, sagte in einem Artikel der New York Times:

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"Die Wahrheit ist, dass der Schmerz von Frauen und Mädchen - einschließlich der Art von Schmerz, die durch sexuelle Gewalt verursacht wird - in Nigeria einfach keine große Rolle spielt"

Mit über 3 Millionen Kinderbräuten hat Nigeria eine der höchsten Raten von Kinderehen in der Welt. Es bleibt abzuwarten, wie das Gesetz in Fällen von Kinderheirat, die besonders in den nördlichen Bundesstaaten des Landes verbreitet ist, angewandt wird.

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