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Niedergelegte Blumen und Kerzen | Quelle: Getty Images
Niedergelegte Blumen und Kerzen | Quelle: Getty Images

„Dinas Tod war kein Unfall“: Frau, 40, tot neben ihrem Fahrrad am Runstedter See aufgefunden – Ermittlungen bringen „schreckliche Gewissheit“ ans Licht

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Von Jasmine Eisenbeil
13. Okt. 2026
10:48

Am Runstedter See in Sachsen-Anhalt wurde die 40-jährige Dina G. tot an einem Radweg gefunden. Zunächst prüften die Ermittler, ob es sich um einen Unfall gehandelt haben könnte. Neben der Leiche lagen ein Fahrrad und Spuren einer Wildschweinrotte. Doch inzwischen steht ein mögliches Verbrechen im Mittelpunkt der Untersuchungen.

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Am späten Dienstagabend, dem 6. Oktober 2026, machte sich Dina G. noch einmal mit dem Fahrrad auf den Weg. Eigentlich sollte es nur eine kurze Fahrt werden. Sie wollte bald zurück sein. Doch die 40-Jährige kehrte nicht nach Hause zurück. Nach kurzer Zeit war auch ihr Telefon ausgeschaltet. Ihre Familie und Freunde wussten zunächst nicht, wo sie sich befand.

Die Ungewissheit dauerte bis zum nächsten Tag. Am Mittwoch, dem 7. Oktober, entdeckte ein Jogger gegen 8.30 Uhr eine leblose Frau an einem Radweg in der Nähe des Runstedter Sees. Da die Identität der Toten zunächst nicht zweifelsfrei feststand, erfuhren ihre Angehörigen erst am Mittwochabend von ihrem Tod. Laut dem Gedenktext ihrer besten Freundin erreichte sie die Nachricht durch die Polizei gegen 19.30 Uhr. Damit mussten Dinas Familie und ihr engster Freundeskreis innerhalb weniger Stunden nicht nur die Sorge um die vermisste 40-Jährige aushalten, sondern schließlich auch die schreckliche Gewissheit ihres Todes verarbeiten.

Entlang des Radwegs am Runstedter See zwischen Braunsbedra und Großkayna wurden Blumen niedergelegt. | Quelle: Getty Images

Entlang des Radwegs am Runstedter See zwischen Braunsbedra und Großkayna wurden Blumen niedergelegt. | Quelle: Getty Images

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Die Polizei bestätigte später, dass es sich bei der Toten um eine 40-jährige Deutsche handelte. „Die Identität der gefundenen Frauenleiche ist zweifelsfrei geklärt. Es handelt sich um eine 40-jährige Deutsche. Von der Staatsanwaltschaft wurde eine Sektion angeordnet“, bestätigte ein Sprecher des Polizeireviers Saalekreis.

Zunächst stand ein möglicher Unfall im Raum

Als die Ermittler den Fundort untersuchten, deuteten die Umstände zunächst auf einen möglichen Unfall hin. Neben der Leiche wurde ein Fahrrad entdeckt. Außerdem fanden sich Spuren einer Wildschweinrotte. In der Gegend kommen Wildschweine vor, wie eine Anwohnerin gegenüber BILD berichtete: „Hier gibt es viele Wildschweine. Wir sind ihnen bei unseren Gassi-Runden schon häufiger begegnet.“

Die Spuren der Tiere waren ein Bestandteil der ersten Überlegungen zum Geschehen. Sie bedeuteten jedoch nicht, dass ein Unfall bereits als Ursache feststand. Die Ermittler mussten zunächst klären, was in der Nacht tatsächlich passiert war und wie die Frau zu Tode gekommen war.

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Auch die Identifizierung der Toten und die rechtsmedizinische Untersuchung waren wichtige Schritte, um die offenen Fragen zu beantworten. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Sektion an. Der Fall nahm schließlich eine entscheidende Wendung und so rückte die Möglichkeit in den Mittelpunkt, dass Dina nicht durch einen Unfall ums Leben gekommen war.

Polizei schließt ein Tötungsdelikt nicht aus

Am Samstag, dem 10. Oktober, erfuhr Dinas engstes Umfeld nach eigenen Angaben, dass ihr Tod nicht als bloßer Unfall betrachtet werden könne. In dem Spendenaufruf schreibt ihre beste Freundin: „Seit Samstag, dem 10.10.2026, wissen wir, dass Dinas Tod kein Unfall war. Mittlerweile haben wir die traurige und schreckliche Gewissheit erhalten, dass es sich um ein Tötungsdelikt handelt. Dass Dina's Leben durch ein grausames Verbrechen ausgelöscht wurde.“

Am Runstedter See zwischen Braunsbedra und Großkayna wurden Blumen niedergelegt. | Quelle: Getty Images

Am Runstedter See zwischen Braunsbedra und Großkayna wurden Blumen niedergelegt. | Quelle: Getty Images

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Für die Angehörigen bedeutet die neue Entwicklung, dass neben der Trauer viele Fragen offenbleiben. Sie müssen mit dem Verlust eines geliebten Menschen umgehen, während die Hintergründe ihres Todes noch untersucht werden. Die Hoffnung auf Antworten steht neben dem Wunsch, Dina in liebevoller Erinnerung zu behalten.

„Sie war meistens mit dem Fahrrad unterwegs“

Dina lebte in Braunsbedra, einer Stadt in Sachsen-Anhalt, die in der Nähe des Fundorts liegt. BILD berichtet, dass die 40-Jährige lange schwarze Haare und Gesichtspiercings hatte. Zuletzt war sie am späten Dienstagabend gesehen worden. Dass sie mit dem Fahrrad unterwegs war, passte zu ihren Gewohnheiten: „Sie war meistens mit dem Fahrrad unterwegs, wenn sie etwas zu erledigen hatte“, erklärte eine Freundin der Toten.

Der Fundort am Radweg in der Nähe des Sees war damit ein Ort, an dem sie unterwegs gewesen sein könnte. Welche Route sie an diesem Abend nahm und was sich in den Stunden bis zum Fund ihrer Leiche ereignete, ist anhand der öffentlich verfügbaren Informationen nicht abschließend geklärt.

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Menschen gedenken der Verstorbenen mit Blumen und Kerzen | Quelle: Getty Images

Menschen gedenken der Verstorbenen mit Blumen und Kerzen | Quelle: Getty Images

Ihre beste Freundin erinnert an einen besonderen Menschen

Während die Polizei den Fall untersucht, steht Dinas Familie vor einem schmerzhaften Abschied. Ihre beste Freundin hat auf GoFundMe einen Spendenaufruf veröffentlicht, der nicht nur finanzielle Unterstützung für die Bestattung erbitten soll, sondern auch eine persönliche Erinnerung an Dina enthält.

„Ein letztes, schönes Licht für unsere unvergessene Dina – Ein Versprechen, das bleibt“, lautet der Titel des Aufrufs. Darin beschreibt sie den plötzlichen Verlust ihrer besten Freundin als einen Moment, in dem die Welt stillzustehen scheine. Dina habe eine Lücke hinterlassen, die sich nicht einfach schließen lasse.

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Die Freundin schreibt, sie sei vor neun Jahren Teil von Dinas Familie geworden. Aus der Freundschaft sei vom ersten Tag an eine enge Verbindung entstanden. Dina sei für sie nicht nur eine Freundin gewesen, sondern Teil ihrer Herzensfamilie. Auch Dinas Mutter, ihre Nichte und deren Sohn hätten zu diesem engen Kreis gehört.

In dem Gedenktext wird das Bild einer Frau gezeichnet, die sich um die Menschen in ihrem Umfeld kümmerte. Dina habe immer ein offenes Ohr gehabt, geholfen, wenn sie gebraucht wurde, und ihre Liebsten unterstützt. „Aber nicht nur für uns als Familie war sie der Anker: Dina war eine Freundin durch und durch“, schreibt sie.

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Die Schilderung macht deutlich, wie eng Dina in das Leben ihrer Familie und ihres Freundeskreises eingebunden war. Der Verlust betrifft nicht nur eine einzelne Person, sondern Menschen, die viele Jahre miteinander geteilt haben und sich gegenseitig durch schwierige Zeiten begleiteten.

Der Tod ihres Vaters prägte die Familie

Der Spendenaufruf erinnert auch an frühere Schicksalsschläge, die Dinas Familie erlebt hatte. Als Dina jünger war, erkrankte ihre Mutter schwer an Krebs. Dina bangte gemeinsam mit ihrem Vater und ihrem älteren Bruder um das Leben ihrer Mutter. Sie überstand die Erkrankung. Doch 2016 traf die Familie ein weiterer schwerer Verlust: Dinas Vater starb an Krebs.

Neben dem Radweg sammeln sich zahlreiche Blumen und Kerzen | Quelle: Getty Images

Neben dem Radweg sammeln sich zahlreiche Blumen und Kerzen | Quelle: Getty Images

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Vor diesem Hintergrund beschreibt die Freundin es als besonders schmerzhaft, Dinas Mutter nun erneut mit einem Verlust konfrontiert zu sehen. „Eine Mutter sollte niemals ihr eigenes Kind beerdigen müssen“, schreibt sie in ihrem Aufruf. Sie wolle sie in dieser schweren Zeit nicht allein lassen und ihr zur Seite stehen.

Die Freundin verspricht, die Dinas Mutter weiter zu unterstützen. Sie wolle ihre Hand halten und die schwere Last gemeinsam mit ihr tragen. Diese Zusage knüpft sie an das Versprechen, das sie Dina zu Lebzeiten gegeben habe: an ihrer Seite zu bleiben und sie nicht allein zu lassen.

Spenden sollen Bestattung und Abschied ermöglichen

Der plötzliche Tod hat die Familie auch finanziell unvorbereitet getroffen. Deshalb wird in dem GoFundMe-Aufruf um Unterstützung gebeten. Das Geld soll nach ihren Angaben vollständig für die Bestattung und die Trauerfeier, einen Grabstein, Blumenschmuck und einen Zeitungsnachruf verwendet werden.

Dabei geht es der Organisatorin nicht allein um die Finanzierung. Sie möchte Dinas Abschied so gestalten, dass er ihrer Freundin gerecht wird. Sie beschreibt den Wunsch nach einem friedlichen und liebevollen Abschied und bittet darum, die Familie in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen.

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Sie schreibt, dass Dinas Mutter nun Raum brauche, um ihre Tochter zu betrauern, ohne sich zusätzlich um die finanziellen Folgen sorgen zu müssen. Spenden, das Teilen des Aufrufs und tröstende Worte seien deshalb eine wichtige Hilfe.

Der Aufruf endet mit einer persönlichen Botschaft an Dina. Ihre Freundin bezeichnet sie als ihren Herzensmenschen und ihre Familie. Niemand werde ihren Platz einnehmen können, weil sie einzigartig und unersetzlich sei. Die Worte machen deutlich, wie tief die Freundschaft für sie verankert war und wie schwer es ihr fällt, sich von Dina zu verabschieden.

Die Ermittlungen am Runstedter See gehen weiter

Der Tod von Dina G. wirft weiterhin viele Fragen auf. Die 40-Jährige war am späten Dienstagabend mit dem Fahrrad losgefahren und kehrte nicht zurück. Am nächsten Morgen wurde sie an einem Radweg nahe des Runstedter Sees gefunden. Zunächst wurde ein möglicher Unfall geprüft, doch nach der rechtsmedizinischen Untersuchung schloss die Polizei ein Tötungsdelikt nicht aus.

Im Rahmen des Spendenaufrufs teilt die Freundin auch Bilder von Dina G. | Quelle: Gofundme

Im Rahmen des Spendenaufrufs teilt die Freundin auch Bilder von Dina G. | Quelle: Gofundme

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Eine Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Halle bestätigte gegenüber BILD: „Unsere Behörde hat ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet. Wir gehen nach derzeitigem Stand von einem Tötungsdelikt aus.“ Als Todesursache vermuten die Ermittler ein Schädel-Hirn-Trauma. So soll Dina G. durch stumpfe Gewalt gegen Kopf und Oberkörper getötet worden sein.

Während die Untersuchungen andauern, versucht Dinas engstes Umfeld, mit dem Verlust umzugehen. Der Spendenaufruf ihrer besten Freundin erinnert an die Rolle, die Dina im Leben ihrer Familie, ihrer Nichte, ihres Neffen und ihrer Freunde spielte. Zugleich macht er deutlich, dass ihre Angehörigen nicht nur Antworten auf die offenen Fragen zum Tod der 40-Jährigen suchen, sondern auch Unterstützung für die bevorstehende Bestattung benötigen.

Wer für Dinas Tod verantwortlich ist und was in der Nacht am Runstedter See geschah, ist nach den öffentlich zugänglichen Informationen noch nicht geklärt. Für ihre Familie bleibt vorerst die Trauer um einen geliebten Menschen, dessen Leben nach den Worten ihrer besten Freundin viel zu früh und auf grausame Weise endete.

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