
Wenn die Vaterschaft die WM kostet: Jeremy Doku wird für die Geburt seines Kindes hart kritisiert
Ein Fußballstar entscheidet sich für seine Familie – und löst damit einen Sturm der Entrüstung aus. Warum die Reise von Jeremy Doku zur Geburt seines ersten Kindes eine ganze Debatte über Liebe, Pflicht und den knallharten Profifußball entfachte.
Es war eine zutiefst persönliche Entscheidung – und trotzdem schlug sie riesige Wellen, weit über die Fußballwelt hinaus. Eine Geschichte über Liebe, Pflichtgefühl und die Frage, was im Leben wirklich zählt.

SEATTLE, WASHINGTON – 15. JUNI: Jeremy Doku (#11) aus Belgien nimmt den Ball während des Spiels der Gruppe G der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 zwischen Belgien und Ägypten im Seattle Stadium am 15. Juni 2026 in Seattle, Washington, unter Kontrolle. | Quelle: Getty Images
Belgiens Offensivstar Jeremy Doku (24) und seine Frau Shireen erwarteten ihr erstes gemeinsames Kind. Der errechnete Geburtstermin: Anfang Juli – ausgerechnet mitten in der heißen K.-o.-Phase der Weltmeisterschaft 2026.
Dann kündigte Doku an, was für ihn selbstverständlich war: Sollte das Baby kommen, wolle er unbedingt dabei sein. Auch wenn er dafür das Turnier kurz verlassen müsste.
Was als Liebeserklärung an seine Familie gedacht war, wurde zum Auslöser einer hitzigen Debatte – und Doku geriet schwer in die Kritik.

SEATTLE, WASHINGTON – 15. JUNI: Jeremy Doku (#11) aus Belgien beobachtet das Spiel der Gruppe G bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 zwischen Belgien und Ägypten im Seattle Stadium am 15. Juni 2026 in Seattle, Washington. | Quelle: Getty Images
"Ein Privileg": Die Kritik, die alles entfachte
In der französischen TV-Sendung „L'Équipe de Choc" platzte einer Reporterin der Kragen. Sie äußerte ihre eigene Meinung:
"Du willst all das verlassen, um bei der Geburt deines Kindes dabei zu sein, die ein ekelhafter Moment ist, Verzeihung, wo der Papa zu nichts gut ist und eine Nebenrolle hat."
Laut ihr, gebe es unzählige Fußballer, die alles dafür geben würden, an seiner Stelle zu sein – vielleicht passiere ihm das nie wieder im Leben.
Die Botschaft dahinter: Nation und Turnier müssten vorgehen, die Geburt könne warten.
Für viele war das ein Schlag ins Gesicht aller Väter. In Belgien und weit darüber hinaus brach eine Diskussion los: Was wiegt schwerer – der Traum von einem WM-Titel oder der wichtigste Moment im Privatleben eines Menschen?
Doku bleibt sich treu
Doku selbst reagierte ruhig, aber bestimmt.
Niemand wolle die Geburt seines ersten Kindes verpassen, erklärte er. Ihm sei bewusst, dass im Profifußball viele Interessen mitspielten – doch an seiner Haltung ließ er keinen Zweifel.
Und er bekam Rückendeckung von höchster Stelle. England-Star Ollie Watkins nahm seinen Kollegen öffentlich in Schutz: Dass ein Vater bei der Geburt dabei sein wolle, sei eine Selbstverständlichkeit, die jeder respektieren sollte.
Das Happy End, das die Kritiker verstummen ließ
Dann ging alles ganz schnell.
Noch vor dem Gruppenspiel gegen den Iran erfuhr Doku, dass die Geburt unmittelbar bevorstand. Laut Teamarzt Brahim Hacene konnte der Profi ohne gesundheitliches Risiko fliegen – und so machte er sich von der US-Westküste auf den weiten Weg nach London.
Er kam rechtzeitig. Seine Frau Shireen brachte den gemeinsamen Sohn zur Welt – sein Name: Praise. Mutter und Kind sind wohlauf, wie der belgische Verband mitteilte. Und der frischgebackene Papa war im entscheidenden Moment an ihrer Seite.
Damit verstummten die hitzigen Diskussionen – auf die schönste Art und Weise, die man sich vorstellen kann.
Und die Reporterin?
Für die Urheberin der Kritik hatte die Entgleisung Folgen.
Der Sender L'Équipe distanzierte sich deutlich von ihren Aussagen und entschuldigte sich bei Doku und beim Publikum. Laut Medienberichten soll die Moderatorin ihre Sendung vorerst nicht mehr präsentieren.
Eines hat dieser Wirbel eindrucksvoll gezeigt: Profifußballer mögen Idole, Maschinen, Nationalhelden sein. Aber am Ende sind sie vor allem eines – Menschen, die Familie und Karriere unter einen Hut bringen müssen.
Und manchmal ist die wichtigste Entscheidung nicht die auf dem Platz.
Übrigens: Doku stand seinem Team schon kurz darauf wieder zur Verfügung. Die WM hat ihn seine Vaterfreude also nicht gekostet – im Gegenteil.
Was meint ihr: Familie oder WM-Pflicht – wie hättet ihr an Jeremy Dokus Stelle entschieden? Schreibt es uns in die Kommentare und teilt den Beitrag! 👶⚽
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