
ZDF-Journalist Marcel Bergmann ist mit 62 Jahren gestorben – der tragische Unfall, der seinen Vater tötete und ihn lähmte
Am Sonntagabend verkündete ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein live im TV den Tod ihres Kollegen Marcel Bergmann. Der Redakteur starb mit 62 Jahren – nur wenige Tage nach seinem Geburtstag.
Am Sonntagabend, dem 31. Mai 2026, übertrug das ZDF das Länderspiel zwischen Deutschland und Finnland. Deutschland gewann 4:0 – der deutliche Sieg machte Lust auf die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft. Dreieinhalb Stunden lang lief die Sendung routiniert ab. Doch kurz vor Mitternacht, als eigentlich nur noch der Abspann fehlte, wandte sich Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein (60) sichtlich ergriffen an die Zuschauerinnen und Zuschauer.
„Es war ein schöner Fußballabend, aber manchmal ist Fußball eben auch nur die unwichtigste Nebensache der Welt", sagte sie. Dann folgte die tragische Nachricht.

Die deutsche Nationalmannschaft beim Freundschaftsspiel gegen Finnland in Mainz, 31. Mai 2026. | Quelle: Getty Images
„Wir von der ZDF-Sportredaktion haben heute unseren Kollegen Marcel Bergmann verloren"
Mit diesen Worten verkündete Müller-Hohenstein den Tod ihres langjährigen Kollegen live im TV. Sie schaute dabei direkt in die Kamera, wirkte sichtlich bewegt.
Weiter sagte sie:
„Hoch geschätzt und sehr gemocht, war er viele, viele Jahre bei uns im ZDF beschäftigt und hat sich bei vielen Fußballturnieren eingebracht. Er war großer Schalke-Fan – und jetzt ist er nicht mehr da. Wir sind sehr traurig und wir werden ihn immer in liebevoller Erinnerung behalten." - Mit diesen emotionalen Worten beendete Müller-Hohenstein die Sendung und verabschiedete sich aus dem Stadion.

Katrin Müller-Hohenstein, Januar 2018 | Quelle: Getty Images
Über 30 Jahre beim ZDF
Marcel Bergmann war Redakteur in der ZDF-Sportredaktion - ein Journalist, der nach einem schweren Autounfall querschnittsgelähmt war und dennoch fast 35 Jahre lang für den Sender arbeitete. Er starb am Sonntag – nur wenige Tage nach seinem 62. Geburtstag. Er hatte seit 1991 für das ZDF gearbeitet, seit 1995 als festangestellter Mitarbeiter – also über drei Jahrzehnte lang. In dieser Zeit war er bei zahlreichen großen Fußballturnieren für den Sender im Einsatz und begleitete mehrere Fußball-Weltmeisterschaften. Er war damit Teil einer ganzen Ära der deutschen TV-Sportberichterstattung.
Ein Leben nach dem Schicksalsschlag
Im November 1994 erlitt Marcel Bergmann bei einem schweren Autounfall in Kenia einen Schicksalsschlag. Vier Menschen kamen dabei ums Leben – darunter auch sein Vater. Bergmann selbst überlebte schwer verletzt und lag anschließend zwei Monate im Koma. Auf seinem LinkedIn-Profil schrieb er später selbst darüber:
„Nach einem schweren Autounfall in Kenia im November 1994, bei dem vier Menschen, darunter auch mein Vater, ihr Leben verloren und ich schwerverletzt überlebte, bin ich als Paraplegiker auf einen Rollstuhl angewiesen."

Symbolfoto | Quelle: Getty Images
2009 sprach er im ZDF offen über den schwierigen Weg zurück: „Ich habe lange gebraucht, bis ich damit klargekommen bin. Es hat lange gedauert, bis ich mit meinem Rollstuhl einverstanden war."
Anschließend kämpfte er sich zurück ins Leben und kehrte in seinen Beruf beim ZDF zurück. Er arbeitete weiter als Redakteur und war bei zahlreichen Fußballturnieren für den Sender im Einsatz. Im Jahr 2008 veröffentlichte er das Buch „Trotzdem China. Im Rollstuhl von Shanghai nach Peking".
Ein Abschied vor laufender Kamera
Es war ein trauriger Abschluss nach einem langen Fußballabend. Nach über drei gemeinsamen Jahrzehnten nahm das ZDF-Team zum Abschluss der Länderspiel-Übertragung Abschied von Bergmann, der am Sonntag, nur wenige Tage nach seinem 62. Geburtstag, gestorben war. Vor dem Abspann sagte Müller-Hohenstein den mit Abstand wichtigsten Satz des Abends – und gedachte damit ihrem langjährigen Kollegen.

Symbolfoto | Quelle: Getty Images
