
„Davon kann ich nur dringend abraten“: Johann Lafer verrät, dass er versucht hat, den Krebs mit alternativen Heilmethoden zu bekämpfen
Er verschwieg es zweieinhalb Jahre lang. Jetzt macht TV-Koch Johann Lafer seine Krebsdiagnose öffentlich – und spricht offen darüber, welchen Weg er zuerst einschlug. Und warum er dabei scheiterte.
Es war kein Warnsignal, kein körperliches Zeichen – sondern ein Zufallsbefund. Vor zweieinhalb Jahren entdeckte ein Arzt bei einer Routineuntersuchung während einer Fastenkur Schatten in der Leiste von Johann Lafer. Der TV-Koch hatte keinerlei Schmerzen. Was die Ärzte fanden, war ein Non-Hodgkin-Lymphom – niedrigmaligne, nicht aggressiv, aber real.

Johann Lafer nimmt am 1. Juli 2025 an der CHIO Aachen Media Night in Aachen teil. | Quelle: Getty Images
Lange blieb die Diagnose im Verborgenen. Für seine Familie war es zunächst ein großer Schock. Gemeinsam mit seiner Frau Silvia entschied Lafer, die Erkrankung so lange wie möglich für sich zu behalten – auch vor den eigenen Kindern. Seinen Kindern Jennifer und Jonathan sagte er erst vor zwei Monaten die Wahrheit.
Erst jetzt, mit einem Statement auf Instagram, machte der 68-Jährige seine Erkrankung öffentlich. Und mit ihm kommen Details ans Licht, die zeigen, wie sehr er gehofft hatte, ohne Chemotherapie auszukommen.

Johann Lafer während der „Lambertz Monday Night 2025 – Sweet Art“ (Schokoparty) im Alten Wartesaal am 3. Februar 2025 in Köln. | Quelle: Getty Images
Denn Johann Lafer griff zunächst zu alternativen Behandlungsmethoden. Gegenüber BILD schilderte er seinen Weg: Er absolvierte eine Frischzellenkur, also eine Stammzelltherapie, versuchte es mit Sauerstofftherapie und Ozontherapie.
Er stellte seine Ernährung auf weitgehend vegetarische Kost um, strich Zucker vom Speiseplan. Er folgte Ratschlägen von Menschen, die es gut mit ihm meinten – und hoffte, dass sein Körper den Rest erledigen würde.
Doch der erhoffte Effekt blieb aus. Die Lymphknoten, die zunächst beobachtet wurden, blieben. Und dann wurde es schlimmer.

Johann Lafer bei seiner Ankunft zum Deutschen Filmball 2025 im Hotel Bayerischer Hof am 25. Januar 2025 in München. | Quelle: Getty Images
Als sich sein Zustand im Januar 2026 deutlich verschlechterte – die Lymphknoten im ganzen Körper befallen, Schweißausbrüche in der Nacht, kaum Schlaf – war klar, dass alternative Methoden nicht ausreichten.
„Plötzlich war alles geschwollen. Nachts die Schweißausbrüche. Schlafen ging kaum noch. Da habe ich gemerkt: Jetzt läuft etwas komplett in die falsche Richtung."
Lafer entschied sich für die Chemotherapie. Vier Zyklen hat er inzwischen hinter sich – jede Behandlung dauert fast 24 Stunden. Die Nebenwirkungen sind erheblich: extreme Erschöpfung, Haarausfall und ein Gewichtsverlust von insgesamt 25 Kilogramm. Wer ihn kürzlich bei einem Auftritt im „Fernsehgarten" sah, bemerkte die Veränderung sofort. Sein Körper hat gelitten – und kämpft.

Instagram-Nutzer kommentieren Johann Lafers Beitrag über seine Krankheit | Quelle: instagram.com/p/DY_tLiNgQcJ/?utm_source=ig_embed&ig_rid=5e5cc836-d8d7-4c16-ade0-535d188dc4f1
Und doch: Die Therapie schlägt an. Die Lymphknoten werden kleiner. Lafer selbst schrieb auf Instagram, er sei „umso dankbarer, dass die Behandlung gut anschlägt und sich die Situation positiv entwickelt."
Prof. Dr. Jutta Hübner, Expertin für Integrative Onkologie an der Uniklinik Jena, bewertet Lafers früheren Behandlungsweg kritisch. Alternative Medizin ziele darauf ab, medizinische Behandlungen zu ersetzen – und das sei gefährlich.
„Davon kann ich nur dringend abraten."
Für die Ozontherapie existierten keinerlei wissenschaftlichen Nachweise einer Wirksamkeit gegen Krebs. Auch Eigenblutbehandlungen mit Ozon zeigten keine belegbaren Effekte auf Tumorerkrankungen.

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Die Ernährungsumstellung hingegen sei differenzierter zu betrachten. Zuckerreduktion und vegetarische Kost schadeten zwar nicht und förderten die allgemeine Gesundheit – hätten aber keinen direkten Einfluss auf den Krebs.
Lafer selbst blickt auf seine alternativen Versuche ohne Bitterkeit zurück. „Was soll ich sagen? Das waren ja alles gut gemeinte Ratschläge." Er hadert nicht. Er kämpft.

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Als die Kinder von der Diagnose erfuhren, kamen sie sofort. „Sie waren unglaublich stark. Sehr hilfsbereit", sagte Lafer. Auch sein Glaube gibt ihm Kraft in dieser Zeit.
Er bete, sagt er – und habe seit der Verabschiedung seiner Schwiegermutter auf dem Sterbebett die große Angst vor dem Tod verloren. „Wir sind Gast auf Erden. Es ist endlich", sagt er. „Ich hoffe nur, dass ich noch möglichst lange Gast sein darf."
Doch aufgeben kommt für ihn nicht infrage.
„Der Tod ist keine Option."
Vier Runden Chemotherapie liegen hinter ihm. Wie viele noch folgen, ist offen. Aber Johann Lafer macht weiter – vor der Kamera, in der Küche und im Leben.
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