
Verona Pooth verliert Rechtsstreit um 675.000 Euro – Was ist passiert?
Sie hat jahrelang für diesen Moment gekämpft – und ist nun gescheitert. Verona Pooth verliert vor dem Landgericht Düsseldorf einen Rechtsstreit, der seinen Ursprung in einer Heiligabend-Tragödie hat.
Verona Pooth, 58, gehört zu den bekanntesten Gesichtern der deutschen Unterhaltungsbranche. Als Moderatorin, Unternehmerin und Model hat sie sich über Jahrzehnte ein Vermögen erarbeitet – nicht in Immobilien oder Aktien, sondern in Schmuck. Diamanten, Gold, Stücke von Cartier, Rolex und Rüschenbeck. Hochwertig, wertbeständig, persönlich.

2. März 2026, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Verona Pooth, Moderatorin und Werbegesicht, wartet auf den Beginn der Verhandlung. | Quelle: Getty Images
Seit einigen Jahren lebt sie mit ihrem Mann Franjo (56) und Sohn Rocco (14) in Dubai. Ihre Villa in Meerbusch bei Düsseldorf ist der Ort, an dem an einem Abend alles verändert wurde.
Es war Heiligabend 2021. Die Familie hielt sich bei Franjos Eltern auf, als Einbrecher in die Meerbusch-Villa eindrangen. Was sie mitnahmen, war mehr als Schmuck – es war Verona Pooths finanzielle Lebensplanung. Überwachungskameras zeichneten die Täter bei der Flucht auf. Der Schmuck tauchte nie wieder auf.

2. März 2026, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Verona Pooth, Moderatorin und Werbegesicht, wartet auf den Beginn der Verhandlung. | Quelle: Getty Images
Die Versicherung erstattete nach dem Einbruch einen Teil des Schadens: 975.000 Euro. Doch Verona Pooth bezifferte den Gesamtwert ihres gestohlenen Schmucks auf über eine Million Euro. Ihr Vorwurf: Ihr langjähriger Versicherungsmakler Dietmar B. habe sie falsch beraten und unterversichert. Deswegen sei ihr ein erheblicher Betrag verweigert worden.
Im März 2026 zog sie vor das Landgericht Düsseldorf und forderte weitere 675.000 Euro Schadensersatz. „Ich bin am Boden zerstört und kann es kaum fassen, dass mein Versicherungsmakler sich in dieser schwierigen Situation gegen mich stellt", sagte sie damals gegenüber BILD. Sie betonte, jeden Schmuck mit Quittungen, Zertifikaten und datierten Fotos belegen zu können. Der Makler bestritt die Vorwürfe.

2. März 2026, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Verona Pooth, Moderatorin und Werbegesicht, wartet auf den Beginn der Verhandlung. | Quelle: Getty Images
Verona erschien am Gericht in Lederhosen und einer kurzen Jacke, die ihren Bauch freiließ. Doch trotz ihres guten Aussehens scheiterte der Versuch einer gütlichen Einigung. Am 11. Mai fiel das Urteil – und es fiel gegen Verona Pooth aus. Die Spezialkammer 9 A für Versicherungen am Landgericht Düsseldorf wies ihre Klage ab.
„Es lag keine Pflichtverletzung durch den Versicherungsmakler vor. Er hat alle von Frau Pooth angegebenen Wertgegenstände ordnungsgemäß in eine Excel-Tabelle eingeführt und ihr diese Liste zukommen lassen. Es gab keine Einwände", sagte eine Gerichtssprecherin auf BILD-Anfrage.
„Darüber hinaus konnte Frau Pooth keine Nachweise darüber erbringen, dass sie der Versicherung schriftlich Mitteilung über weitere, im Laufe der Zeit gekaufte Wertgegenstände gemacht hat", heißt es.

2. März 2026, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Verona Pooth, Moderatorin und Werbegesicht, wartet auf den Beginn der Verhandlung. | Quelle: Getty Images
Damit war das Gericht einer zentralen Frage gefolgt: Hat Pooth den Makler über neue Schmuckstücke informiert, die sie im Laufe der Jahre erworben hatte? Die Richter kamen zu dem Schluss: nachweisbar nicht.
Für Pooth ist das Urteil auch emotional ein schwerer Schlag. Der gestohlene Schmuck war nicht Luxus, sondern Absicherung. „Ich habe über fünfundzwanzig Jahre mein ganzes Geld in Schmuck investiert. Das war mein Lebenswerk. Andere kaufen Aktien oder Immobilien. Ich habe gezielt hochwertigen Schmuck gekauft. Diamanten, Gold und Markenstücke von Rüschenbeck, Cartier und Rolex. Schmuck verliert nicht an Wert."

2. März 2026, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Verona Pooth, Moderatorin und Werbegesicht, wartet auf den Beginn der Verhandlung. Pooth klagt vor Gericht auf Schadenersatz, nachdem ihr vor gut vier Jahren Schmuck gestohlen wurde. | Quelle: Getty Images
Verona Pooth stammt nicht aus einer wohlhabenden Familie. Alles, was sie aufgebaut hat, hat sie selbst erarbeitet. Der Schmuck war ihre Altersvorsorge. Dass ausgerechnet dieser verloren ist – und nun auch der Rechtsstreit darum – trifft sie nach eigenen Angaben tief.
Pooth hat nun einen Monat Zeit, Berufung gegen das Urteil einzulegen. Ob sie diesen Schritt geht, ist bislang nicht bekannt.
