
„Ich weiss, dass mir am Ende niemand meinen Sohn zurückbringt“: 7-Jähriger tot im Kinderheim in Brugg gefunden
Ein 7-jähriger Junge aus der Schweiz wurde leblos in seinem Zimmer im Kinderheim gefunden. Sein trauernder Vater kämpft nun um Antworten.
Der Tod eines Kindes hinterlässt Fragen, die oft unbeantwortet bleiben – und eine Leere, die niemand füllen kann. In Brugg im Kanton Aargau ist Anfang Januar genau das geschehen: Ein siebenjähriger Junge wurde leblos in seinem Zimmer in einem Kinderheim gefunden.
Während die Behörden von einem tragischen Unfall ausgehen, versucht sein Vater verzweifelt zu verstehen, was in den letzten Stunden im Leben seines Sohnes passiert ist.
Der Junge, Martin V., lebte seit einigen Monaten teilweise im Kinderheim Brugg. Am 6. Januar wurde er dort nach dem Mittagessen tot aufgefunden. Hinweise auf Fremdeinwirkung gab es nach ersten Erkenntnissen nicht. Dennoch hat der Fall weit über die Region hinaus für Bestürzung gesorgt – auch, weil viele Details bislang offen sind.
Für Martins Vater Lawrence V. begann an diesem Tag ein Albtraum. Erst spät am Abend, viele Stunden nach dem Fund, erhielt er die Nachricht vom Tod seines Kindes. Zwei Polizisten standen vor seiner Tür. Seitdem herrscht Trauer und Fassungslosigkeit. An den Abend erinnert er sich ganz genau:
„Ich war bei der Arbeit und erfuhr erst gegen 22 Uhr abends von zwei Polizisten, die bei mir zu Hause auftauchten, dass mein Bub tot ist“
Martin hatte bereits früh schwere Schicksalsschläge erlebt. Seine Mutter starb kurz nach seiner Geburt in Kenia. Um seinem Sohn eine sichere Zukunft zu ermöglichen, kam Lawrence V. vor rund drei Jahren mit ihm in die Schweiz. Zunächst verlief das Leben ruhig: Martin ging zur Schule, fand Anschluss, wirkte fröhlich. Doch die Belastung für den alleinerziehenden Vater wuchs – beruflich wie privat.
Im vergangenen Sommer entschied er sich schweren Herzens, Hilfe anzunehmen. Martin zog an fünf Tagen pro Woche in das Kinderheim nach Brugg, besuchte dort auch die Schule. An freien Tagen und wann immer es möglich war, holte sein Vater ihn zu sich. Martin sei gut betreut gewesen, erzählt Lawrence V., und habe sich eigentlich wohlgefühlt. Er verriet:
„Eigentlich dürfte so etwas nicht passieren, finde ich.“
Umso größer ist nun die Ungewissheit. Wie konnte ein Kind in einer betreuten Einrichtung sterben, ohne dass jemand etwas bemerkte? Der Vater will keine vorschnellen Vorwürfe machen, doch er stellt Fragen zur Aufsicht und zu möglichen Versäumnissen. Sein Wunsch ist klar: Der Tod seines Sohnes soll lückenlos aufgeklärt werden, damit andere Familien vielleicht vor ähnlichem Leid bewahrt bleiben.
Die Stiftung Kinderheim Brugg äußerte sich bislang nur zurückhaltend und verweist auf laufende Ermittlungen. Auch die Aargauer Staatsanwaltschaft betont, es gebe derzeit keine Hinweise auf ein Delikt. Dennoch wurde ein Verfahren wegen eines außergewöhnlichen Todesfalls eröffnet. Man ermittle in alle Richtungen und bitte um Geduld, heißt es.
Für Martins Vater ist klar; er möchte Antworten:
„Ich will ganz genau wissen, was mit ihm passiert ist“
Für Lawrence V. ist diese Geduld schwer aufzubringen – und doch bleibt ihm kaum eine Wahl. „Ich weiss, dass mir am Ende niemand meinen Sohn zurückbringt“, sagt er. Dieser Satz steht über allem: über der Hoffnung auf Antworten, über der Trauer und über der Liebe zu einem Kind, das viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde.
Die Informationen in diesem Artikel stellen keinen Ersatz für professionellen ärztlichen Rat, eine Diagnose oder eine Behandlung dar. Alle Inhalte, inklusive Text und Bildern, die in AmoMama.de enthalten sind oder durch AmoMama.de zugänglich sind, dienen lediglich der allgemeinen Information. AmoMama.de übernimmt keinerlei Verantwortung für jegliche Handlungen, die als Resultat des Lesens dieses Artikels unternommen werden. Bevor Sie sich irgendeiner Behandlung unterziehen, konsultieren Sie ihren medizinischen Leistungsanbieter.
AmoMama.de unterstützt und fördert keine Formen von Gewalt, Selbstbeschädigung oder anderes gewalttätiges Verhalten. Wir machen unsere LeserInnen darauf aufmerksam, damit sich potentielle Opfer professionelle Beratung suchen und damit niemand zu Schaden kommt. AmoMama.de setzt sich gegen Gewalt, Selbstbeschädigung und gewalttätiges Verhalten ein, AmoMama.de plädiert deshalb für eine gesunde Diskussion über einzelne Fälle von Gewalt, Missbrauch, oder sexuelles Fehlverhalten, Tiermissbrauch usw. zum Wohl der Opfer. Wir ermutigen in diesem Sinne alle LeserInnen, jegliche kriminelle Vorfälle, die wider diesen Kodex stehen, zu melden.
