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EntertainmentAnekdote

15. August 2021

Meine Nachbarin rief nicht den Krankenwagen für ihr Baby, sondern putzte stattdessen ihr Haus – Story eines Abonnenten

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Es mag dir komisch vorkommen, aber meine Nachbarin rief tatsächlich nicht den Rettungswagen, weil sie ihr Haus putzen wollte. Aber sie war nicht hundert Prozent verantwortlich für das, was an jenem Tag geschah.

Stefanie Köhler und ihr Ehemann, Hermann, hatten sieben Kinder, obwohl sie nie viel Geld und stets Probleme hatten, über die Runden zu kommen. Außerdem war eine ihrer Töchter, Maria, vor zwei Jahren unter seltsamen Umständen verstorben, als sie erst drei Jahre alt war.

Die Köhlers behaupteten, dass Maria an Krebs gestorben war, aber nach dem schrecklichen Unfall stufte das Sozialamt die Familie als problematisch ein. Und wegen ihrer Probleme mit dem Sozialamt, wurden ihnen einige Leistungen vom Amt gestrichen.

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Gewöhnlich würde eine Familie in so einer Situation alle Hebel in Bewegung setzen, um über die Runden zu kommen, aber die Köhlers waren das komplette Gegenteil. Hermann wollte nicht arbeiten, also kümmerte er sich um die Kinder und Stefanie arbeitete in Teilzeit als Verkäuferin.

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Klar, sie hätte nach anderen Jobs suchen können, aber sie wusste, dass sie Hermann nicht lange mit den Kindern allein lassen konnte. Trotz all ihrer Vorsichtsmaßnahmen stellte sich leider eines Tages heraus, dass all ihre Sorgen berechtigt waren.

An jenem Nachmittag kam sie früher von der Arbeit heim. Als sie ins Wohnzimmer kam, fand sie komplettes Chaos vor: überall lagen Klamotten herum, das Sofa war übersät mit Chipskrümeln und im ganzen Haus waren Spielsachen verstreut.

Stefanie verlor die Fassung, als sie den Zustand des Hauses erblickte. "Hermann, wo zum Teufel steckst du und warum herrscht hier so ein Chaos!", brüllte sie so laut sie konnte. Aber es kam keine Antwort.

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"Also, wenn du glaubst, dass du dich verstecken und so dem Ärger entgehen kannst, dann halte ich das für keine gute Idee," grummelte sie, während sie durchs Haus marschierte und ihren Mann suchte. Der war jedoch nirgendwo zu finden.

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Plötzlich kam ihr 13-jähriger Sohn Marco auf sie zu gerannt kam. "Mama, Mama, irgendwas stimmt nicht mit Timo... Er kann nicht richtig atmen."

Stefanies Herz setzte einen Schlag aus. "Was?! Was ist passiert? Und wo ist dein Vater?", fragte sie ängstlich.

“Sie sind hinten im Garten, Mama. Ich habe keine Ahnung, was passiert ist. Ich habe gespielt und plötzlich hat Timo um Hilfe gerufen. Als ich zum Teich rannte, sah ich, wie Papa Timo getragen hat,“ erklärte Marco, noch immer außer Atem vom Rennen.

Stefanie schoss aus dem Haus, Tränen stiegen ihr in die Augen. Als sie am Teich ankam, fand sie Hermann dort sitzen, ihren 2-jährigen Sohn in den Armen. Beide waren nass bis auf die Knochen und das Kind konnte nicht richtig atmen. "Oh mein Gott, was ist passiert?", rief Stefanie.

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"Habe jetzt keine Zeit zu erklären, Stefanie. Gib mir schnell dein Telefon," sagte Hermann.

"Nein.. das.. das kann ich nicht. Ich muss erst das Haus sauber machen," erwiderte sie mit zittriger Stimme.

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"Hast du den Verstand verloren, Stefanie? Gib mir einfach dein Telefon!", brüllte Hermann und zerrte das Handy aus ihrer Hand. Kurz darauf trafen die Rettungskräfte ein.

"Aber, Hermann, was, wenn sie.."

Ehe Stefanie ausreden konnte, schnitt Hermann ihr das Wort ab. "Das einzige, was jetzt zählt, ist Timo. Also warte hier, bis der Krankenwagen kommt," Hermann schrie sie beinahe an.

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Sie stand für eine Weile da. Jedoch wusste sie, dass sie ihre Kinder niemals wieder sehen würde, wenn sie auf Hermann hörte. Also eilte sie zurück ins Haus.

Ich werde nie vergessen, wie besorgt die Köhlers in jener Nacht waren. Als sie ins Haus rannte, konnte Stefanie nur rufen: "Ich muss sofort das Haus sauber machen, schnell. Sonst nehmen sie uns die Kinder weg."

Ihre Stimme war so laut, dass die ganze Nachbarschaft sie hören konnte und sich um ihr Haus versammelte. Ja, die Köhlers waren eine dysfunktionale Familie, aber die Anspannung in Stefanies Gesicht bereitete mir wahrhaftige Sorgen.

Als niemand hinsah, eilte ich deshalb auf Stefanie zu und konfrontierte sie. Ich fragte sie, warum sie immer wieder sagte, dass man ihr die Kinder wegnehmen würde. Da beichtete sie mir, dass das Amt ihnen gedroht hatte, dass sie ihnen wegen der schlechten Lebensbedingungen die Kinder wegnehmen würden. Wenn man das Haus in diesem Zustand vorfände, würden sie die Kinder sicher nicht bei ihren Eltern bleiben lassen.

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Ich fing an, beim Aufräumen zu helfen, aber die Sanitäter*innen kamen ins Haus, ehe wir fertig waren. Timo wurde ins Krankenhaus gefahren und konnte, Gott sei Dank, gerettet werden.

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Später fragte Stefanie ihren Mann, was geschehen war. Hermann berichtete, dass er an jenem Tag begonnen hatte, das Haus zu reinigen, ehe Stefanie von der Arbeit heimkam. Er hatte Marco gebeten, sich um seinen kleinen Bruder Timo zu kümmern.

Aber Marco hatte beschlossen, stattdessen mit seinen Freunden Fußball spielen zu gehen. Deshalb hatte er nicht bemerkt, wie Timo auf den Teich in der Nähe des Hauses zu rannte – bis Timo um Hilfe rief. Da rannte Hermann zum Teich und sprang ins Wasser. Er trug seinen Sohn aus dem Teich und begann mit der Herz-Lungen-Massage.

Dank Hermanns Mühen begann Timo, zu atmen. Allerdings konnte er nicht problemlos arbeiten, weshalb Hermann den Krankenwagen rufen wollte. Aber er hatte sein Handy im Teich verloren. Zum Glück war Stefanie eher heim gekommen, sodass sie noch rechtzeitig die Rettungskräfte rufen konnten.

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Aber nach alledem nahm man ihnen ihre Kinder weg, die vorerst in einem Kinderheim untergebracht wurden. Hermanns und Stefanies Herzen waren gebrochen. Ich sah, wie sie an jenem Tag die Mitarbeiter*innen des Jugendamtes anflehte, ihnen eine zweite Chance zu geben, aber man beachtete sie nicht.

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Ehrlich gesagt denke ich, es war in dem Moment die richtige Entscheidung. Wenn du mich fragen würdest, ob Stefanie Schuld traf, dann würde ich ja sagen. Wenn du so viele Kinder hast, solltest du sicher sein, dass du sie anständig großziehen kannst. Aber sie war nicht die einzige Schuldige.

Hermann hätte nicht so nachlässig sein dürfen und nicht seinem 13-jährigen Sohn die Verantwortung übertragen sollen. Schließlich war Marco noch ein Kind.

Das Jugendamt sagte, dass die Kinder ihre Eltern vermissten, sich nun aber sicherer fühlten.

Was können wir von dieser Geschichte lernen?

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  • Das Jugendamt sollte sich mehr um solche Familien kümmern und Eltern beibringen, wie man Kinder vernünftig erzieht.
  • Eltern zu sein bedeutet eine Menge Verpflichtungen. Wenn du dich nicht gut um ein Kind kümmern kannst, ist es besser, keines zu haben.

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Diese Geschichte wurde inspiriert von einem Beitrag eines Abonnenten, aber geschrieben wurde sie von einer*m professionellen Autor*in. Alle Namen wurden abgeändert, um die Privatsphäre der beteiligten Personen zu wahren.

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