Joan Collins spricht über ihre Abtreibung: "Es wäre das Ende meiner Karriere gewesen"

Die Schauspielerin Joan Collins, die den Ehrentitel Dame trägt, sprach mit Piers Morgan im Zuge von dessen Interviewreihe "Piers Morgan’s Life Stories". In dem Gespräch kamen große Emotionen und Collins‘ Humor gleichermaßen zu tragen. Besonders emotional wird es, als Collins vom Tod ihrer Mutter und von ihrer Abtreibung erzählt.

In dem Gespräch mit Piers Morgan kam eine große Bandbreite von Themen auf. Die Schauspielerin, die vor allem für ihre Rolle in dem Fernseherfolg Denver Clan bekannt ist, nahm dabei kein Blatt vor den Mund.

Offen gesteht sie ein, kein gutes Verhältnis zu ihrem Denver Clan-Kollegen John Forsythe gehabt zu haben. Die beiden seien Rivalen gewesen und Collins nannte Forsythe ein "frauenfeindliches [Schimpfwort]."

Ständig habe er im Mittelpunkt stehen müssen und verlangt, 5.000 US Dollar (ca. 4.200 Euro) mehr zu verdienen als andere Darsteller. Collins selbst setzte sich beim Sender für gleichberechtigte Bezahlung ein – und das bereits in den 1980ern in einer Branche, der sie ein grundsätzlich misogynes Klima vorwarf.

So gelang es ihr, zu Hochzeiten etwa 100.000 Euro Gage pro Folge zu erkämpfen. Dies hatte jedoch den Nebeneffekt, dass sie in weniger Folgen eingesetzt wurde.

Ähnlich feministisch zeigt Collins sich beim Thema Abtreibung. Mit 26 Jahren war sie von ihrem damaligen Verlobten Warren Beatty schwanger geworden.

Aber Collins entschied, dass sie das Kind nicht großziehen wollte. Sie hätte ihm kein gutes Zuhause geben können und es wäre "das Ende ihrer Karriere gewesen," so die Schauspielerin.

Sie habe damals lange darüber nachgedacht. Die Frage, ob sie die Entscheidung bereue, verneinte Collins klar. "Ich war überzeugt, dass ich die Kontrolle über meinen Körper haben sollte," erklärte sie, "ich war Feministin, ehe das Wort überhaupt existierte."

In Kommentaren äußern sich Zuschauer*innen bewundernd über Collins‘ Mut, so offen über ein schwieriges Thema zu sprechen, zumal Abtreibungen damals noch illegal waren.

So kämpferisch sie sich in diesen Fragen gab, so emotional wurde die 88-Jährige, als sie über den Tod ihrer Mutter und ihrer Schwester sprach. Ihre Mutter erkrankte in den 1960ern.

"Ich wünschte, sie hätte meine Kinder und Enkelkinder treffen können," sagte Collins unter Tränen, "sie wäre so stolz auf meine Karriere gewesen." Nach ihrer Mutter starb auch Collins' Schwester an Krebs.

Ihre Schwester Jackie erlag 2015 ihrem Brustkrebs. Sie hatte Joan Collins erst spät von ihrer Diagnose erzählt, um nicht bemitleidet zu werden. Ähnlich hatte es der Vater gehandhabt, als die Mutter erkrankt war. Collins zeigte sich verständnisvoll.

Das Interview schlug heiterere Töne an, als Collins und Morgan sich dem Alltag zuwandten. Dabei kam heraus, dass die Schauspielerin 1957 das letzte Mal gebügelt hat und sich angesichts eines modernen Staubsaugers fühle, als stünde sie in einer Boeing 747.

Darauf sei die 88-Jährige nicht stolz. Angesichts ihres turbulenten und beeindruckenden Lebensweges jedoch kann man darüber sicher hinwegsehen - niemand kann schließlich alles können.

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