
Mutter und Sohn tot in Solinger Wohnhaus – Polizei schließt ein Verbrechen bislang aus
08. September 2026

Bei einer großen Drückjagd im Pfälzerwald ist ein 48-jähriger Jäger unter bislang ungeklärten Umständen ums Leben gekommen. Andere Teilnehmer entdeckten den Mann am Dienstagvormittag regungslos auf einem Hochsitz. Trotz sofortiger Wiederbelebungsversuche kam jede Hilfe zu spät. Bei dem Verstorbenen wurde eine Schussverletzung festgestellt. Die Polizei hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet und prüft verschiedene mögliche Abläufe.
Doch der Todesfall war nicht das einzige erschütternde Ereignis während der Jagd bei Johanniskreuz im Kreis Kaiserslautern. Ein weiterer Jäger wurde von einem Wildschwein angegriffen und schwer verletzt. Die Ermittlungen zu den beiden Vorfällen beschäftigen die Polizei.
Der Notruf ging am Dienstag, 3. November 2026, gegen 11 Uhr bei der Polizei ein. In einem Waldgebiet bei Johanniskreuz hatten Zeugen einen 48-jährigen Jäger auf einem Hochsitz entdeckt. Der Mann wurde regungslos aufgefunden.
Die anderen Jagdteilnehmer zögerten nicht und begannen unmittelbar mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Sie versuchten, den Mann bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu reanimieren. Doch für den 48-Jährigen kam jede Hilfe zu spät.
Bei der Untersuchung des Verstorbenen stellten die Einsatzkräfte eine Schussverletzung fest: „Bei dem Verstorbenen wurde eine Schussverletzung festgestellt“. Das teilte die Polizei mit. Wie genau es zu der Schussverletzung kam und unter welchen Umständen der Mann starb, war zunächst unklar.
Die Polizei leitete daraufhin ein Todesermittlungsverfahren ein. Dabei geht es darum, die Umstände des Todes möglichst genau zu rekonstruieren. Bislang steht nicht fest, wie der Schuss abgegeben wurde oder ob es sich um einen Unfall handelte. Auch zu einem möglichen Fremdverschulden gibt es zunächst keine gesicherten Erkenntnisse.
Der Todesfall ereignete sich während einer größeren Jagdveranstaltung im Pfälzerwald. Nach Angaben der Polizei waren insgesamt mehr als 180 Menschen an der Drückjagd beteiligt. Damit waren zahlreiche Personen im Waldgebiet unterwegs, darunter Jäger und weitere Helfer.
Die Ermittlungen gestalten sich entsprechend umfangreich. Die Polizei nahm die Personalien von Jagdbeteiligten auf und stellte mehrere Schusswaffen sicher. Außerdem befragen die Ermittler Beteiligte und hören Zeugen an. Sie versuchen herauszufinden, was sich vor dem Auffinden des 48-Jährigen auf dem Hochsitz abgespielt hat. Dabei müssen verschiedene mögliche Abläufe geprüft werden.

Nur zu Illustrationszwecken. | Quelle: Getty Images
Gerade weil so viele Menschen an der Jagd beteiligt waren, ist es wichtig, die jeweiligen Beobachtungen zusammenzutragen. Wer befand sich in der Nähe des Hochsitzes? Wann wurde der Mann zuletzt gesehen? Und was geschah in den Minuten, bevor die Zeugen ihn regungslos entdeckten? Solche Fragen können für die Rekonstruktion des Geschehens eine Rolle spielen.
Die Polizei hat bislang keine abschließende Erklärung veröffentlicht. Auch die Tatsache, dass mehrere Waffen sichergestellt wurden, lässt noch keine Rückschlüsse darauf zu, wie es zu der Schussverletzung kam. Die Ermittler müssen zunächst prüfen, welche Erkenntnisse sich aus den Befragungen und den weiteren Untersuchungen ergeben.
Bei einer Drückjagd handelt es sich um eine Form der sogenannten Bewegungsjagd. Anders als bei der klassischen Ansitzjagd warten die Jäger dabei nicht einfach darauf, dass Wild zufällig an ihnen vorbeikommt. Stattdessen wird das Wild gezielt in Bewegung gebracht.
Dafür verteilen sich die Schützen an festgelegten Stellen im Revier. Diese Positionen werden als Stände bezeichnet. Dort warten die Jäger darauf, dass Tiere aus ihren Verstecken kommen und sich durch das Gebiet bewegen.
Treiber und Hundeführer gehen währenddessen langsam durch bestimmte Waldabschnitte. Sie bewegen sich durch Dickichte, Brombeerflächen oder Schilfgürtel und sorgen dafür, dass das Wild seine Deckung verlässt. Die Tiere werden dabei möglichst langsam aufgescheucht, damit sie nicht in Panik flüchten.
Vor allem im Wald kommt diese Jagdform zum Einsatz. Gejagt wird dabei in erster Linie sogenanntes Schalenwild. Dazu gehören unter anderem Rehe, Wildschweine und gegebenenfalls Rotwild.
Von einer Treibjagd unterscheidet sich die Drückjagd vor allem durch die Art, wie das Wild in Bewegung gebracht wird. Bei einer Treibjagd wird es meist intensiver in Richtung der Jäger getrieben. Bei der Drückjagd sollen die Tiere dagegen langsam aus ihren Verstecken gedrückt werden.
Die Jagdform erfordert eine genaue Organisation. Die Schützen müssen ihre jeweiligen Standorte kennen und wissen, in welchen Bereichen geschossen werden darf. Auch die Kommunikation zwischen den Beteiligten ist wichtig. Die Anwesenheit von Treibern, Hundeführern und anderen Jägern macht klare Regeln für den Ablauf notwendig.
Wie wichtig solche Vorgaben sind, zeigen auch die veröffentlichten Anweisungen des Forstamts Johanniskreuz für Bewegungsjagden. Darin wird ausdrücklich betont, dass jeder Schütze für seinen eigenen Schuss verantwortlich ist.
Eine zentrale Voraussetzung ist der sogenannte Kugelfang. Geschossen werden darf demnach nur, wenn ein ausreichender Kugelfang vorhanden ist. Als solcher gilt in den Anweisungen ausschließlich gewachsene Erde. Damit soll verhindert werden, dass ein Geschoss nach dem Schuss unkontrolliert weiterfliegt.
Auch der Umgang mit den Waffen ist geregelt. Sie müssen offen und mit der Mündung nach oben getragen werden. Außerdem darf ein Schütze seinen Stand während des Treibens grundsätzlich nicht verlassen. Ausnahmen sind unter anderem für bestimmte Situationen bei der Bergung von Wild vorgesehen.

Nur zu Illustrationszwecken. | Quelle: Getty Images
Jeder abgegebene Schuss ist dem Gruppenführer mitzuteilen. Darüber hinaus schreiben die Anweisungen das Tragen auffälliger Kleidung vor: Eine Jacke oder Weste in Signalfarbe sowie eine entsprechende Kopfbedeckung sind Pflicht.
Die Regeln verdeutlichen, wie viele Sicherheitsaspekte bei einer organisierten Bewegungsjagd berücksichtigt werden müssen. Sie dienen dem Schutz der Jäger, der Helfer und anderer Menschen, die sich im Wald aufhalten können. Denn der Wald kann während einer Jagd nicht vollständig für Besucher gesperrt werden. Deshalb muss jederzeit damit gerechnet werden, dass auch Spaziergänger oder andere Waldbesucher unterwegs sind.
Ob und in welcher konkreten Form sämtliche dieser Anweisungen bei der Jagd am 3. November angewendet wurden, ist aus den bislang veröffentlichten Informationen nicht ersichtlich.
Neben dem Todesfall kam es während der Drückjagd zu einem weiteren schweren Zwischenfall. Ein 29-jähriger Jäger wurde von einem Wildschwein angegriffen und schwer verletzt.
Der Mann musste zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht werden. Weitere Einzelheiten zu seinen Verletzungen oder seinem aktuellen Gesundheitszustand wurden zunächst nicht bekannt gegeben.
Die beiden Ereignisse sorgten bei den Teilnehmern der Jagd für eine erhebliche Belastung. Einsatzkräfte der psychosozialen Notfallversorgung betreuten deshalb betroffene Jagdteilnehmer. Diese Unterstützung richtet sich an Menschen, die nach belastenden oder traumatischen Ereignissen psychologische Hilfe benötigen.
Während der Ermittlungen zum Tod des 48-Jährigen steht vor allem die Schussverletzung im Mittelpunkt. Die Polizei muss klären, wie sie entstanden ist und welche Umstände unmittelbar davor eine Rolle spielten.
Dazu werden die Aussagen der Jagdbeteiligten ausgewertet. Auch die sichergestellten Schusswaffen sind Teil der Ermittlungen. Auch die Zahl der beteiligten Personen macht deutlich, wie sorgfältig die Ermittler vorgehen müssen. Bei über 180 Teilnehmern kommen zahlreiche mögliche Zeugen infrage. Ihre Aussagen können helfen, den zeitlichen Ablauf einzugrenzen und herauszufinden, wer sich wann in welchem Bereich des Jagdgebiets aufhielt. Solange die Untersuchungen laufen, bleibt daher offen, was genau auf dem Hochsitz passiert ist.
Dass innerhalb einer Jagdveranstaltung gleich zwei Menschen schwer betroffen waren, macht den Einsatz besonders tragisch. Ein 48-jähriger Mann kam ums Leben, ein 29-Jähriger musste nach einem Wildschweinangriff ins Krankenhaus gebracht werden.
Für die übrigen Teilnehmer bedeuteten die Ereignisse ebenfalls eine außergewöhnliche Belastung. Sie hatten den Tod eines Jagdkollegen beziehungsweise den schweren Angriff auf einen weiteren Teilnehmer miterlebt oder waren unmittelbar mit den Folgen konfrontiert. Dass Einsatzkräfte der psychosozialen Notfallversorgung hinzugezogen wurden, zeigt, wie ernst die Situation auch für die Beteiligten war.
Zunächst lag deshalb die Vermutung nahe, dass die beiden Vorfälle möglicherweise miteinander zu tun haben könnten. Schließlich ereigneten sie sich während derselben Drückjagd im Pfälzerwald. Doch genau dafür gibt es nach Angaben der Polizei bislang keine Anhaltspunkte.
Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand spricht nichts dafür, dass der Tod des 48-jährigen Jägers und der Wildschweinangriff auf den 29-Jährigen miteinander in Verbindung stehen. Das teilte die Polizei ausdrücklich mit.
Damit handelt es sich nach bisherigem Kenntnisstand um zwei voneinander unabhängige Ereignisse, die sich lediglich während derselben Jagd zugetragen haben.
Die Ermittlungen zum Tod des 48-Jährigen dauern unterdessen an. Wie es zu seiner Schussverletzung kam, ist weiterhin ungeklärt. Die Polizei wertet die Aussagen der Beteiligten aus und prüft die sichergestellten Waffen.
Bis die Umstände des Todes vollständig geklärt sind, bleibt offen, was sich auf dem Hochsitz bei Johanniskreuz tatsächlich ereignet hat.
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