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26. Oktober 2026

Die deutsche Film- und Fernsehbranche trauert um eine ihrer einflussreichsten Persönlichkeiten: Regina Ziegler ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Über fünf Jahrzehnte hinweg prägte sie mit ihrer Produktionsfirma die deutsche Fernsehlandschaft und verantwortete mehr als 500 Film- und Fernsehproduktionen.
Ihr Tod löste große Anteilnahme aus. Auch ARD und ZDF reagieren und nehmen Änderungen an ihrem Programm vor, um an die Produzentin und ihr Lebenswerk zu erinnern. Besonders bewegend sind die letzten öffentlichen Aufnahmen: Noch im Oktober zeigte sich Ziegler bei Veranstaltungen in Berlin und Frankfurt. Nun ist bekannt, unter welchen Umständen sie starb.
Die Nachricht wurde am Sonntag, dem 1. November 2026, öffentlich. Regina Ziegler ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Ihre Tochter Tanja Ziegler und das Team der Produktionsfirma Ziegler Film bestätigten den Tod der Produzentin. In ihrer Mitteilung schrieb die Produktionsfirma: „Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer müssen wir mitteilen, dass Regina Ziegler heute Morgen, am 1. November, verstorben ist.“
Weiter hieß es in dem Beitrag: „Mit ihr verlieren wir nicht nur die Gründerin von Ziegler Film, sondern auch eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die die deutsche Film- und Fernsehlandschaft über Jahrzehnte geprägt hat.“ Die Familie und das Unternehmen erinnerten damit an eine Frau, die über Jahrzehnte hinweg zahlreiche Produktionen auf den Weg gebracht und die Branche entscheidend mitgestaltet hatte.

Regina Ziegler während der „International Emmy Awards Cocktail-Prolonge“ im Schlosshotel Berlin am 10. Juli 2026 in Berlin | Quelle: Getty Images
Die Anteilnahme ließ nicht lange auf sich warten. Zahlreiche Wegbegleiter und Vertreter der Filmbranche würdigten Ziegler als Pionierin und erfolgreiche Produzentin. Auch die öffentlich-rechtlichen Sender, mit denen sie über viele Jahre zusammengearbeitet hatte, reagierten auf die Nachricht. Sowohl das ZDF als auch die ARD erinnerten an ihre Bedeutung für Film und Fernsehen.
Besonders deutlich fällt die Reaktion des ZDF aus. Der Sender änderte sein Programm für Montag, den 2. November 2026. Statt der ursprünglich vorgesehenen Krimireihe „Der Geier – Blut und Zweifel“ zeigt das ZDF um 20.15 Uhr die Komödie „Familie Bundschuh – Bundschuh gegen Bundschuh“.
Die Entscheidung ist eng mit Zieglers Arbeit verbunden: Die Reihe „Familie Bundschuh“ wird seit 2015 von ihrer Produktionsfirma produziert. Die Ausstrahlung ist damit auch eine Würdigung ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit dem Sender. In der Nacht zum Dienstag folgt um 00.15 Uhr außerdem der Film „Fabian“ nach dem Roman von Erich Kästner. Das Werk entstand 1979/80 und war eine der ersten großen Produktionen Zieglers für das ZDF, bei dem damals ihr Ehemann Wolf Gremm Regie führte.

Die deutsche Produzentin Regina Ziegler (Mitte) und die deutsche Schauspielerin Maria Matschke Engel (rechts) bei ihrer Ankunft zur Vorführung des Films „El ser querido“ (Der Geliebte) im Rahmen der 79. Ausgabe der Filmfestspiele von Cannes in Cannes, Südfrankreich, am 16. Mai 2026 | Quelle: Getty Images
Doch damit bleibt es nicht bei einer einzelnen Programmänderung. Im Laufe der Woche will das ZDF weitere Produktionen aus Zieglers Werk zeigen. Geplant sind Wiederholungen der Krimireihe „Kommissarin Heller“ sowie des historischen Zweiteilers „Die Holzbaronin“. Auch die Kinoproduktion „Heimsuchung – eine Jahrhundertgeschichte“ gehört zu den jüngeren Arbeiten ihrer Produktionsfirma.
ZDF-Intendant Norbert Himmler würdigte die verstorbene Produzentin in einer Mitteilung des Senders. „Mit ihrem kreativen und unternehmerischen Lebenswerk hat Regina Ziegler deutsche Film- und Fernsehgeschichte geschrieben“, erklärte er. Das ZDF verliere mit ihr eine „enge, langjährige und hoch geschätzte Partnerin“. Ihre künstlerische Kraft und ihr Optimismus würden dem Sender fehlen.
Auch ZDF-Programmdirektorin Nadine Bilke hob Zieglers Bedeutung hervor. Sie bezeichnete die Produzentin als Vorbild für Frauen in der Branche. Als erste Filmproduzentin Deutschlands habe sie anderen den Weg geebnet. Ihre Tatkraft und Lebensleistung seien inspirierend gewesen.
Neben dem ZDF nimmt auch die ARD Abschied von Regina Ziegler. Anders als beim ZDF sind nach den bisherigen Angaben allerdings keine Änderungen im linearen Fernsehprogramm vorgesehen. Stattdessen stellt die ARD ausgewählte Produktionen in ihrer Mediathek bereit.
Dazu gehören „Martha Liebermann – Ein gestohlenes Leben“ und „Weißensee“. Beide Produktionen stehen beispielhaft für die Bandbreite von Zieglers Arbeit. Mit „Weißensee“ war sie an einer erfolgreichen ARD-Serie beteiligt, die das Leben einer Familie in der DDR und die politischen Verhältnisse der Zeit erzählte.
ARD-Programmdirektorin Christine Strobl würdigte die Produzentin mit deutlichen Worten: „Regina Ziegler hat Geschichten nicht nur erzählt. Sie hat sie möglich gemacht.“ Mit ihr verliere die Branche eine ihrer großen Persönlichkeiten und eine wichtige kreative Partnerin. Ihr Lebenswerk sei beeindruckend.
Die Reaktionen von ARD und ZDF machen deutlich, wie eng Ziegler mit den öffentlich-rechtlichen Sendern verbunden war. Über Jahrzehnte hinweg entstanden unter ihrer Verantwortung Filme und Serien, die ein großes Publikum erreichten. Ihre Produktionen waren dabei nicht auf ein bestimmtes Genre beschränkt: Sie umfassten Fernsehfilme, Mehrteiler, Krimis, Serien und Kinoprojekte.
Besonders überraschend wirkt die Todesnachricht auch deshalb, weil Regina Ziegler noch wenige Wochen zuvor öffentlich aufgetreten war. Am 6. Oktober 2026 besuchte sie die Berliner Premiere des Films „Heimsuchung“. Dort wurde sie gemeinsam mit Bestsellerautor Sebastian Fitzek fotografiert.

Regina Ziegler und Sebastian Fitzek nehmen am 6. Oktober 2026 in Berlin an der Berliner Premiere von „Heimsuchung“ im Kino International teil | Quelle: Getty Images
Drei Tage später, am 9. Oktober, zeigte sich die Produzentin erneut öffentlich. Diesmal war sie auf der Frankfurter Buchmesse zu Gast. Es war einer ihrer letzten bekannten öffentlichen Auftritte. Die Messe fand vom 7. bis zum 11. Oktober statt.

Die Autorin Jenny Erpenbeck (von links nach rechts), Regisseur Volker Schlöndorff und Produzentin Regina Ziegler bei der Preisverleihung für die beste Verfilmung auf der Frankfurter Buchmesse | Quelle: Getty Images
Die Aufnahmen aus Berlin zeigen Ziegler noch einmal bei einem Termin, der unmittelbar mit ihrer Arbeit verbunden war. „Heimsuchung – eine Jahrhundertgeschichte“ gehört zu den jüngeren Produktionen, die unter dem Dach ihrer Firma entstanden. Dass sie wenige Wochen vor ihrem Tod noch bei der Premiere dabei war, macht die Bilder zu einem besonderen Rückblick auf ihre letzten öffentlichen Wochen.

Angela Winkler, Wigand Witting, ein Gast, Volker Schlöndorff, Detlev Buck, Nele Winkler, Susanne Wolff, Regina Ziegler, Martina Gedeck, Maria Matschke Engel, Lars Eidinger und Ludwig Trepte nehmen am 6. Oktober 2026 an der Berliner Premiere von „Heimsuchung“ im Kino International teil | Quelle: Getty Images
Auch die Buchmesse war ein passender Ort für die Produzentin, deren Arbeit über Film und Fernsehen hinausging. Die Veranstaltung brachte zahlreiche Autorinnen, Autoren und Filmschaffende zusammen. Dass Ziegler dort noch am 9. Oktober gesehen wurde, zeigt, wie präsent sie bis zuletzt im öffentlichen Leben und in der Branche war.
Erst im Zusammenhang mit der Todesnachricht wurden auch nähere Angaben zu den Umständen ihres Todes bekannt. Regina Ziegler starb in der Nacht zum Sonntag, dem 1. November 2026, in einem Berliner Krankenhaus. Das berichtete t-online unter Berufung auf einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Ihre Tochter Tanja Ziegler bestätigte demnach, dass die Familie in den letzten Stunden bei ihr war.
Damit starb die Produzentin nicht allein: Ihre Angehörigen waren nach den veröffentlichten Informationen an ihrer Seite. Die Familie machte ihren Tod am Sonntagmorgen öffentlich und verabschiedete sich von ihr.
Eine konkrete Todesursache wurde bislang nicht bekannt gegeben. Auch zu einer möglichen Erkrankung oder dazu, ob Regina Ziegler zuvor gesundheitliche Probleme hatte, liegen in den veröffentlichten Mitteilungen keine näheren Angaben vor. Dass sie in einem Berliner Krankenhaus starb, ist bekannt. Welche medizinischen Umstände zu ihrem Tod führten, bleibt dagegen offen.
Neben ihrer beruflichen Laufbahn war Regina Ziegler auch privat eng mit dem Regisseur Wolf Gremm verbunden. Die beiden verbrachten 44 Jahre miteinander. Gremm starb 2015 an Krebs. In einem Gespräch mit dem SPIEGEL im Jahr 2022 erinnerte sich Ziegler an die gemeinsame Zeit und sprach offen über die letzten Jahre ihres Mannes.
Während seiner Erkrankung hätten sie gemeinsam „verrückte Sachen gemacht“, erzählte sie damals. „Wir haben nachts Humphrey-Bogart-Filme geguckt oder morgens um vier Spaghetti gekocht.“ Sie habe alles getan, was ihm wichtig gewesen sei.

Wolf Gremm und seine Frau Regina Ziegler nehmen am 12. Januar 2015 in Berlin an einem Neujahrsempfang teil | Quelle: Getty Images
Besonders eindrücklich waren ihre Worte über die lange gemeinsame Zeit: „Wolf und ich haben 44 Jahre miteinander verbracht, natürlich hat es auch mal gekracht, wir hatten Haare auf den Zähnen, beide.“ Zugleich betonte sie, wie viele schöne Erinnerungen geblieben seien. Oft habe sie das Gefühl, ihr Mann sei noch da. „Aber ich habe so wunderschöne Erinnerungen an ihn, dass ich oft denke, er ist noch da. Wenn ich den Kamin anhabe und die Wärme des Feuers spüre, habe ich das Gefühl einer besonderen Nähe zu Wolf.“
Die Erinnerungen geben einen seltenen Einblick in Zieglers Privatleben. In der Öffentlichkeit wurde sie vor allem als erfolgreiche Produzentin wahrgenommen, die mit großer Energie und unternehmerischem Geschick eine eigene Firma aufgebaut hatte. Im SPIEGEL-Gespräch zeigte sie sich dagegen auch als Ehefrau, die auf eine lange gemeinsame Geschichte zurückblickte und den Verlust ihres Mannes noch Jahre später spürte.

Regina Ziegler und ihr Ehemann Wolf Gremm bei ihrer Ankunft zu einem Brunch anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Produktionsfirma Ziegler Film in der Mercedes-Welt am 27. April 2013 in Berlin | Quelle: Getty Images
Regina Ziegler wurde am 8. März 1944 in Quedlinburg geboren. 1973 gründete sie im Alter von 29 Jahren ihre eigene Produktionsfirma. Damit gehörte sie zu den ersten Frauen in Deutschland, die sich in der damals stark von Männern geprägten Filmbranche als unabhängige Produzentin etablierten.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Ziegler Film zu einer festen Größe in der deutschen Film- und Fernsehlandschaft. Unter ihrer Verantwortung entstanden mehr als 500 Produktionen.
Zu den bekannten Arbeiten ihrer Firma zählen die ARD-Serie „Weißensee“, die ZDF-Reihe „Kommissarin Heller“ und „Lena Lorenz“. Auch die Filme über die Familie Bundschuh gehören zum Portfolio. Hinzu kamen zahlreiche Fernsehfilme und Kinoproduktionen, die sie über Jahrzehnte hinweg auf den Weg brachte.
Für ihre Arbeit wurde Ziegler vielfach ausgezeichnet. Zu den Ehrungen zählen der Deutsche Filmpreis, der Grimme-Preis und der International Emmy Award. 2016 erhielt sie den Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises für ihre Verdienste um den deutschen Film. 2024 wurde sie zudem mit dem Deutschen Gründerpreis für ihr Lebenswerk geehrt. Das Museum of Modern Art in New York widmete ihrem Werk eine eigene Retrospektive.
Auch im hohen Alter dachte Ziegler offenbar nicht daran, sich aus dem Filmgeschäft zurückzuziehen. Noch 2026 sagte sie in einem Interview: „Ich werde 100 und bis dahin will ich noch ganz viel produzieren!“ Dieser Wunsch zeigt, wie sehr sie sich ihrer Arbeit verbunden fühlte.
Mit Regina Ziegler verliert die deutsche Filmbranche eine Produzentin, die über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg eigene Wege ging. Sie gründete ihr Unternehmen in einer Zeit, in der Frauen in der Filmproduktion nur selten an der Spitze standen, und baute es zu einer etablierten Produktionsfirma aus. Ihre mehr als 500 Produktionen prägten das Programm von ARD und ZDF ebenso wie das deutsche Kino.
Die Reaktionen der Sender und die angekündigten Programmänderungen sind ein Zeichen dafür, welchen Stellenwert ihre Arbeit hatte. Das ZDF erinnert mit „Familie Bundschuh – Bundschuh gegen Bundschuh“ und „Fabian“ an zentrale Stationen ihrer Karriere. Die ARD stellt unter anderem „Weißensee“ und „Martha Liebermann – Ein gestohlenes Leben“ in ihrer Mediathek bereit.
Die letzten öffentlichen Bilder zeigen Regina Ziegler noch wenige Wochen vor ihrem Tod bei einer Filmpremiere in Berlin und auf der Frankfurter Buchmesse. In der Nacht zum 1. November 2026 starb sie im Alter von 82 Jahren in einem Berliner Krankenhaus, im Beisein ihrer Familie. Eine konkrete Todesursache wurde bislang nicht mitgeteilt. Zurück bleibt ein umfangreiches filmisches Werk und die Erinnerung an eine Produzentin, die die deutsche Fernsehlandschaft über Jahrzehnte mitgestaltet hat.
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