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Lena und Joshua Kimmich | Quelle: Getty Images
Lena und Joshua Kimmich | Quelle: Getty Images

Die Frau an der Seite des DFB-Kapitäns: So lebt Lina Kimmich heute – und so sah sie vor zehn Jahren aus

Edita Mesic
02. Okt. 2026
17:25

Sie ist eine der diskretesten Spielerfrauen Deutschlands – und zugleich eine der faszinierendsten. Lina Kimmich, die Frau von Nationalmannschafts-Kapitän Joshua Kimmich, hält ihr Privatleben konsequent aus dem Rampenlicht. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt hinter der zurückhaltenden Fassade eine bemerkenswerte Lebensgeschichte.

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Denn die Frau, die heute an der Seite eines Weltstars steht, hat einen Weg hinter sich, den ihr vor zehn Jahren niemand zugetraut hätte – sie selbst am allerwenigsten. Werfen wir zunächst einen Blick auf ihr Leben, wie es heute aussieht.

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So lebt Lina Kimmich heute

Mit 34 Jahren hat Lina Kimmich, geborene Meyer, längst ihren eigenen Platz gefunden – und der ist weit mehr als nur „die Ehefrau eines Fußballers". Sie ist ausgebildete Juristin mit abgeschlossenem Staatsexamen, Mutter von vier Kindern und Mitgründerin einer eigenen Stiftung. Eine Frau, die vieles gleichzeitig ist: Partnerin, Mutter, Juristin und Menschenfreundin.

Zwischen 2019 und 2024 bekam das Paar vier gemeinsame Kinder – vier Geburten in nur fünf Jahren, parallel zu einer der intensivsten Phasen im Profifußball ihres Mannes. Wer sich das Familienleben der Kimmichs vorstellt, denkt vielleicht an Luxus und Abgehobenheit. Doch die Realität sieht erstaunlich bodenständig aus: In ihrem Zuhause in München steht auf dem Tisch, was auf deutschen Familientischen eben steht – Hackbraten, Spätzle. Und wenn Joshua einmal frei hat, zieht die ganze Familie zum Wandern los. Kein Jetset, keine Selbstinszenierung, sondern ein überraschend normaler Alltag.

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Dass dieser Alltag so geerdet geblieben ist, hat viel mit Lina selbst zu tun. Was Joshua Kimmich bis heute an seiner Frau besonders schätzt, hat nämlich nichts mit Glamour zu tun – und alles mit Charakter. Es seien das Vertrauen, die Ruhe und die Gelassenheit, die sie ausstrahle, sagte er einmal. Sie sei es, die ihn immer wieder erde, wenn ihm der Trubel über den Kopf zu wachsen drohe, die ihn auf den Boden zurückhole und stets vollkommen ehrlich zu ihm sei. In einer Welt, in der um ihn herum alles laut und schnell geworden ist, wurde Lina zu seinem ruhenden Pol.

Längst ist sie dabei mehr als nur eine stille Begleiterin. Gemeinsam mit ihrem Mann gründete sie bereits 2021 die „Glaub an Dich"-Stiftung, die sich für benachteiligte Kinder und Jugendliche engagiert. Aus dem Engagement ist ein echtes Herzensprojekt geworden: Das Paar unterstützt den Bau eines Kinderschutzhauses in München – eines sicheren Ortes für Kinder, die massive Vernachlässigung, Gewalt oder Missbrauch erlebt haben und nicht mehr bei ihren Eltern bleiben können. „Ich wünsche mir, dass wir es schaffen, ein bisschen etwas im System zu verändern", sagte Lina über ihr Anliegen. Es sind Sätze, die zeigen, dass sie ihre öffentliche Rolle bewusst für etwas Größeres nutzt.

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Lange hatte sich das Paar fast vollständig aus der Öffentlichkeit herausgehalten – besonders, was die Kinder betrifft, deren Namen und Gesichter die Kimmichs bis heute konsequent schützen. Umso bemerkenswerter war ihr Auftritt in der ZDF-Doku „Sportstudio Reportage: Joshua Kimmich – Anführer und Antreiber". Über mehrere Jahre hatte Autor Jan Mendelin den Bayern-Profi und seine Frau mit der Kamera begleitet – und Lina kam darin erstmals ausführlich zu Wort. Entsprechend intim sind die Einblicke: die Kimmichs im Urlaub, zu Hause beim Kochen, Joshua, wie er seine Kinder herzt. Ein Paar, das sein Privatleben sonst eisern für sich behält, öffnete plötzlich die Tür einen Spalt weit.

Was dabei auffällt: Lina spricht offen, nahbar und ohne jede Starallüre – so, als säße man mit einer alten Freundin am Küchentisch, nicht mit der Frau eines Nationalspielers. Genau diese Natürlichkeit ist es, die sie für viele so sympathisch macht.

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Eine Hochzeit, auf die alle gewartet hatten

Auch privat hat das Paar inzwischen den krönenden Schritt gemacht – wenn auch spät. Erst im Juni 2022, nach rund zehn Jahren Beziehung und zu diesem Zeitpunkt bereits als Eltern mehrerer Kinder, gaben sich Lina und Joshua am malerischen Tegernsee das Jawort. Kimmich scherzte später selbst, sein Antrag sei eigentlich längst überfällig gewesen.

Die Feier passte perfekt zu diesem Paar: kein überkandidelter Promi-Rummel, sondern Cordon bleu und Schlagermusik für Familie und Freunde. Trauzeuge war Joshuas Bayern-Kollege Serge Gnabry. Und die Hochzeitsreise auf die Malediven war etwas ganz Besonderes – es war der erste gemeinsame Urlaub ohne Kinder. Ein kleiner Luxus, den sich zwei Menschen gönnten, die ihr Leben ansonsten komplett ihrer Familie widmen.

So präsentiert sich Lina Kimmich heute: angekommen, gefestigt, eine Frau mit Haltung und Mission, an der Seite eines der bekanntesten Sportler des Landes.

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Doch Frau Kimmich sah nicht immer so aus

Doch Frau Kimmich sah nicht immer so aus. Vor zehn Jahren war von all dem – vom Rampenlicht, von der großen Bühne, vom Leben als Spielerfrau – nicht die geringste Spur. Wer die Fotos von damals betrachtet, erkennt zwar dieselbe junge Frau mit demselben ruhigen Lächeln. Und doch liegen zwischen diesen Bildern und ihrem heutigen Leben zwei völlig verschiedene Welten.

Zurück ins Jahr 2014. Leipzig. Ein aufstrebender Verein, ein aufstrebender Spieler – und eine junge Frau, die mit Fußball eigentlich wenig am Hut hatte. Lina, damals 22 Jahre alt, arbeitete im Ticket-Shop von RB Leipzig, um sich ihr Jura-Studium zu finanzieren. Joshua Kimmich, gerade einmal 19, war zu dieser Zeit ein Talent, von dem die große Öffentlichkeit noch kaum Notiz genommen hatte. Von Villa, Luxus oder Weltruhm war das Paar meilenweit entfernt.

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Eines Tages laufen sich die beiden zufällig über den Weg, kommen ins Gespräch – und von Schmetterlingen oder großen Gefühlen ist zunächst keine Spur. „Es war nicht Liebe auf den ersten Blick", erinnerte sich Lina in der ZDF-Doku. Man habe sich getroffen, gut verstanden, miteinander gelacht. Es war keine Liebe auf den ersten Blick – aber beim zweiten Blick ging dann alles ziemlich schnell. Was sie damals für ihn einnahm, war nicht der Glanz eines künftigen Weltstars, sondern etwas viel Bodenständigeres: sein Humor. Dass sie miteinander lachen konnten, gab für sie den Ausschlag.

Besonders bezeichnend ist, woran Lina damals glaubte – oder eben nicht glaubte: an eine gemeinsame Zukunft. Niemand konnte 2014 absehen, wie Kimmichs Karriere verlaufen würde, zu welchem Verein er als Nächstes wechseln, in welcher Stadt er als Nächstes leben würde. Eine Profikarriere ist unberechenbar. Lina ging nicht davon aus, dass die Beziehung von Dauer sein würde. Es war der Beginn von etwas, das sie selbst für vorübergehend hielt.

Das ist vielleicht das Berührendste an diesem frühen Kapitel: Hier verliebte sich keine Frau in einen Star. Hier mochte eine junge Studentin einen jungen Mann, der sie zum Lachen brachte – ganz ohne Rampenlicht, ganz ohne die Gewissheit, dass daraus einmal ein gemeinsames Leben werden würde.

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Der Umzug, der alles veränderte

Dann ging alles schnell. 2015 wechselte Joshua Kimmich zum FC Bayern München – jener Schritt, der seine Karriere endgültig auf die große Bühne hob. Für das junge Paar bedeutete das eine Entscheidung: Wie geht es weiter, wenn plötzlich Hunderte Kilometer zwischen zwei Menschen liegen?

Lina entschied sich für die Liebe. Sie bestand nicht darauf, in Leipzig zu bleiben, sondern war bereit, den Weg mit ihm zu gehen. Eine Zeit lang führten die beiden eine Fernbeziehung, während Lina ihr Jura-Studium konsequent zu Ende brachte und ihr Staatsexamen ablegte – ein Detail, das viel über ihren Charakter verrät. Sie gab ihren eigenen Weg nicht auf, nur weil der Mann an ihrer Seite im Begriff war, berühmt zu werden.

Für Joshua Kimmich war genau diese Haltung ein Geschenk. Dass Lina ihre Wurzeln nicht über alles stellte und bereit war, zu ihm zu ziehen, rechnete er ihr hoch an. In München festigte sich, was in Leipzig fast beiläufig begonnen hatte. Aus zwei jungen Menschen, die miteinander gelacht hatten, wurde ein Paar, das zusammen ein Leben aufbaute – Schritt für Schritt, fernab der Schlagzeilen.

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Es waren diese ersten gemeinsamen Jahre, die das Fundament für alles Spätere legten. Während Joshua beim FC Bayern zum unverzichtbaren Leistungsträger und schließlich zum Kapitän der Nationalmannschaft aufstieg, blieb Lina sein Ruhepol im Hintergrund – diejenige, die dafür sorgte, dass bei allem Erfolg das Private nie unterging. Wer die Bilder aus dieser Zeit sieht, erkennt ein Paar, das sichtlich bodenständig geblieben ist, obwohl sich um die beiden herum eine völlig neue Welt auftat.

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Dieselbe Frau – und doch eine ganz neue

Legt man die beiden Lebensabschnitte nebeneinander, erkennt man die eigentliche Pointe dieser Verwandlung. Aus der 22-jährigen Studentin, die nebenbei Tickets verkaufte und nicht an eine gemeinsame Zukunft glaubte, ist eine Juristin, Mutter und engagierte Stifterin geworden. Aus einer Fernbeziehung mit ungewissem Ausgang wurde eine Ehe mit vier Kindern. Aus einem Talent aus Leipzig wurde der Kapitän der Nationalmannschaft – und aus einem beiläufigen Lachen im Ticket-Shop die große Konstante in seinem Leben.

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Und trotzdem: Wer genau hinsieht, erkennt, dass sich das Wichtigste gar nicht verändert hat. Es sind noch immer das Vertrauen, die Ruhe und die Bodenständigkeit, die Lina Kimmich ausmachen – genau die Eigenschaften, in die sich Joshua damals verliebte. Der Rahmen um ihr Leben hat sich komplett gewandelt. Der Kern ist derselbe geblieben.

Über ihr heutiges Leben – so anders, als sie es sich als junge Frau ausgemalt hatte – hat Lina einmal einen Satz gesagt, der ihre ganze Geschichte zusammenfasst: „Ich hab mir mein Leben nicht so vorgestellt, aber ich bin froh, dass es so gekommen ist." Vielleicht ist das die schönste Verwandlung von allen: eine, bei der jemand alles erreicht – und dennoch ganz bei sich bleibt.

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