
„Natürlich könnte er auch geschubst worden sein": Die letzten Minuten von Lara Joy Körners Sohn auf Video
Über 300 Menschen nahmen am Donnerstag Abschied von Remo Pollert. Kurz danach offenbarte sein Vater Details, die zeigen, wie seine letzte Nacht wirklich verlief – und welche Fragen bis heute offen bleiben.
Am 22. Mai wurde Remo Pollert auf dem Friedhof München-Bogenhausen beigesetzt. Mehr als 300 Menschen kamen – Freunde, Mitschüler, Lehrkräfte. Der 19-jährige Sohn von Schauspielerin Lara Joy Körner war am 9. Mai nach einer Partynacht tot in der Isar gefunden worden. Nun verabschiedete sich München von ihm.
Am Grab lief Techno-Musik, ganz nach Remos Leidenschaft. Seine Freunde hatten den Eichensarg mit persönlichen Botschaften bemalt, sein weißes Hemd bunt bestickt. Remos Vater und seine Geschwister trugen den Sarg gemeinsam aus der Kirche.
Lara Joy Körner hielt eine Trauerrede, die viele zu Tränen rührte:
„Ich habe so viel gelernt, diesen Satz höre ich jetzt von so vielen. [...] Remo, du hast ein krasses Loch hinterlassen. Und uns gleichzeitig so viel Liebe hinterlassen, dass wir aus diesem Loch wieder rauskommen."
Doch hinter dem Abschied stehen noch immer offene Fragen – über die Nacht, in der Remo starb. Sein Vater Heiner Pollert gab gegenüber BILD erstmals Details preis, die zeigen, wie nah das Unglück an einem ganz normalen Abend lag.
Überwachungsaufnahmen aus dem Club Blitz, in dem Remo gefeiert hatte, zeigen ihn kurz vor seinem Tod. Pollert beschrieb, was er auf den Bildern sah:
„Auf den Bildern aus der Überwachungskamera des Clubs habe ich gesehen, wie Remo um 4 Uhr früh sein Bier an der Garderobe abstellt, so ein bisschen versteckt, damit er es später wieder holen kann. Dann geht er im T-Shirt nach draußen. Seine Jacke mit dem Handy hat er im Club hängen lassen."
Das Bier wollte er später holen. Die Jacke hing noch im Club. Remo plante, zurückzukommen.

Lara Joy Koerner und ihr Sohn Neo Ariel sowie Remo bei der Premiere von Circus Roncallis „Storyteller – Gestern – Heute – Morgen" am 12. Oktober 2019 in München, Deutschland. | Quelle: Getty Images
Was dann passierte, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Die Kameras auf dem Vorplatz liefen nicht. Es gibt keine Zeugen. Wie Remo von der Clubtür bis zur Isar gelangte, liegt im Dunkeln.
Pollert vermutet, dass sein Sohn zu einem kleinen Vorsprung nahe der Ludwigsbrücke gegangen war:
„Vielleicht ist ihm dort schwindelig geworden. Natürlich könnte er auch geschubst worden sein. Aber wer sollte das tun und warum? Die Polizei hat keine Fremdeinwirkung feststellen können."
Die Polizei geht von einem tragischen Unfall aus. Doch für einen Vater, der die letzten Sekunden seines Sohnes auf einem Überwachungsvideo gesehen hat, reicht das nicht, um Frieden zu finden.
Die Obduktion lieferte zumindest eine Erklärung für den Todesmechanismu:
„Die Obduktion hat ergeben, dass er sich das Becken gebrochen hat und einen Lendenwirbel. Von den Schmerzen ist er wahrscheinlich bewusstlos geworden und dann ertrunken. Man hat ihn kopfüber im Wasser gefunden."
Remo wurde am Morgen des 9. Mai um 9.45 Uhr von einer Passantin leblos in der Isar an der Ludwigsbrücke entdeckt. Er wurde 19 Jahre alt. An der Stelle, wo er gefunden wurde, haben Freunde einen Gedenkort errichtet – mit Blumen, Briefen und Erinnerungsstücken.
Am Friedhof München-Bogenhausen hat er nun seine letzte Ruhe gefunden – im Grab seines Stiefgroßvaters Werner Kreindl. Wie genau es in jener Nacht dazu kommen konnte, bleibt offen.
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