
Deutsche Familie kommt bei Flugzeugabsturz in Namibia nur wenige Minuten vor der Landung ums Leben – ehemaliger Kaufland-Manager, seine Frau und ihr 19-jähriger Sohn identifiziert
Was als Traumurlaub in einer der schönsten Landschaften der Welt begann, endete in einer Tragödie, die eine ganze Region in Trauer versetzt hat. Eine Familie aus Baden-Württemberg kommt bei einem Flugzeugabsturz in Namibia ums Leben – nur Minuten vor der geplanten Landung.
Sossusvlei gilt als eines der beeindruckendsten Naturwunder Afrikas. Die roten Sanddünen, die zu den höchsten der Welt zählen, ziehen jedes Jahr Tausende Touristen in das südwestafrikanische Land. Für eine Familie aus Bad Rappenau im Landkreis Heilbronn sollte es der Höhepunkt einer Reise werden – ein letzter Rundflug über die berühmte Wüstenlandschaft, bevor sie auf der Lodge landen würden.
Doch nur fünf Minuten trennten die deutsche Familie noch vom sicheren Boden, als das Signal der Cessna 210 plötzlich abbrach. Nach Angaben der namibischen Flugunfallbehörde ging das Flugzeug in Flammen auf und brannte vollständig aus. Überlebende gab es nicht. An Bord waren drei deutsche Touristen – ein Unternehmerpaar aus dem Landkreis Heilbronn und sein Sohn – und der deutsche Pilot, der für Desert Air arbeitete.
Die Familie war am Sonntag vom internationalen Flughafen der namibischen Hauptstadt Windhuk abgeflogen. Der Kleinflieger sollte etwa eine Stunde später auf der privaten Landebahn einer Lodge in der Gegend Sossusvlei landen. Desert Air verfolgte das Flugzeug per Tracker – bis das Signal plötzlich abbrach.

Internetnutzer reagieren auf die erschütternde Nachrichten | Quelle: facebook.com/share/p/17UN2jaoTY/
Ermittler gehen davon aus, dass in diesem Moment der Absturz geschah. Das Wrack wurde erst am Montagmorgen in der Hardap-Region entdeckt. Namibische Behörden leiteten eine offizielle Untersuchung der Unfallursache ein. Die Ursache des Absturzes ist bislang unbekannt.
Wie jetzt bekannt wurde, handelt es sich bei den verunglückten Passagieren um Silke Lohmiller (61), Ex-Geschäftsführerin der Dieter-Schwarz-Stiftung, ihren Mann Richard (66), früherer Kaufland-Manager, und ihren Sohn Henry (19). Der Tod der Familie aus Bad Rappenau wurde von der Dieter-Schwarz-Stiftung am Montag bestätigt.
Silke Lohmiller war über vier Jahrzehnte eine prägende Führungspersönlichkeit der Schwarz Unternehmensgruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören. Seit ihrem Eintritt im Jahr 1984 übernahm sie wachsende Verantwortung – unter anderem für den Aufbau des Tip Werbeverlags.
Ab 2015 leitete sie die Geschäftsführung der Dieter-Schwarz-Stiftung und verantwortete dort bis zu ihrem Ausscheiden den Bereich Bildung. Ihr Mann Richard Lohmiller war 40 Jahre lang bei Kaufland tätig, zuletzt als Vorstand und Deutschlandchef. Beide galten als eng mit Firmengründer Dieter Schwarz verbunden.

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Noch 2025 war Silke Lohmiller in den Ruhestand getreten und hatte ihr Amt als Geschäftsführerin niedergelegt. In ihrem Abschiedsinterview bei „Wissensstadt Heilbronn" sagte sie, sie wolle künftig „Dinge tun, die mir Spaß machen, mit Menschen, die ich mag." Endlich sollte mehr Zeit für die Familie bleiben. Umso tragischer ist es, dass ausgerechnet der gemeinsame Urlaub mit einem tödlichen Flugzeugabsturz endete.
Desert-Air-Chef Willem de Wet äußerte sich tief erschüttert. Alle bei Desert Air seien zutiefst getroffen, das Unternehmen spreche den Familien, Freunden und Angehörigen sein tiefstes Mitgefühl aus.

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Die Dieter-Schwarz-Stiftung würdigte Silke Lohmiller in einer Stellungnahme als herausragende Persönlichkeit. Vorsitzender Geschäftsführer Prof. Reinhold R. Geilsdörfer sagte:
„Wir trauern nicht nur um eine geschätzte Kollegin, sondern um einen besonders warmherzigen Menschen, den wir sehr vermissen werden."
Auch aus der Region Heilbronn kamen bewegende Reaktionen. Oberbürgermeister Harry Mergel zeigte sich erschüttert von der Nachricht. Silke und Richard Lohmiller seien „Impulsgeber, Wegbegleiter und vor allem treue Freunde fürs Leben über Jahrzehnte hinweg."
„Wir haben drei besondere und wunderbare Menschen verloren", sagte er gegenüber der Heilbronner Stimme. Die Familie habe gemeinsam noch so viele Pläne gehabt. „Umso grausamer und unwirklich ist diese Tragödie."
Auch Bad Rappenaus Oberbürgermeister Sebastian Frei äußerte sich betroffen. Die Familie sei im Stadtleben präsent und sehr geschätzt gewesen. Die Nachricht habe zu großer Bestürzung und Trauer geführt.
Drei Menschen, die mitten im Leben standen – ein Paar, das gerade den Ruhestand genoss, und ein 19-jähriger Sohn. Was sie zu dieser Reise trieb, war die Lust auf Abenteuer und gemeinsame Zeit. Was bleibt, ist ein Verlust, den eine ganze Region betrauert.
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