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Mutter trifft Sohn am Friedhof und fragt, warum er da ist, "ich weiß nicht, wer du bist", antwortet er

Frida Kastner
10. Mai 2022
19:40
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Georg und Patricia waren eines Tages auf dem Friedhof, nur um dort jemanden zu finden, der genauso aussieht wie ihr Sohn. Sie waren überrascht, als der Mann sie nicht erkannte.

Georg und Patricia hatten früh eine Familie gegründet. Sie waren in ihren 50ern und hatten ihre Zwillinge vor 27 Jahren bekommen. Zu jener Zeit hatte Patricia eine gesunde Schwangerschaft gehabt. Da es Zwillinge waren, bekam Patricia ihre gesunden Jungen in der 37. Woche und nannte sie Roy und Patrick.

Während der Geburt dabei waren Patricias Bettnachbarin Nina und deren Ehemann, der Gynäkologe Dr. Arnold Fürth. Er half dabei, die beiden Jungs zur Welt zu bringen und brachte sie ins Säuglingszimmer, während Patricia sich mit Nina im Zimmer erholte.

Georg und Patricia nahmen nur einen lebendigen Sohn vom Krankenhaus heim, Roy. | Quelle: Pexels

Georg und Patricia nahmen nur einen lebendigen Sohn vom Krankenhaus heim, Roy. | Quelle: Pexels

Während Patricia ihre Zwillinge besuchen konnte, verließ Nina nie ihr Zimmer. Dies kam Patricia seltsam vor, aber sie dachte sich nichts weiter dabei, da sie damit beschäftigt war, sich um ihre zwei Jungen zu kümmern.

Leider kam Dr. Fürth zwei Tage später mit schlechten Neuigkeiten ins Zimmer. "Es tut mir leid, Patricia, es tut mir leid, Georg, aber Patrick ist an einer seltenen, ansteckenden Infektion gestorben. Wir haben unser Bestes versucht, ihn wiederzubeleben, aber er war einfach nicht stark genug. Er hat es nicht geschafft. Mein Beileid", sagte er.

Georg und Patricia standen unter Schock. Patricia hatte Patrick noch wenige Stunden zuvor gehalten und er hatte gesund ausgesehen. "Ich verstehe nicht. Vor ein paar Stunden lag er noch in meinem Arm. Es ging ihm gut", sagte sie verwirrt.

"Sie müssen sich irren. Wie hätte er einfach an einer seltenen Infektion sterben können? Warum haben wir das nicht kommen sehen? Warum hat man es nicht verhindert?", fragte Georg. Sie hatten so viele Fragen, aber der Arzt konnte einfach keine davon beantworten. Er entschuldigte sich bloß weiter. "Wo ist er? Ich will ihn sehen! Ich will meinen Sohn sehen!", flehte Patricia und versuchte, das Bett zu verlassen. Dr. Fürth bat das Pflegepersonal zu versuchen, sie zurückzuhalten.

"Leider dürfen wir Sie keinem Risiko aussetzen, weil die Infektion ansteckend ist. Es könnte für Sie und Ihren Sohn Roy fatal sein. Er wird derzeit in der Leichenhalle isoliert", erklärte der Arzt.

"Nein! Das ist unmöglich! Ich fordere Beweise! Mein Sohn kann nicht tot sein, er war vollkommen gesund!", schrie Patrizia schluchzend. Georg weinte ebenfalls und versuchte sein Bestes, seine Frau zu trösten.

"Mein Beileid", wiederholte Dr. Fürth, "man wird Ihnen seine Überreste übergeben, sobald er aus der Leichenhalle entlassen wird."

Patricia und Georg besuchten das Grab Patricias verstorbener Mutter, als sie dachten, sie hätten Roy getroffen. | Quelle: Pexels

Patricia und Georg besuchten das Grab Patricias verstorbener Mutter, als sie dachten, sie hätten Roy getroffen. | Quelle: Pexels

Bei all diesem Trubel saß Nina leise im selben Zimmer. Auch sie versuchte Patricia zu trösten und das brachte diese zum Reden.

"Ich dachte, im Krankenhaus werden Leben gerettet? Wie konnten die mein armes Baby einfach sterben lassen? Es ist nicht möglich, dass er krank war. Er war absolut gesund", sagte Patricia, sie weinte noch immer.

"Es tut mir leid, Patricia. Ich weiß, dass das schwer sein muss. Sei sicher, dass dein Sohn in Frieden ruht und keinen Schmerz mehr spürt. Du musst stark bleiben, für Roy", sagte sie.

An jenem Tag tröstete Nina Patricia, die begriff, dass, obwohl sie Nina nie mit ihrem Kind gesehen hatte, sie Mitgefühl für sie empfunden hatte, weil sie beide Mütter waren.

Als Patricia aus dem Krankenhaus entlassen wurde, nachdem Patricks Überreste freigegeben worden waren, sah sie Nina nie wieder. Sie hatte Ninas Baby nie gesehen und hegte immer einen Groll gegen Dr. Fürth wegen dem, was ihrem Sohn zugestoßen war.

Doch sie ging diesem Groll nie nach, weil sie sich anständig um Roy kümmern wollte. Stattdessen hielten sie, Georg und Roy eine ruhige Trauerfeier für Patrick zu Hause ab. Da sie ihm immer nah sein wollten, beschlossen sie, seine Urne zu Hause zu behalten.

27 Jahre später lebten Georg und Patricia mit ihrem Sohn Roy in Weimar. Sie hatten ein wunderschönes Haus am Wald und standen sich sehr nahe.

Patricia und Georg hießen Steven bei sich willkommen, um die Wahrheit zu erfahren. | Quelle: Pexels

Patricia und Georg hießen Steven bei sich willkommen, um die Wahrheit zu erfahren. | Quelle: Pexels

Jeden Monat besuchten sie Patricias verstorbene Mutter Svenja auf dem Friedhof. In jenem Monat war Roy jedoch auf einer wichtigen Geschäftsreise in Norddeutschland.

Nachdem sie an jenem Tag Blumen auf Svenjas Grab gelegt hatten, waren Georg und Patricia überrascht, einen Mann in der Nähe des Grabes zu sehen, der genauso aussah wie Roy. "Roy! Was tust du hier? Ich dachte, du musst arbeiten?", sagte Patricia überrascht.

Der Mann sah sie verwirrt an. "Tut mir leid, aber wer sind Sie? Mein Name ist nicht Roy, ich heiße Steven", erwiderte er.

"Es ist nur.. Sie sehen genauso aus wie mein Sohn, Roy, und er sollte einen Zwillingsbruder haben, aber der starb kurz nach der Geburt. Das ist so seltsam. Entschuldigen Sie die Störung", sagte Patricia und klammerte sich an Georg, weil sie fühlte, wie ihre Knie weich wurden. Er und Roy sahen identisch aus. Wie konnte das sein?, dachte sie bei sich.

"Nun, Sie müssen mich mit jemandem verwechseln, den ich besuche das Grab meiner kürzlich verstorbenen Mutter", erwiderte er.

"Ist sie das?", fragte Patricia und deutete auf das Foto, das er in der Hand hielt. Er nickte und hielt ihr das Foto hin.

Patricia war überrascht, ein bekanntes Gesicht zu sehen. Sie hatte Nina das letzte Mal vor 27 Jahren gesehen, aber sie erkannte sie. So viele Gedanken rauschten ihr durch den Kopf, dass sie keuchte. Wie konnte Steven genau aussehen wie Roy, wenn er Ninas Sohn war? Wieso habe ich Nina nie mit ihrem Sohn im Krankenhaus gesehen? Wie kam es, dass ihr Mann mir plötzlich sagte, mein Sohn sei gestorben?

Sie wandte sich Georg zu, ehe sie sich mit schreckensbleichem Gesicht wieder zu Steven umdrehte. "Das.. das ist meine Bettnachbarin Nina. Ich habe sie zuletzt vor 27 Jahren im Krankenhaus gesehen, als ich meine beiden Söhne bekam", sagte sie zitternd, "Georg, es kann nicht sein..." Sie umklammerte seinen Arm noch fester.

Sie schlossen, dass Dr. Fürth ein Verbrechen begangen hatte, als er sie bezüglich des Todes von Patrizias Kind anlog. | Quelle: Pexels

Sie schlossen, dass Dr. Fürth ein Verbrechen begangen hatte, als er sie bezüglich des Todes von Patrizias Kind anlog. | Quelle: Pexels

Da wollte auch Georg wissen, was los war. Er sah, dass Steven langsam genervt wurde, also beschloss er, ihm seine Visitenkarte zu geben. "Würden Sie vielleicht einmal zu uns kommen wollen? Er ist nur.. ich möchte Sie nicht beunruhigen, aber es gibt ein paar Zufälle, die uns das seltsame Bauchgefühl geben, dass Sie unser Sohn sind. So seltsam das klingt", sagte er.

Plötzlich sah Steven Patricia und Georg an. Er erkannte einige Ähnlichkeiten zwischen den beiden und ihm selbst, die er nicht missachten konnte, nun, da er sie ansah. Er selbst wollte Antworten, also nahm der von Georg die Visitenkarte. Er und Patricia nahmen dies als ihr Stichwort, nach Hause zu gehen.

Einige Tage später kam Steven zu ihnen, gebannt, die Wahrheit zu erfahren. Er hatte selbst recherchiert und angefangen, die Puzzleteile zusammenzusetzen. "Als ich 13 war, habe ich unabsichtlich herausgefunden, dass meine Eltern nicht meine leiblichen Eltern waren. Mama hat dann irgendwann zugegeben, dass ich adoptiert wurde. Ich bin jetzt 27", sagte er.

"Nun, Steven, ich habe vor 27 Jahren Zwillinge bekommen. Hier sind die Dokumente, die Geburtsurkunden und Fotos meines Sohnes Roy und seinem Zwillingsbruder. Wir hatten ihn Patrick genannt", erklärte sie und breitete die Papiere auf dem Tisch aus.

"Ich habe von meinen Eltern nie die Wahrheit erfahren, weil sie nie darüber sprechen wollten. Papa starb, als ich 12 war und meine Mutter eben vor einigen Wochen. Ich weiß nur, dass meine Mutter eine Todgeburt hatte."

"Die Frau auf dem Foto, das du dabeihattest, das war meine Bettnachbarin Nina. Ich habe sie in den drei Tagen im Krankenhaus nie mit ihrem Kind gesehen. Sie hat das Zimmer nicht einmal verlassen, um ihr Baby zu füttern oder auch nur anzusehen", berichtete Patricia, "du siehst genauso aus wie Roy. Nina war meine Bettnachbarin und ist deine Adoptivmutter. Und du bist 27..."

Als sie die Sache nach und nach zusammensetzten, wurden sie still. Sie verstanden alles genau. Nina hatte eine Todgeburt gehabt, weshalb sie im Krankenhaus war. Sie und ihr Mann, Dr. Fürth, hatten beschlossen, eines von Patricias und Georgs Kindern zu stehlen, um es als ihr eigenes großzuziehen. Die Überreste, die man Patricia und Georg gegeben hatte, waren die des todgeborenen Kindes.

Zum ersten Mal seit ihrer Geburt würden Roy und Steven sich wiedersehen. | Quelle: Pexels

Zum ersten Mal seit ihrer Geburt würden Roy und Steven sich wiedersehen. | Quelle: Pexels

Stevens Herz war gebrochen. Er fühlte sich, als sei sein ganzes Leben eine Lüge. "Ich habe mich immer geliebt gefühlt, aber ich hätte nie gedacht, dass sie mich so belügen könnten. Ich hatte immer das Gefühl, ein Teil von mir fehle. Jetzt weiß ich, warum", schluchzte er.

Dann umarmte er Patricia und Georg, die ebenfalls weinten. Sie hatten sich danach gesehnt, ihren Sohn wieder in den Armen zu halten und konnten nicht fassen, dass er tatsächlich bei ihnen zu Hause war.

"Ich würde euch so gerne kennenlernen. Meine echte Familie", sagte Steven, als sie sich aus der Umarmung lösten.

"Natürlich, Liebling. Das ist alles, was wir wollen", schniefte Patricia tränenreich. Sie zog Steven in eine erneute Umarmung und hielt ihn einige Sekunden fest.

Als Roy von seiner Geschäftsreise heimkam, beschlossen sie alle, als Familie einen DNA-Test zu machen. Die Ergebnisse waren 100% positiv und bestätigten, dass Steven Teil ihrer Familie war. Er beschloss, seinen Namen zu Steven Patrick zu ändern, um die Namen zu vereinen, die ihm seine Adoptiveltern und Patricia und Georg bei der Geburt gegeben hatten.

Roy und Steven verstanden sich so gut, als hätten sie sich ihr gesamtes Leben gekannt. Die glückliche Familie verbracht die meiste Zeit damit, zu lächeln, auf Ausflüge zu fahren und sich gegenseitig Geschichten zu erzählen.

Was können wir von dieser Geschichte lernen?

  • Es ist nie zu spät für einen Neuanfang. Steven hätte nie gedacht, dass er seine leiblichen Eltern finden würde, aber ein Zufallstreffen erlaubte es ihm, sie zu treffen und mit ihnen neu anzufangen.
  • Lügen haben kurze Beine. Nina und Arnold kamen zwar mit ihrem Verbrechen davon, aber Steven fand schließlich seinen Weg zu seiner leiblichen Familie.

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Dieser Bericht wurde von einer Geschichte unserer Leser inspiriert und von einem professionellen Autor geschrieben. Jegliche Ähnlichkeit mit tatsächlichen Namen und Orten ist reiner Zufall. Alle Bilder dienen ausschließlich dem Zwecke der Illustration. Erzähl uns deine Geschichte; vielleicht wird sie das Leben eines anderen Menschen verändern. Wenn du deine Geschichte mit uns teilen möchtest, schicke sie bitte an info@amomama.com.

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