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05. Oktober 2021

Das Leben von Angie Dickinsons Tochter Nikki: 10 Jahre Krankenhaus und von ihrer Angst eingesperrt zu sein zerstörte sie

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Angie Dickinsons einzige Tochter litt an schwerer psychischer Krankheit, aber es war der Kommentar einer*s Psychiater*in über das Schicksal ihrer Mutter, dass sie eine Spirale der Angst versetzte, der sie nie entkam.

1965, etwa 7 Jahre, nachdem der mehrfach ausgezeichnete Musiker Burt Bacharach und die Schauspielerin Paula Stewart sich scheiden ließen, heiratete er Angie Dickinson, den Star aus "Police Woman". Sie blieben 15 Jahre lang zusammen, standen jedoch großen Herausforderungen gegenüber.

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EIN KIND BEKOMMEN

Die Probleme begannen im Sommer 1966, als ihre Tochter geboren wurde. Lea Nikki, meist Nikki genannt, kam 3 Monate zu früh.

Da sie nur 700 Gramm wog, glaubte kaum jemand, dass Nikki überleben würde. Auch Dickinson nicht, die 2 wegen einer Infektion Wochen im Krankenhaus blieb und beschloss, Nikki nicht zu besuchen, damit sie nicht die Erinnerungen an die Kleine hätte "um sie dann zu verlieren."

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Doch nach den 2 Wochen war Nikki noch am Leben, also besuchten Dickinson und Bacharach sie täglich. Niemand durfte sie jedoch anfassen, um das Kind vor Krankheiten zu schützen.

Dickinson wies einmal daraufhin, dass Mediziner*innen in den 60ern die Relevanz von Hautkontakt nach der Geburt ignorierten. Sie glaubt, dass ein Kind, das in den ersten Monaten nie berührt wird oder eine liebevolle Stimme hört, sich niemals "real" oder "mit etwas verbunden" fühlen wird.

Zum Glück konnte Nikki nach 3 Monaten das Krankenhaus verlassen. Obwohl sie nur 2,5 Kilogramm wog, wirkte sie wie ein normales Kind und entwickelte sich "wunderbar". Vor ihrem ersten Geburtstag jedoch bemerkten Dickinson und Bacharach einige besorgniserregende Anzeichen.

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NICHT DIAGNOSTIZIERTE MENTALE PROBLEME

Die Schauspielerin erklärte, dass Nikki schielte, nicht sprach, bis sie drei Jahre alt war und Bäume oder den Himmel anstarrte in einem Zustand, den Dickinson als meditativ interpretierte.

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Während Nikki klare Entwicklungsprobleme hatte, war sie ein Naturtalent in physischen Aktivitäten wie Reiten, Turnen, Ballet, Tauchen und Schwimmen. Dickinson fügte hinzu:

"Mit nur 4 Jahren konnte sie wie ein Wunderkind Klavier spielen. Sie dachte sich Stücke mit schnellen Rhythmen und Noten aus, die gut zusammen passten."

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Dickinson ging größtenteils davon aus, dass Nikki "ganz normal" war und die obsessiven Dinge, die sie tat oder die Unfähigkeit, mit bestimmten Situationen umzugehen, bloß "Schwierigkeiten" waren.

Tatsächlich hatte Nikki das Asperger-Syndrom, aber niemand wusste das. In den frühen 70ern waren geistige Krankheiten nicht so bekannt wie heute und, obwohl das Asperger-Syndom 1944 das erste Mal beschrieben wurde, wurde es erst Mitte der 90er anerkannter.

Krankenhausaufenthalte werden nicht als Behandlungsmethode für Aspergers verschrieben und es zerstörte sie.

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Manche Mediziner*innen glaubten, Nikki habe Autismus, aber ihre Eltern konnten das nicht glauben, weil sie ziemlich gut mit allem umging und sie nie jemanden getroffen oder von jemandem gehört hatten, der dieselben Schwierigkeiten hatte.

Bacharach und Dickinsons Beziehung verschlechterte sich mit der Zeit, weil er untreu war. Nikkis Krankheit machte es nicht leichter. Nach 11 gemeinsamen Jahren trennten sie sich 1976.

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EINGEWIESEN WERDEN

Als Nikki 14 war, dachte Bacharach, dass sie einige Zeit fern ihrer Mutter bräuchte, um zu gesunden. Er überzeugte Dickinson und 1983 schickten sie ihre Tochter in das Constance Bultman Wilson Center in Minnesota.

Zuvor überzeugte Dickinson Nikki von der Idee, indem sie ihr erzählte, dass alle Kinder irgendwann für die Schule fortgehen müssen. Nach einigen Wochen im Wilson Center rief Nikki ihre Mutter an und sagte, dies sei keine Schule sondern ein Krankenhaus.

Damals hatte eine*r der Psychiater*innen Dickinson auf einen langen Aufenthalt vorbereitet, da viele Patient*inne n zwischen 9 Monaten und einem Jahr blieben, ehe es ihnen besser ginge. Nikki blieb für 10 Jahre.

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Obwohl Bacharach und Dickinson glaubten, dass die Zeit im Krankenhaus Nikki half, war es tatsächlich die schlimmste Entscheidung, die sie hätten treffen können. Krankenhausaufenthalte werden nicht als Behandlungsmethode für Aspergers verschrieben und es zerstörte sie.

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Dickinson gestand, dass ihr ex-Mann keine "wahre Verbindung" mit seiner Tochter hatte, weil er sie bloß für eine schwieriges Kind und Dickinson für eine schlechte Mutter hielt, weil sie ihre Tochter zu sehr verwöhnte.

Sie zwangen sie auch zum Autofahren, aber sie fuhr zwei Wagen zu Schrott.

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Bacharach ahnte auch nichts von Nikkis psychischen Problemen. Er gab irgendwann zu, dass es ihm "schrecklich leid" täte. Er hätte sich anders verhalten, hätte er etwas davon gewusst. Er sagte:

"Alles, was ich getan habe, war zu versuchen, ihr mit guter Therapie zu helfen. Es war Aspergers Autismus. Niemand erkannte das damals wirklich. Oder wenn es jemand tat, sprach niemand davon."

Nikki fiel es schwer, Bacharach zu verzeihen. Obwohl er versuchte, in ihr Leben zurückzukehren, hegte sie einen Groll und ließ es nicht zu. An Emotionen festzuhalten und sie nicht gehen zu lassen sind auch Aspekte des Syndroms.

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NIKKI IM WILSON CENTER

Obwohl Nikki im Wilson Center Freunde fand und einige Jobs ausüben konnte, versuchten die Psychiater*innen, sie in eine andere Person zu verwandeln und das war verheerend für sie.

Wenn sie daheim war, duschte sie ewig und schrubbte sich wie besessen den Körper. Im Center durfte sie nur kurz duschen, also hörte sie auf, sich das Haar zu waschen.

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Nach vielen Jahren der Versuche, sie dazu zu bringen, ihr Haar zu waschen, schnitt man es ihr schließlich ab, weil es "praktischer" war. Sie zwangen sie auch zum Autofahren, aber sie fuhr zwei Wagen zu Schrott.

Nikkis Leben geriet außer Kontrolle, nachdem ein*e Psychiater*in ihr sagte, dass Dickinson eines Tages sterben würde und Nikki sich um sich selbst kümmern würden müsste.

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NIKKIS LETZTE JAHRE

Nachdem sie das Center verließ, studierte Nikki Geologie an der Cal Lutheran in Thousand Oaks. Wegen ihres geringen Sehvermögens (eine Nachwirkung ihrer Frühgeburt), konnte sie nur einen Kurs pro Semester belegen.

2000 schickte Dickinsons Schwester ihr einen Artikel über das Asperger-Syndrom und sagte, es känge genau wie Nikki. Mit dieser Information ging Dickinson mit Nikki zur Universität UCLA in Los Angeles, wo sie schließlich die Diagnose Asperger erhielt.

Leider half es nicht viel, denn Nikkis Zustand war bereits deutlich schlimmer geworden. Laute Geräusche – wie Helikopter, Rasenmäher, Motorräder – waren zu viel für sie, ebenso die Furcht vor Dickinsons Tod.

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Schließlich erkannte Dickinson, dass sie aufhören musste zu arbeiten, um Nikki wahren Frieden zu geben und sie begannen, die Welt zu bereisen und wunderschöne Erinnerungen zu sammeln.

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Im Januar 2007 starb Nikki durch Suizid in ihrer Wohnung in Thousand Oaks. Sie war erst 40 Jahre alt. Dickinson, heute 89, sagte, die Welt sei "zu rau" für ihre Tochter gewesen. Ruhe in Frieden, Nikki.

Bei Sorgen oder psychischen Problemen erreichen Sie die deutsche Telefon Seelsorge unter 0800-111-0-111.

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Die Informationen in diesem Artikel stellen keinen Ersatz für professionellen ärztlichen Rat, eine Diagnose oder eine Behandlung dar. Alle Inhalte, inklusive Text und Bildern, die in AmoMama.de enthalten sind oder durch AmoMama.de zugänglich sind, dienen lediglich der allgemeinen Information. AmoMama.de übernimmt keinerlei Verantwortung für jegliche Handlungen, die als Resultat des Lesens dieses Artikels unternommen werden. Bevor Sie sich irgendeiner Behandlung unterziehen, konsultieren Sie ihren medizinischen Leistungsanbieter.