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EntertainmentAnekdote

10. August 2021

Ich beherbergte eine Obdachlose, die ihren Namen vergessen hatte, später klopfte es an meine Tür – Story eines Abonnenten

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Ich fand Marie und ihren Sohn, als sie verloren auf der Straße lebten. Ich wusste, dass ich ihnen helfen musste, ahnte jedoch nicht, dass sie mein Leben für immer verändern würden...

Ich traf sie an einem kalten Herbstmorgen. Ich hatte gerade mein Auto auf dem Prakplatz vorm Büro in der Innenstadt geparkt, da entdeckte ich diese junge Frau mit ihrem 2-jährigen Sohn. Sie saßen auf dem Bürgersteig.

Die Frau sah so verwirrt aus. Als wären die beiden erst vor 5 Minuten auf unserem Planeten abgesetzt worden. Normalerweise achte ich nicht besonders auf andere Menschen, wenn ich unterwegs bin, aber als ich an den beiden vorüberging, zog irgendetwas meine Aufmerksamkeit auf sich.

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Ich weiß nicht, ob es ihre Schönheit war oder die Tatsache, dass sie so verloren aussah, oder nichts von beiden – es gab da diese Anziehung und ich wusste, ich musste helfen. Irgendwie.

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"Guten Morgen, liebe Frau. Geht es Ihnen und Ihrem Kind gut? Brauchen Sie Hilfe?"

"Guten Morgen, der Herr. Ähm… Also, ja. Ich habe mich ein bisschen verlaufen.. und ich habe Angst."

"Ich kann Ihnen helfen. Kommen Sie mit mir mit."

Wir gingen zu meinem Auto und ich teilte meinem Chef telefonisch mit, dass ich an jenem Tag nicht ins Büro kommen würde. Ich nahm sie mit zu mir nach Hause. "Habt keine Angst, ich werde euch nichts tun."

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Ich bot ihr an, zu duschen, während ich ihnen Frühstück machte. "Ihr müsst am Verhungern sein. Ich habe dir und deinem Sohn Frühstück zubereitet,”"sagte ich und blickte den kleinen süßen Jungen an, "Wie heißt du denn, Großer?"

"Matze."

"Schön dich kennenzulernen, Matze. Ich bin Peter. Und du?" Ich schaute die Frau an.

"Ähm.. Also.. Ich …," sie setzte sich, "Ich kann mich an meinen Namen nicht mehr erinnern. Ich kann mich an gar nichts erinnern. Es scheint, als hätte ich mein Gedächtnis verloren. Ich weiß noch, wie ich mit meinem Sohn auf der Straße unterwegs war."

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Ich war entschlossen, der Frau und ihrem Kind zu helfen. Ich fuhr also mit ihnen zum Arzt, um in Erfahrung zu bringen, ob er ihr helfen konnte, ihr Gedächtnis wieder zu erlangen und zu begreifen, was geschehen war.

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Das Team machte ein paar Tests und wir erhielten die Ergebnisse. "Sie haben partielle Amnesie. Manchmal leiden Menschen daran, nachdem sie schwere Traumata erlebt haben. Das Gehirn blockiert dann die Erinnerung des Ereignisses. Ihr Gedächtnis wird nach und nach zurückkehren," erklärte der Arzt.

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Ich wandte mich auch hilfesuchend an die Polizei. Ich brachte ein Foto von ihr mit und berichtete den Beamt*innen, was geschehen war. Sie versprachen, die Familie der Frau zu finden.

Als ich vom Präsidium heimkehrte, erwartete mich eine Überraschung. Sie hatte uns Abendessen gekocht! “Hi, Peter! Ich dachte, ich koche uns eine Kleinigkeit, während du weg bist. Du bist bestimmt erschöpft...” erklärte sie.

Aber damit war der Überraschungen noch nicht genug, denn während des Essens erinnerte sie sich endlich an ihren Namen. Sie rief aus: “Marie! Ich heiße Marie!”

"Deine Erinnerung kommt zurück!", rief ich aufgeregt. "Ja, sieht so aus," sagte sie und starrte mich an. "Na, dann Prost!" und wir prosteten uns zu.

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Die beiden wohnten bei mir und wuchsen mir ans Herz. Wir verbrachten die Abende gemeinsam und plauderten über Gott und die Welt.. Marie und ich hatten so viel gemeinsam, dass es sich anfühlte, als hätten wir uns schon ewig gekannt. Marie war sehr klug und eine interessante Gesprächspartnerin.

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Das Ganze dauerte einen Monat, bis etwas geschah, vor dem ich Angst hatte. Jemand klopfte an meine Tür. Es war ein unangenehmer, vertrauensunwürdig aussehender Kerl. "Ich suche meine Frau. Hab gehört, die ist hier."

Ich ging zu Marie. "Bist du sicher, dass du diesen Mann kennst, Marie?", fragte ich sie.

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"Ja. Das ist mein Mann," sagt sie etwas verängstigt, "ich erinnere mich, dass er uns damals rausgeschmissen hat…"

"Hey, beeilt euch mal!",  rief der Kerl, als er hörte, dass ich mit Marie sprach.

"Bist du sicher, dass du gehen musst?"

"Ja... Danke dir, Peter. Mach’s gut."

Sie umarmte mich und verschwand. Sobald sie weg waren, fühlte mein Haus sich leer an. Sie und Matze hatten Leben in meine vier Wände gebracht. Jetzt fühlte es sich wieder einsam und kalt an.

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Ich wusste natürlich, dass sie ein Leben vor mir gehabt hatte und dass der Kerl ihr Ehemann und der Vater ihres Sohnes war. Ich wusste, ich sollte mich nicht weiter in ihr Leben einmischen. Aber, die Sache war, ich vermisste sie. Vermisste ihr Lachen, ihre Geschichten, ihren Sinn für Humor, ihre Intelligenz. Matze fehlte mir auch. Ich konnte mich nicht erinnern, wann ich jemanden das letzte Mal so sehr gemocht hatte…

Mir wurde klar, dass ich nicht einfach so weiter machen konnte, als hätte es Marie nie gegeben. Und ich hatte Angst, dass ihr Ehemann sie wieder verletzen könnte. Also ging ich zur Polizei und bat um Hilfe – immerhin hatten sie versprochen, mir zu helfen, ihre Familie zu finden. Also berichtete ich auf dem Präsidium, was seit meinem letzten Besuch dort geschehen war.

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Ich erklärte, dass ich mir Sorgen um Marie und Matze machte und fragte, ob man mir die Adresse des Mannes geben könnte, der sie abgeholt hatte. Der Polizist willigte ein und sagte mir, ich solle ihn kontaktieren, wenn ich Hilfe bräuchte.

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Ich verließ das Präsidium und fuhr direkt zu der Adresse, die man mir gegeben hatte. Ich wusste nicht, was ich tun würde, wenn ich sie sah, aber eines wusste ich... Ich konnte nicht ohne Marie leben.

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Sie öffnete die Tür, als habe sie auf mich gewartet. “Oh Peter! Ich wusste, dass du kommen würdest! Wie hast du mich gefunden?” sagte sie lächelnd und fiel mir in die Arme.

"Ich konnte nicht anders…"

"Ich bin so froh, dich zu sehen," sagte sie.

"Und ich erst. Ich bin hier, um euch abzuholen. Lass uns nach Hause zurückkehren, Marie."

"Aber ich kann nicht einfach verschwinden, Peter. Ich habe Angst, dass mein Mann mir oder Matze etwas antun könnte... Deshalb bin ich mit ihm mitgegangen. Ich konnte nicht bei ihm bleiben. Er weiß, wo du wohnst. Wir müssen uns einen Plan ausdenken. Und.. du solltest jetzt gehen! Er kann jederzeit zurückkommen."

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"Okay kannst du mich morgen um 13 Uhr treffen, beim Restaurant bei mir um die Ecke?"

"Ja. Bis dann."

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Marie und ich heckten einen Plan aus. Wir hatten eine Woche, um alles einzustilen. Ich mietete für eine Weile eine Wohnung außerhalb der Stadt, damit ihr Mann sie nicht finden konnte. Der Plan war, dass sie dort einige Monate leben würden, bis ich meinen Job kündigen und ihnen folgen konnte.

Am großen Tag hinterließ Marie einen Brief für ihren Mann und ich wartete draußen auf sie und Matze. Marie warf ihr Telefon weg und dachte sogar darüber nach, ihre Identität zu ändern.

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"Lass uns gehen, mein Herz. Ein neues Leben wartet auf uns!"

So fuhr ich den besten Tagen meines Lebens entgegen.

Was können wir von dieser Geschichte lernen?

1. Manchmal gibt uns das Leben nur eine Chance. Hätte Peter nicht beschlossen, um Marie zu kämpfen, hätte er sie wohl verloren. Er erkannte, dass er nur eine Chance hatte, sie zurückzukriegen.

2. Folge immer deinem Herzen. Peter war nicht sicher, ob er sich weiter in Maries Leben einmischen sollte, aber in seinem Herzen wusste er, dass es die richtige Entscheidung war.

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Diese Geschichte wurde inspiriert von einem Beitrag eines Abonnenten, aber geschrieben wurde sie von einer*m professionellen Autor*in. Alle Namen wurden abgeändert, um die Privatsphäre der beteiligten Personen zu wahren.
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