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23. Juli 2021

Schwach und umsorgt von einem Sohn: das Leben und die letzten Jahre von Alfred Biolek

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Das Land trauert um Alfred Biolek. Der Fernsehkoch und Talkshow-Moderator ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Einer seiner Söhne kümmerte sich um seinen alternden Vater. Ein Rückblick auf das Leben und die letzten Jahre eines der bekanntesten Gesichter des deutschen Fernsehens.

Der frühere Moderator und Talkmaster ist Medienberichten zufolge friedlich in seiner Wohnung in Köln eingeschlafen, heißt es. Bereits vor seinem Tod soll Biolek gesundheitlich angeschlagen gewesen sein. Es sei sein Adoptivsohn gewesen, der sich aufopfernd um ihn gekümmert haben soll.

Bereits vor ein paar Jahren fühlte sich Biolek zu alt, um noch weiter zu kochen. Man konnte sehen, dass er abgebaut hatte; er war schmaler geworden und sah zerbrechlicher aus, als man ihn aus seinen Sternstunden im Fernsehen kannte. 

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Scott Biolek-Ritchie ist der zweite Adoptivsohn Bioleks. Er stammt aus Schottland und hat sich in den letzten Jahren um seinen Vater gekümmert. Der "Stern" berichtete, dass er sich sechs mal pro Woche um den Fernsehkoch gekümmert haben soll. Nur der Sonntag sei ein freier Tag gewesen, denn beide "benötigten ihre Ruhe", hieß es. 

Mit 80 kam der Wendepunkt für Biolek. Er hörte mit zwei Dingen auf, die ihm viel bedeuteten.

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2010 hatte Biolek einen schweren Treppensturz. Damals zog er sich schwere Kopfverletzungen zu, konnte sich davon jedoch wieder gut erholen. Damals

verriet

er:

"Es geht mir gut. Ich muss keine Medikamente mehr nehmen. Ich bin halt alt."

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Seinen Sohn adoptierte Biolek bereits 2013. Sie kannten sich über 32 Jahre. Sie lernten sich in London durch seinen ehemaligen Lebensgefährten kennen. Die Beziehung zu seinem Adoptivsohn beschrieb er als äußerst eng und fügte an:

"Wir sind Vater und Sohn und allerbeste Freunde. Wir haben uns in all den Jahren aneinander gewöhnt und sind immer enger geworden. Ich kann mich voll und ganz auf Scott verlassen. Ich weiß, dass das im Alter nicht selbstverständlich ist"

Dass er seinen alternden Vater pflegte, empfand Scott als völlig selbstverständlich. Biolek habe ihm "so viele schöne Erlebnisse im Leben" geschenkt und da gehöre es sich einfach nicht, wegzulaufen und ihn sich selbst zu überlassen, wenn er nicht mehr auf der Höhe ist. 

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Er sagte damals, nun habe er die Chance, ihm alles zurückzugeben, was er für ihn getan habe — eine Aufgabe, die er mit Freude erfülle. 

Der Mann, der als Fernsehkoch bekannt war und Millionen von Zuschauern mit seinen leckeren Gerichten verzauberte und inspirierte, bekam in den letzten Jahren seines Lebens seine Mahlzeiten gekocht.

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Sein Sohn übernahm die Aufgabe des Kochens, da Biolek selbst schon lange nicht mehr am Herd stand. Bereits im Alter von 80 Jahren, so Biolek selbst, habe er nicht nur seinen geliebten Weißwein aufgegeben, sondern auch die Kochmütze an den Nagel gehangen — zwei Dinge, die er immer sehr genossen hat. Er sagte:

"Als ich 80 wurde, habe ich mit beidem aufgehört. Ich habe einfach nicht mehr die Kraft, die man braucht, um alles vorzubereiten. Man muss so vieles gleichzeitig tun. In meinem Alter lässt man kochen."

Alfred Biolek kam 1934 in Freistadt (heutiges Tschechien) zur Welt. Ehe er zu einem berühmten Hobbykoch wurde, trat er in die Fußstapfen seines Vaters und promovierte, er wurde Rechtsanwalt. 

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Als er 1963 zum ZDF kam, stand er deshalb auch nicht gleich vor der Kamera, sondern arbeitete als

Justiziar

. Von da war es nicht mehr weit bis zur Fernseharbeit. Er wurde Moderator für Sendungen wie "Urlaub nach Maß" oder auch "Tipps für Autofahrer". 

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1970 wurde er Produzent und wechselte zur "Bavaria Film". Zusammen mit TV-Legende Rudi Carrell produzierte er damals die ARD-Show "Am laufenden Band". 

Nachdem er beim WDR seine eigene Talkshow "Kölner Treff" erhielt, war er nicht mehr aus dem deutschen Fernsehen wegzudenken. 

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Eine der wohl bis heute denkwürdigsten Fernsehmomente lieferte er eher unbeabsichtigt, als er zusammen mit Entertainer Hape Kerkeling im Fernsehen als homosexuell geoutet wurde. 

Damals löste dies einen Skandal aus, den Biolek später als "schmerzhaften Schlag" bezeichnete. Doch dieser Skandal schadete seiner Karriere nicht und er wurde über die Jahre noch berühmter. 

Vor allem seine Kochsendung "Alfredissimo" erfreute sich großer Beliebtheit. 2006 verabschiedete er sich aus dem Fernsehen und zog sich zurück, um seinen Lebensabend zu genießen.

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