"Der Kommissar": was macht der Schauspieler, der Robert Haynes spielte, heute?

Es war eine der Erfolgsserien des Fernsehens der 1970er Jahre: "Der Kommissar" war eine Krimiserie, die die Massen begeisterte. 2019 feierte die Serie ihr 50-jähriges Jubiläum. Gedreht wird sie schon lange nicht mehr, aber die nostalgische Erinnerung bleibt. AmoMama wirft daher einen Blick auf einen Star der Serie: Reinhard Glemnitz.

Die meisten Folgen begannen gleich. Im atmosphärischen Schwarz-Weiß-Format erschien eine Leiche, ein Mordopfer. Es folgten 60 Fernsehminuten, in denen die Polizei nach der Täterin oder dem Täter suchte.

Elmar Wepper, Günther Schramm, Reinhard Glemnitz, Erik Ode für die ZDF-Serie ""Der Kommissar". | Quelle: Getty Images

Elmar Wepper, Günther Schramm, Reinhard Glemnitz, Erik Ode für die ZDF-Serie ""Der Kommissar". | Quelle: Getty Images

Die Polizei war in diesem Fall "der Kommissar" "Herbert Keller", gespielt von Erik Ode. Er wurde unter anderem unterstützt von Inspektor "Walter Grabert", gespielt von Günther Schramm, und Inspektor "Robert Heines", gespielt von Reinhard Glemnitz.

Farbfernsehen gab es zwar schon, aber das Team hinter der Kamera beschloss, die Serie ausschließlich in schwarz-weiß zu drehen. Das Ermittlerteam trug dabei stets Anzug, rauchte im Büro und trank Bier oder, zur Belohnung nach Lösung des Falls, einen Cognac.

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" warf in einem Artikel anlässlich des 50. Geburtstags der Serie, die 1969 das erste Mal ausgestrahlt wurde, einen Blick zurück. Darin wird die Serie als "Zeitgeiststudie" bezeichnet.

Schauspieler Reinhard Glemnitz im Anzug vor einem Fenster. | Quelle: Getty Images

Schauspieler Reinhard Glemnitz im Anzug vor einem Fenster. | Quelle: Getty Images

Die Kriminalfälle seien bloß Ausgangspunkte gewesen, heißt es, um "sich die bundesrepublikanische Gesellschaft näher anzuschauen. Der Weg war das Ziel. Und deshalb führte jede Ermittlungstour auch immer über die Stationen Doppelmoral und Exzess. Wenn Keller und Team in Anzug und Schlips in Beatschuppen hinabstiegen, sollte das aufrütteln, betroffen machen."

Damit habe die Serie auf eine Zeit reagiert, in der eine konservative Weltsicht von vielen Seiten angegriffen wurde, so zum Beispiel von der Frauenrechtsbewegung oder der Hippie-Kultur der 1960er und 1970er Jahre. Regelmäßig geriet die Jugend in die Fänge von Drogen und Radikalismus.

Kellers Team stünden dem entgegen und symbolisierten Konstanz und konservative Werte, allerdings ohne dabei die Menschlichkeit der Täter*innen aus den Augen zu verlieren. Im Gegenteil, Keller sei für viele von ihnen das bitter nötige zuhörende Ohr gewesen.

Reinhard Glemnitz und seine Frau Lydia beim Circus Krone in München. | Quelle: Getty Images

Reinhard Glemnitz und seine Frau Lydia beim Circus Krone in München. | Quelle: Getty Images

"Robert Heines" war ein biederer Charakter, der, ähnlich wie Keller, nicht versuchte, sich mit der Jugend gutzustellen, wie es einige Kollegen taten. Er war sportlich und bei Verfolgungen vorne mit dabei, sorgte dabei manchmal mit Hürdenlaufeinlagen über Gartenzäune für humorvolle Körperkunst.

Ohnehin lieferte Reinhard Glemnitz‘ Charakter "Robert" der Serie durch seine Art und überzeugendes Schauspiel einiges an Humor und Unterhaltungswert. Die Serie endete 1976. Danach erschien Glemnitz immer mal in Formaten wie "Das Traumschiff" oder "SOKO 5113".

Er war außerdem in der Oper und vor allem als Synchronsprecher sehr aktiv. Für seine Rolle im "Kommissar" erhielt er mehrere Bambis. Privat scheint er am Tegernsee seit 1969 ein ruhiges Leben mit seiner Frau Lydia Blum und zwei Töchtern zu führen.

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