Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe hat DFB wegen Altersdiskriminierung verklagt

Manuel Gräfe, der im Mai sein letztes Spiel pfiff, verklagt nun den DFB wegen Altersdiskriminierung. Der ehemalige Schiedsrichter kritisierte den Deutschen Fußball-Bund und will ihn wegen seinem zwangsweisen Aus im Alter von 47 Jahren gerichtlich belangen.

Die Debatte um das altersbedingte Aus ist für den ehemaligen Schiedsrichter Manuel Gräfe noch nicht beendet. In einem Interview verurteilte der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter das Vorgehen des DFB nach seinem unfreiwilligen Karriereende.

Schiedsrichter Manuel Graefe am 21. Dezember 2019 in Hamburg, Deutschland. | Quelle: Getty Images

Schiedsrichter Manuel Graefe am 21. Dezember 2019 in Hamburg, Deutschland. | Quelle: Getty Images

Der langjährige Bundesliga-Schiedsrichter kündigte im Interview mit dem Zeit Magazin an, den DFB wegen Altersdiskriminierung zu verklagt zu haben. Der 47-Jährige zitierte Otto Rehhagel, der einmal sagte, es gebe keine jungen und alten Spieler, sondern gute und schlechte.

"Ich hätte gerne weitergemacht. Meinen Füßen, Knien und der Hüfte geht es gut. Aber der DFB pocht auf eine uralte Richtlinie," ergänzte der enttäuschte Schiedsrichter.

Gräfe, der mehr als 300 Profifußballspiele gepfiffen hat, verriet, dass der DFB in seinem Fall von der Altersgrenze nicht abrücken wollte. Die Führungsriege des DFB stößt seiner Meinung nach diejenigen ab, die etwas ändern wollen.

"Leider ändern in diesem Verband Argumente nichts, sondern nur die Steuerfahndung oder Richter," behauptete Gräfe. Darüber hinaus bemängelte er die moralischen Werte beim DFB. Als Beispiel nannte er Felix Zwayer, der einst einen kleinen Geldbetrag angenommen hat und jetzt die Champions League pfeift.

Im Alter von 47 Jahren wurde Gräfe trotz guter Bewertungen und hoher Akzeptanz bei den Profis vom Verband nicht mehr auf die Schiedsrichterliste für die Saison 2021/22 gesetzt.

Vor Gericht will er für die gesamte Schiedsrichtergruppe sprechen, da die Regel auch andere Kollegen wie Guido Winkmann und Markus Schmidt betrifft. Die beide dürfen wegen der Altersgrenze nicht mehr pfeifen.

Er erwähnte, dass der DFB behauptet, sich gegen Rassismus, Diskriminierung und für Vielfalt einzusetzen. Doch die Altersregelung steht seiner Meinung nach dem entgegen. 

Der aktuelle ZDF-Experte weiß, dass es durch das Gerichtsverfahren zu finanziellen Einbußen kommen wird, aber er würde versuchen, diese wenigstens geltend zu machen. Gleichzeitig machte Gräfe klar, dass er sich selbst dann nicht mehr pfeifen wird, wenn er mit seiner Beschwerde Erfolg haben sollte. 

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