Einem muslimischen Arzt wurde die Einbürgerung verweigert, nachdem er einer Frau den Handschlag verweigert hatte

Ankita Gulati
22. Okt. 2020
20:00
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Einem muslimischen Arzt wurde die deutsche Staatsbürgerschaft verweigert, nachdem er sich einer Frau den Handschlag geweigert hatte, die ihm das Zertifikat vorlegte. Der Mann hatte seiner Frau anscheinend versprochen, niemals einer anderen Frau die Hand zu geben.

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Ein muslimischer Arzt sollte nach 13 Jahren im Land deutscher Staatsbürger werden, doch leider wurde ihm bei der Zeremonie die Einbürgerung verweigert.

Nahaufnahme des männlichen Richters mit Richterhammer am Schreibtisch

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Der libanesische Mann weigerte sich, einer Beamtin bei einer Zeremonie im Jahr 2015, die Hand zu schütteln. Seitdem hat der Fall die Gerichte in Baden-Württemberg besetzt.

Fünf Jahre später hat ein Gericht die Entscheidung unterstützt, dem 40-jährigen Arzt die Staatsbürgerschaft zu verweigern.

Das Gericht erklärte, wenn sich der Bewerber aus geschlechtsspezifischen Gründen, die mit der Verfassung unvereinbar sind, weigere, sich die Hand zu geben, gebe es keine Integration in die deutschen Lebensbedingungen.

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Laut The Telegraph lautet die Entscheidung:

"Ein Händedruck hat eine lange Tradition darin, Begrüßung oder Abschied zu signalisieren, unabhängig von sozialem Status oder Geschlecht."

Der Mann zog 2002 als Sprachschüler nach Deutschland, bevor er sich zum Arzt qualifizierte. Später wurde er beratender Arzt in einem Krankenhaus in Süddeutschland.

Er begann seinen Staatsbürgerschaftsantrag im Jahr 2012 und bestand seinen Einbürgerungstest mit voller Punktzahl. Der Mann hat seine Kenntnisse der deutschen Geschichte und ihrer demokratischen Werte unter Beweis gestellt.

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Das Brandenburger Tor, ein beliebtes Wahrzeichen und Touristenziel, steht am 16. März in Berlin fast ohne Besucher. | Quelle: Getty Images

Die Weigerung des Mannes, der Beamtin die Hand zu geben, beruhte auf der Ansicht, dass Frauen eine “Bedrohung durch sexuelle Versuchung” darstellen, sagte das Gericht.

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Das Gericht beschrieb sein Verhalten als "fundamentalistisch" und spiegelte "eine salafistische Weltanschauung" wider. Deutschland ist seit langem besorgt über die fundamentalistischen Salafisten, die nur einen winzigen Teil der muslimischen Bevölkerung des Landes ausmachen.

Der Arzt brachte seinen Fall vor Gericht vor und sagte, er habe seiner Frau versprochen, niemals eine andere Frau zu berühren, wenn sie den Bund fürs Leben schlossen. Er behauptete auch, er würde niemandem die Hand geben, egal ob männlich oder weiblich.

Seit Anfang 2018 hat der Mann ganz aufgehört, jemandem die Hand zu schütteln - aber das Gericht wies dies als “taktischen” Schritt ab, um seine Chancen auf die Staatsbürgerschaft zu verbessern.

Der Mann kann nun gegen die Entscheidung bei einem Bundesgericht Berufung einlegen. 

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