Abi Ofarim: Sein Leben nach drei Ehen und einem Suchtproblem

Abi Ofarim, ein Sänger, Gitarrist, Musikproduzent, Tänzer und Choreograph aus Israel starb im Mai 2018 in München-Schwabing. Er ließ seine Kinder zurück und hat auch im beruflichen Bereich ein Erbe zurückgelassen.

Abi Ofarim, Comeback-Konzert, München, 2009 | Quelle: Getty Images

Abi Ofarim, Comeback-Konzert, München, 2009 | Quelle: Getty Images

Hier wird sein Leben und sein Lebenswerk näher beleuchtet.

Am ehesten bekannt dürfte Abi wohl wegen seiner Kooperationsarbeit sein. Zusammen mit seiner damaligen Frau Esther bildete er in den Jahren 1959 bis 1969 das Gesangs-Duo Esther & Abi. Sie wurden international bekannt.

Abi Ofarim, Esther Ofarim, München, 2012 | Quelle: Getty Images

Abi Ofarim, Esther Ofarim, München, 2012 | Quelle: Getty Images

Seine Jugend

Bereits in frühen Jahren verstarb sein Vater und so wuchs Abi in enger Beziehung zu seiner Mutter auf. Dass er eines Tages Künstler werden wollte, daran zweifelte er in jungen Jahren schon nicht. Im Alter von 12 Jahren besuchte er eine Ballettschule, und mit 15 Jahren stand er zum ersten Mal auf der Bühne. 

Abi Ofarim, Comeback-Konzert, München, 2009 | Quelle: Getty Images

Abi Ofarim, Comeback-Konzert, München, 2009 | Quelle: Getty Images

Zwei Jahre später arbeitete er als Choreograph und ein weiteres Jahr später hatte Abi sein eigenes Tanzstudio. Doch dabei beließ er es nicht; um weiteres Einkommen zu erzielen, ging er weiteren Nebenjobs nach, unter anderem als Fabrikarbeiter und Schauspieler.

Die Anfänge

Nach seiner Zeit beim Militär gründete er zusammen mit Esther das Gesangs-Duo. Zu der Zeit fungierte Abi noch als Tänzer und Ester als Sängerin bei ihren ersten gemeinsamen Veranstaltungen. Auch privat waren die beiden zu der Zeit schon ein Paar. Seit den 60er Jahren waren die beiden immer wieder in den Hitparaden vertreten. Dabei konnten sie Volkslieder wie auch Schlager oder international bekannte Folksongs bieten.

Abi Ofarim, seine Söhne Tal und Gil Ofarim, Comeback-Konzert, München, 2009 | Quelle: Getty Images

Abi Ofarim, seine Söhne Tal und Gil Ofarim, Comeback-Konzert, München, 2009 | Quelle: Getty Images

Im März 1969 hatten die beiden ihr letztes gemeinsames Konzert in Köln. Sie trennten sich darauf und ließen sich im Jahr darauf scheiden.

Seine Beziehungen

Abi Ofarim war Ende der 60er mit der Schauspielerin Iris Berben zusammen. Nach der Trennung von Ester zog er nach London und lebte dort in dem Versuch, seine musikalische Karriere dort in Schwung zu bringen.

Abi Ofarim und Kirsten Schmidt, München, 2015 | Quelle: Getty Images

Abi Ofarim und Kirsten Schmidt, München, 2015 | Quelle: Getty Images

Nach Esther heiratete er noch zweimal - Sandra Ofarim war seine dritte und letzte Frau (nicht jedoch seine letzte Lebensgefährtin). Bis zu seinem Tod war er mit Kirsten Schmidt zusammen. Trotz seiner Trennungen zu seiner Ex-Frau zog er seine Söhne gemeinsam mit ihr groß.

Problematische Jahre

Im Jahr 1972 zog er nach München und arbeitete weiter als Komponist, Sänger, Produzent und Schauspieler. Doch erst mit seiner Gründung des Labels PROM gelang es ihm, sich dauerhaft zu etablieren und sich einen Namen im Business zu machen. Zu den Künstlern, die er produzierte zählen unter anderem Mike Brant, Alf Berger und Ingrid Steeger. 

Abi Ofarim, United People Charity Night 2007 | Quelle: Getty Images

Abi Ofarim, United People Charity Night 2007 | Quelle: Getty Images

1979 wurde er wegen Drogenbesitz und wegen Verdachts auf Steuerhinterziehung verhaftet und verbrachte vier Wochen in der JVA. Man verurteilte ihn zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr. Erst nach der Zeit des Drogenkonsums versuchte Abi weiter, sich im Musikgeschäft zu etablieren. 

Im Jahr 82 brachte er das Album "Much Too Much" heraus und im gleichen Jahr brachte er die Autobiographie heraus, die den Titel "Der Preis der wilden Jahre" trug. In der Zeit danach arbeitete Ofarim hauptsächlich als Produzent. 1988 brachte er die Single "Langsam (alles wird besser)" heraus - er produzierte diese für den Berliner Schauspieler Rolf Zacher. 

Auch seinen Sohn Gil Ofarim nahm er unter seine Flügel und fungierte als Manager. 

Im Jahr 2007, nach insgesamt 27 Jahren Pause, kam ein neues Album von Ofarim auf den Markt. Es trägt den Namen "Too Much of Something". Auch seine Söhne Gil und Tal waren ander Produktion dieses Albums beteiligt - eine Familienproduktion sozusagen. 

2010 brachte Abi Ofarim ein weiteres autobiografisches Buch auf den Markt. Es heißt "Licht & Schatten".

2014 eröffnete er zusammen mit seiner Lebensgefährtin Kirsten Schmidt eine soziale Gegenungsstätte für Senioren.

2017 schockierte Ofarim die Öffentlichkeit, als er mit einer Lungenentzündung diagnostiziert wurde und ins Koma fiel. Auch einer Operation am Herzen musste der Künstler und Produzent sich unterziehen. Während all jener Zeit stand ihm seine Lebensgefährtin Kirsten Schmidt zur Seite und pflegte ihn. 

Abi Ofarim, Kirsten Schmidt, Susanne Wiebe Fashion Show, München, 2011 | Quelle: Getty Images

Abi Ofarim, Kirsten Schmidt, Susanne Wiebe Fashion Show, München, 2011 | Quelle: Getty Images

Schließlich starb Abi Ofarim im Jahr 2018 nach langer und schwerer Krankheit im Alter von 80 Jahren in seiner Wohnung in München-Schwabing. 

Sein Tod und seine Folgen

Besonders seine Söhne waren von seinem Tod sehr mitgenommen.

Gil Ofarim sang auf der Beerdigung seines Vaters wehklagend einen Psalm, während die Trauergäste bewegt zuhörten. Obwohl er von Krankheit schwer gezeichnet war, ehe er verstarb, hatte Abi Ofarim bis zum Schluss Anteil am Leben seiner Kinder und Enkelkinder genommen. 

An seiner Beerdigung nahmen treue Weggefährten auch aus seinem beruflichen Umfeld teil. So war beispielsweise auch der zu dem Zeitpunkt 72-jährige Ralph Siegel unter den Trauergästen gewesen. Der ehemalige Oberbürgermeister Münchens, Christian Ude, erwies Ofarim ebenfalls die letzte Ehre und sagte:

"Abi Ofarim hatte ein langes, bewegtes Leben mit dramatischen, tragischen Seiten und sehr glücklichen Seiten (...) Seine Familie spielte zeitlebens eine große Rolle für ihn. Das Glück seiner späten Jahre war seine Lebensgefährtin Kirsten. Seine Söhne können alles weitergeben, was ihm wichtig war. Das größte war für Abi, dass er auch noch 5 Enkel erleben durfte."

Sein Sohn Gil rang sichtlich mit den Emotionen, als er sagte: "Papa, du bist immer für eine Überraschung gut. Es ist kein Zufall, dass der CD-Player heute nicht funktioniert", und mit seinem Bruder Tal neben dem Sarg ihres Vaters ein hebräisches Trauerlied anstimmte, das allen Anwesenden Schauder über den Rücken jagte. 

Abi Ofarim schlief friedlich im Kreise seiner Liebsten ein.

Sein Sohn Gil dankte der Öffentlichkeit später in einem Posting und sagte:

"Im Namen der ganzen Ofarim-Familie bedanke ich mich für die Anteilnahme und vielen Nachrichten, die uns erreicht haben (...) Danke auch an einige ganz besondere Menschen in meinem Leben, die uns in dieser unerträglichen Situation zur Seite gestanden sind... die letzten Wochen haben ich/wir von allem zurückgezogen damit verbracht, mit dem Schmerz umzugehen, der immer noch sehr tief sitzt."

Fun Facts:

  • Seinen Militärdienst absolvierte er als Mitglied der Theatergruppe in den Israelischen Verteidigungsstreitkräften und spielte in dem Umfang Akkordeon, um die Soldaten "moralisch zu unterstützen".
  • Er erhielt in seinem Leben 59 goldene Schallplatten.
  • Seine beiden Söhne Gil und Tal Ofarim folgen in den Fußstapfen ihres Vaters und machen Musik.
  • Er ließ sich im Jahr 2004 von Sandra, der Mutter seiner Söhne, scheiden und lebte fortan in München.
  • Sein jüngster Sohn Tal gründete 2005 seine eigene Band mit dem Namen "Zoo Army" - sie brachten 2006 ihr Debütalbum mit dem Titel "507" heraus.
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