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28. September 2026

Christian Lell steht vor einem neuen Kapitel. Der ehemalige Fußballprofi, der einst für den FC Bayern München und Hertha BSC auf dem Platz stand, zieht am 5. Oktober 2026 in die 14. Staffel von „Promi Big Brother“ ein. Vor laufenden Kameras will der 42-Jährige zeigen, wer er heute ist. Dabei blickt Lell auch auf eine bewegte Vergangenheit zurück, die nicht nur von sportlichen Erfolgen geprägt war.
Fast drei Jahre lang hatte sich der ehemalige Rechtsverteidiger bewusst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Nach Skandalschlagzeilen und juristischen Auseinandersetzungen rund um sein früheres Immobilienunternehmen wollte sich Lell nach eigenen Angaben selbst wiederfinden. Heute arbeitet er als Unternehmer und Coach und versucht, sein Leben neu zu gestalten.
Der Schritt zurück ins Fernsehen kommt damit zu einem Zeitpunkt, an dem Lell nach eigener Darstellung vieles aus seiner Vergangenheit aufgearbeitet hat. Die Teilnahme an „Promi Big Brother“ bedeutet für ihn zugleich, sich wieder einer breiten Öffentlichkeit zu stellen. Nach Jahren des Rückzugs dürfte dabei nicht nur seine Fußballkarriere im Mittelpunkt stehen. Auch die schwierigen Phasen seines Lebens gehören zu seiner Geschichte.

Christian Lell am 19. September 2026 beim Oktoberfest in München | Quelle: Getty Images
Ein besonders wichtiges Kapitel in Lells Leben ist seine Zeit beim FC Bayern München. Bereits als Kind wurde er von der Nachwuchsabteilung des Münchner Rekordmeisters entdeckt. Von 2003 bis 2010 gehörte er der Profimannschaft an.
Der Weg in den Profifußball war für Lell die Erfüllung eines Traums. Als Nachwuchsspieler durchlief er die Ausbildung beim FC Bayern und schaffte schließlich den Sprung in die erste Mannschaft. Damit wurde der Verein zu einem prägenden Teil seines Lebens. In seiner letzten Saison beim FC Bayern kam Lell unter Trainer Louis van Gaal allerdings kaum noch zum Einsatz. Anschließend wechselte er zu Hertha BSC.
Auf seine Zeit beim Rekordmeister blickt der ehemalige Fußballer heute mit großer Dankbarkeit zurück. „Ich durfte auf einem Niveau Fußball spielen, von dem Millionen Kinder träumen“, sagte Lell der „Abendzeitung“. Der Verein habe ihn geprägt. Dazu gehörten für ihn Disziplin, Wettbewerb, Druck, Verantwortung und das ständige Streben nach Leistung.

Christian Lell spielt am 6. April 2008 für den FC Bayern in München | Quelle: Getty Images
Gerade diese Erfahrungen aus dem Profisport hätten ihm Fähigkeiten vermittelt, die ihn auch nach seiner aktiven Karriere begleiteten. Der Fußball habe ihm gezeigt, wie wichtig es sei, mit Erwartungen umzugehen und auch in schwierigen Situationen Verantwortung zu übernehmen.
Der Wechsel vom Fußball in ein Leben außerhalb des Profisports war für Lell ein großer Einschnitt. Nach Jahren, in denen Training, Spiele und der sportliche Wettbewerb seinen Alltag bestimmt hatten, musste er sich neu orientieren. Was zunächst wie ein gewöhnlicher Übergang nach dem Ende einer Fußballkarriere wirken könnte, wurde für ihn nach eigenen Angaben von weiteren persönlichen Problemen begleitet.
Lell hat in seinem Leben nicht nur sportliche Höhen erlebt. Es gab auch einen persönlichen Verlust, der ihn bis heute begleitet. In einem Interview spricht der ehemalige Fußballprofi über einen Menschen, der für ihn eine besonders wichtige Rolle spielte. „Mit ihrem Tod hat sich mein Leben schlagartig verändert“, sagt Lell rückblickend. Der Verlust sei der schmerzhafteste Moment seines Lebens gewesen.
Auch seine spätere Entwicklung ist nach seinen eigenen Aussagen eng mit dieser Zeit verbunden. Der Tod habe ihn nachhaltig geprägt. Lell zog sich nach diesem persönlichen Einschnitt schließlich aus dem Profifußball zurück. Damit endete eine Lebensphase, die zuvor von einem klaren Ziel bestimmt gewesen war. Lell hatte als Fußballer den Weg vom Nachwuchs bis in die Bundesliga geschafft. Danach musste er sich mit einer völlig anderen Realität auseinandersetzen.

Christian Lell auf dem Spielfeld für den FC Bayern im Jahr 2008 | Quelle: Getty Images
In den darauffolgenden Jahren geriet sein Leben nach den vorliegenden Berichten in eine Abwärtsspirale. Drogenprobleme, juristische Konflikte und finanzielle Schwierigkeiten belasteten ihn. Auch eine Depression spielte eine Rolle. Gegenüber der „Abendzeitung“ beschreibt Lell, dass ihn neben den Schlagzeilen über seine Person insbesondere der frühe Verlust eines geliebten Menschen während seiner Depression beschäftigt habe.
Die Kombination aus persönlicher Trauer und weiteren Problemen machte diese Jahre zu einer besonders schwierigen Phase. Gleichzeitig sind es Erfahrungen, über die Lell heute offenbar anders spricht als früher. Statt ausschließlich seine Zeit als Fußballer in den Mittelpunkt zu stellen, thematisiert er zunehmend auch die Ereignisse, die sein Leben nach der Karriere geprägt haben.
Dabei geht es vor allem um seine Schwester Marie-Therese. Sie starb am 26. April 2014 in München im Alter von nur 27 Jahren. Marie-Therese litt seit ihrer Geburt an Mukoviszidose, einer schweren und unheilbaren Stoffwechselkrankheit, die vor allem die Lunge angreift. Zu den häufigen Folgen gehören chronischer Husten, Lungenentzündungen und Untergewicht. Der Familie sei früh bewusst gewesen, dass Marie-Thereses Lebenszeit durch die Krankheit begrenzt sein würde. Trotzdem habe sie eine große Lebensfreude ausgestrahlt und ihren Bruder damit nachhaltig geprägt.
Für Lell war seine Schwester offenbar nicht nur ein Familienmitglied, sondern auch eine wichtige Bezugsperson. Ihr Umgang mit der Krankheit hinterließ bei ihm einen bleibenden Eindruck. Gerade weil ihre Erkrankung ihr Leben von Beginn an beeinflusste, habe sie ihm nach seinen eigenen Worten eine besondere Sicht auf das Leben vermittelt. „Meine Schwester hat mich so viel gelehrt, sie hat mir so viel mitgegeben“, erinnert sich Lell. Der Verlust traf ihn und seine Familie schwer. In den Monaten vor ihrem Tod habe sich ihr Zustand noch verbessert. Umso härter sei ihr plötzlicher Tod für die Angehörigen gewesen.
Bereits damals sprach Lell über seine kaum zu beschreibende Trauer. „Ich kann meinen Schmerz nicht in Worte fassen, habe noch immer nicht realisiert, was passiert ist“, sagte er nach ihrem Tod. Auch ein weiterer Satz zeigt, wie eng die Geschwister verbunden waren: „Ich würde mit meiner Schwester tauschen, wenn ich es könnte. Für sie würde ich alles geben.“, hatte er einst gesagt. Die Trauerfeier fand für Marie-Therese am 2. Mai 2014 im kleinen Familienkreis auf dem Münchner Ostfriedhof statt.
Der Tod von Marie-Therese war damit nicht nur ein Moment großer Trauer, sondern wurde auch zu einem Ereignis, das Lells weiteres Leben beeinflusste. Die Erinnerung an seine Schwester blieb bestehen, während sich sein eigener Lebensweg nach dem Ende seiner Fußballkarriere zunehmend veränderte.
Auch heute ist seine Schwester ein fester Bestandteil in Lells Leben. Ihren Namen trägt er als Tattoo auf seinem Oberarm. Das Tattoo ist dabei nicht die einzige Verbindung zu Marie-Therese. Schon 2008 hatte er die „Christian Lell Stiftung“ gegründet, die sich für Menschen mit Mukoviszidose einsetzt. Sein Engagement steht auch im Zusammenhang mit seiner Schwester. Die Stiftung soll unter anderem dazu beitragen, Menschen mit der Erkrankung zu unterstützen und ihr Andenken zu bewahren.

Daniel Kemp, Christian Lell und Marijke Amado auf der Bühne während der 6. Schutzengel-Gala im Westin Hotel am 22. September 2018 in Leipzig | Quelle: Getty Images
Damit ist Lells Verbindung zu dem Thema nicht erst nach dem Tod seiner Schwester entstanden. Sein Engagement für Menschen mit Mukoviszidose begann bereits zu ihren Lebzeiten. Die persönliche Erfahrung mit der Erkrankung seiner Schwester gab diesem Einsatz jedoch eine noch unmittelbarere Bedeutung.
Für Lell ist Marie-Therese damit auch Jahre nach ihrem Tod präsent. Ihr Leben und ihr Umgang mit ihrer Erkrankung haben ihn nach eigenen Worten stark geprägt. Der Verlust ist somit ein Teil seiner Biografie, der nicht mit der Zeit verschwunden ist. Stattdessen versucht Lell, die Erinnerung an seine Schwester auch in seinem heutigen Leben weiterzutragen. Dazu gehört neben dem Tattoo vor allem sein Engagement für Menschen, die mit Mukoviszidose leben.
Nach dem Rückzug aus dem Profifußball folgten für Lell Jahre, in denen vieles aus dem Gleichgewicht geriet. Neben persönlichen Belastungen sorgten auch juristische Konflikte und Schlagzeilen für Aufmerksamkeit. Seine Vergangenheit beschränkt sich damit nicht auf die sportlichen Stationen beim FC Bayern und bei Hertha BSC. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere musste Lell mit verschiedenen Herausforderungen umgehen, die ihn auch außerhalb des Fußballplatzes beschäftigten.

Diese Aufnahme aus dem Jahr 2008 zeigt Lell während seiner Zeit als aktiver Fußball-Profi | Quelle: Getty Images
Inzwischen versucht der 42-Jährige, einen anderen Weg einzuschlagen. Er arbeitet als Unternehmer und Coach und hat sich über längere Zeit bewusst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Der Rückzug habe ihm nach eigenen Angaben die Möglichkeit gegeben, sich mit seinem bisherigen Leben auseinanderzusetzen. Statt ständig auf neue Schlagzeilen zu reagieren, wollte Lell offenbar zunächst Abstand gewinnen und für sich selbst klären, wie es weitergehen soll.
Auch mit seiner Vergangenheit setzt er sich auseinander. Ende 2025 wandte sich Lell persönlich an Uli Hoeneß. Mit einer Mail habe er ein „Zeichen von Verantwortung, Aufarbeitung und auch Versöhnung“ setzen wollen. Die Reaktion habe ihn Anfang 2026 allerdings ernüchtert. Ihm sei deutlich vermittelt worden, dass der FC Bayern ihn derzeit ablehne und ihn auch nicht mehr im Trikot des Vereins sehen wolle. Für Lell ist das ein Teil seiner persönlichen Aufarbeitung. Gleichzeitig richtet er seinen Blick nach vorn.
Am 5. Oktober beginnt für den ehemaligen Fußballprofi ein neues Kapitel. Dann zieht Christian Lell in die 14. Staffel von „Promi Big Brother“ ein. Nach Jahren, in denen er sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, steht er damit wieder vor Kameras. Dabei will er nach eigener Ankündigung keine Fassade aufrechterhalten, sondern sich so zeigen, wie er heute ist.
Die Teilnahme an der Realityshow stellt damit einen deutlichen Gegensatz zu seinem mehrjährigen Rückzug dar. Während Lell lange Zeit Abstand von der Öffentlichkeit suchte, entscheidet er sich nun bewusst dafür, sein Privatleben und seine Vergangenheit wieder stärker mit einem Publikum zu teilen.

Christian Lell bei einer Veranstaltung für Promi Big Brother 2026 am 2. September 2026 | Quelle: Getty Images
Für die Zuschauer dürfte damit ein Mann in die Sendung einziehen, dessen öffentliches Bild stark von unterschiedlichen Lebensphasen geprägt wurde. Und über allem steht eine Erinnerung, die ihn seit Jahren begleitet: der Verlust seiner Schwester Marie-Therese. Ihr Name bleibt nicht nur durch das Tattoo auf seinem Oberarm Teil seines Lebens, sondern auch durch sein Engagement für Menschen mit Mukoviszidose.
Mit „Promi Big Brother“ steht nun erneut ein öffentlicher Auftritt bevor. Für Lell bedeutet die Teilnahme damit nicht nur eine Rückkehr ins Fernsehen, sondern auch die Gelegenheit, eine Seite von sich zu zeigen, die in früheren Schlagzeilen häufig weniger sichtbar war.
Sein neues Kapitel beginnt damit vor laufenden Kameras. Wie viel von seiner Vergangenheit dabei zur Sprache kommen wird, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Lells Lebensweg ist eng mit großen sportlichen Erfolgen, persönlichen Verlusten und schwierigen Jahren verbunden. Heute versucht er, daraus eine neue Perspektive für sein weiteres Leben zu entwickeln.
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