
„Der Ruhestand ist gefährlich": Nino Schurter nach Rollersturz per Helikopter im Krankenhaus

Über zwei Jahrzehnte raste Nino Schurter über die ruppigsten Mountainbike-Strecken der Welt – zehn WM-Titel, drei olympische Medaillen, kaum eine ernsthafte Verletzung. Und dann wirft ihn ausgerechnet ein Tretroller aus der Bahn.
Die Schweizer Mountainbike-Legende hat sich bei einem Sturz mit einem Monsterroller den Arm ausgekugelt und zugleich gebrochen. Es sei, so sagt er selbst, die schmerzhafteste Verletzung seines Lebens.
Ein harmloser Ausflug endet im Rettungshelikopter
Dabei hatte der Tag ganz entspannt begonnen. Schurter war mit seiner Familie zum Wandern und Blaubeeren-Sammeln in den Bergen unterwegs. Für den Weg zurück ins Tal ging es auf einen Monsterroller – ein Mountain-Scooter, wie er in der Schweiz als Ausflugsgefährt weit verbreitet ist. Auf der Abfahrt stürzte der 40-Jährige schwer.
Die Folgen: ein ausgekugelter und gleichzeitig gebrochener Arm. Die Schmerzen beschreibt Schurter als eine Dimension, die er bis dahin schlicht nicht gekannt habe – bemerkenswert für einen Athleten, dem in einer so langen Karriere derlei Stürze eigentlich nicht fremd sein dürften.
Aus dem Gelände ging es per Rettungshelikopter direkt in die Klinik. Pikantes Detail am Rande: Schurter ist selbst ausgebildeter Helikopterpilot – diesen Flug hat er nach eigenen Worten allerdings ganz und gar nicht genossen.
Auf Instagram teilte er Bilder von dem Ausflug: von der Wanderung vor dem Sturz, vom Abtransport aus der Luft und schließlich aus dem Krankenhaus, mit Armschlinge und Sauerstoffschlauch, dazu ein Röntgenbild der lädierten Schulterregion.
Noch in derselben Nacht durfte er die Klinik wieder verlassen. Wie lange ihn die Verletzung außer Gefecht setzt, hat Schurter mit „ein paar Wochen" beziffert. Zugleich zeigte er sich erleichtert, dass es nicht schlimmer gekommen ist, und bedankte sich bei seinen Liebsten, dem Rettungsteam und den Ärzten für die schnelle Hilfe.
Die Pointe liefert er selbst
Den Vogel schoss aber der Kommentar ab, mit dem der Schweizer seinen Unfall auf Instagram versah. Mit einer gehörigen Portion Selbstironie schrieb er:
„Der Ruhestand erweist sich offenbar als gefährlich."
Ein Satz, der die ganze Ironie der Geschichte einfängt: Wer über zwanzig Jahre lang im Weltcup unfallfrei durch Wurzelpassagen, Steinfelder und Sprünge gebrettert ist, wird am Ende ausgerechnet auf einem gemütlichen Bergroller ausgebremst.
Einer der Größten seiner Sportart
Dass ausgerechnet Schurter dieses Missgeschick passiert, unterstreicht die Fallhöhe. Der 1986 im bündnerischen Tersnaus geborene Schweizer gilt als der erfolgreichste Cross-Country-Mountainbiker der Geschichte: zehn Weltmeistertitel, neun Gesamtweltcupsiege, 36 Weltcup-Erfolge sowie ein kompletter Satz olympischer Medaillen – Bronze in Peking 2008, Silber in London 2012 und Gold in Rio 2016. Fünfmal startete er bei Olympischen Spielen.
Seine Weltcup-Karriere beendete Schurter am 21. September 2025 stilvoll beim Heimrennen in Lenzerheide. Ganz vom Rad gestiegen ist er deshalb aber nicht: Im Frühjahr gewann er als erster Europäer überhaupt das legendäre Etappenrennen BC Bike Race in Kanada – ein Punkt, den er sich selbst auf seine To-do-Liste für die Zeit nach der Karriere gesetzt hatte. Seit Juni 2026 ist er zudem als Mountainbike-Experte für das Schweizer Fernsehen SRF im Einsatz.
Der kleine Trost nach dem Sturz: In ein paar Wochen dürfte der „Ruhestand" für Nino Schurter wieder deutlich ungefährlicher aussehen.
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