
Peter Cullen, der Synchronsprecher von Optimus Prime, stirbt im Alter von 85 Jahren – wie sein Bruder seine Karriere beeinflusste

Der weltbekannte kanadische Synchronsprecher Peter Cullen ist im Alter von 85 Jahren in seinem Haus in Los Angeles verstorben. Mit seiner unverwechselbaren, tiefen Stimme prägte der Kanadier über viele Jahrzehnte hinweg die Kindheit von Millionen von Menschen weltweit.
Sein Agent Kevin Motley teilte mit, dass der Schauspieler am Mittwoch im Kreise seiner liebenden Familie friedlich eingeschlafen sei. Über die genaue Todesursache wurden bislang keine Angaben gemacht, doch Fans weltweit trauern um eine absolute Legende der Film- und Fernsehwelt.

Der Synchronsprecher Peter Cullen (Eeyore) nimmt am 16. März 2003 im El Capitan Theatre in Hollywood, Kalifornien, an der Premiere des Walt-Disney-Films „Piglet’s Big Movie“ teil | Quelle: Getty Images
In seiner mehr als sechs Jahrzehnte umspannenden Karriere sammelte Cullen über 200 Sprechrollen in hochkarätigen Produktionen. Neben dem Anführer der Autobots gelag es ihm auch, der melancholischen Figur I-Aah aus den beliebten „Winnie Puuh“-Adaptionen unverwechselbares Leben einzuhauchen.
Geboren am 28. Juli 1941 in Montreal, sammelte er erste Erfahrungen im kanadischen Radio und Theater. Der große Durchbruch gelang ihm schließlich Ende der 1960er-Jahre als Sprecher für verschiedene erfolgreiche TV-Shows im US-amerikanischen Fernsehen.
Seinen endgültigen Kultstatus erreichte der Synchronsprecher schließlich 1984 mit dem Start der Original-Zeichentrickserie „Transformers“. Über Generationen hinweg blieb er der heldenhaften Figur treu und prägte das gesamte Franchise maßgeblich.
So lieh er dem beliebten Roboter auch in Michael Bays bildgewaltigen Hollywood-Blockbustern sowie in zahlreichen Videospielen seine prägnante Stimme. Zwei dieser Kinofilme spielten weltweit jeweils über eine Milliarde US-Dollar an den Kassen ein.
Doch der wegweisende Tonfall dieser legendären Figur entstand nicht zufällig in einem Studio. Vielmehr verdankte der Sprecher die fundamentale Inspiration für diese Rolle seinem älteren Bruder Larry, einem hochdekorierten US-Marine und Vietnam-Veteranen.
Dieser gab ihm vor dem entscheidenden Vorsprechen einen prägenden Ratschlag mit auf den Weg. Er riet ihm dringend dazu, die Rolle wie einen echten Helden zu spielen und nicht wie einen typischen Hollywood-Helden. Er erklärte:
„Er sagte zu mir: 'Schrei nicht herum. Er ist stark genug, um sanft zu sein.' Das hat mich tief berührt und ich konnte seine Stimme auf dem gesamten Weg zum Vorsprechen hören. Wenn er ruhiger wird, wenn er ernst wird – genau da habe ich Optimus Prime gefunden.“
Dieser emotionale Ratschlag prägte die ikonische Figur nachhaltig und begleitete den Darsteller fortan durch seine gesamte berufliche Laufbahn. Als Zeichen seiner tiefen Dankbarkeit beteiligte Cullen seinen Bruder bis zu dessen Tod sogar finanziell an seinen Einnahmen aus der Rolle.
Neben dem Autobot-Anführer übernahm er im Laufe der Jahre unzählige weitere bekannte Rollen in legendären Zeichentrickserien. Dazu gehörten unter anderem beliebte Klassiker wie „Chip und Chap – Die Ritter des Rechts“, „Die Gummibärenbande“ und „DuckTales“.
Sogar schauerliche Geräusche für berühmte Film-Monster gehörten zu seinem vielseitigen Repertoire. Unter anderem stammten die bedrohlichen Klicklaute des legendären Außerirdischen aus dem Sci-Fi-Klassiker „Predator“ von 1987 aus seiner Kehle.
Erst im Jahr 2023 wurde der Ausnahmekünstler für sein beeindruckendes Lebenswerk bei den renommierten Children's & Family Emmy Awards geehrt. Die Welt verliert mit ihm eine der prägendsten Stimmen der modernen Unterhaltungsgeschichte.
Seine Familie bat die weltweite Fan-Gemeinde darum, sein bemerkenswertes Erbe würdevoll in Ehren zu halten. Man solle anderen Menschen stets mit Mitgefühl, Integrität sowie Loyalität begegnen und sich immer daran erinnern: „Sei stark genug, um sanft zu sein.“