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05. September 2021

Jess wurde gemobbt, weil sie keinen Bauchnabel hatte: Die Leute nannten sie "ein Alien"

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Im heutigen Zeitalter wird viel über ein positives Körpergefühl gesprochen. Eine junge Frau musste aufgrund eines körperlichen Merkmals so einiges über sich ergehen lassen, denn: sie hatte keinen Bauchnabel.

Jess Kaufmann wurde mit Omphalozele geboren. Dabei handelt es sich um einen seltenen Geburtsfehler. Hierbei entwickeln sich manche Organe eines Babys außerhalb der Bauchdecke im Laufe der Schwangerschaft. Bei ihrer Geburt wurde ihre Nabelschnur nicht extern abgeschnitten, wie es eigentlich üblich ist. 

Dadurch besitzt die heute 30-Jährige keinen Bauchnabel. Was im ersten Moment harmlos klingt, hat dazu geführt, dass sie in jungen Jahren in der Schule extrem gemobbt worden ist.

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Seither ist jedoch einiges an Zeit vergangen und mittlerweile hat sie kein Problem mehr damit, ihren Bauch zu zeigen - auch ohne schmückenden Bauchnabel-Piercing!

In einem Interview verriet Kaufmann, dass sie schon sehr früh im Leben gemerkt habe, dass sie anders als andere Kinder war und dass ihre Altergenossen wirklich gemein gewesen seien — wie Kinder nun mal so sind.

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Sie wurde für ihr Aussehen gemobbt. Aufgrund ihres fehlenden Bauchnabels bezeichnete man das kleine Mädchen oft als "Alien". Sie sagte:

"Ich war mir dessen sehr bewusst, also habe ich es verdeckt und nur einteilige Badeanzüge getragen. Dadurch wurde ich mir meines Körpers übermäßig bewusst."

Ihr wurde immer wieder gesagt, dass sie sich operieren lassen sollte, wenn sie älter werde. Das führte dazu, dass das junge Mädchen die Vorstellung entwickelte, sie müsse ihren Körper in irgendeiner Art und Weise "reparieren", dass etwas mit ihr nicht in Ordnung war.

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Das änderte sich jedoch mit den Jahren. Je älter sie wurde, desto mehr erkannte die junge Frau, dass es nichts gibt, für das sie sich schämen musste. 

Mittlerweile ist sie sich bewusst, dass ihr fehlender Bauchnabel ein Teil der Person ist, die sie heute ist. Rückblickend, so verriet sie, würde sie nichts an ihrer Vergangenheit ändern wollen, selbst wenn sie es könnte.

Da sie als Baby bereits adoptiert wurde, weiß sie leider nicht viel über ihre biologischen Eltern und die Hintergründe ihres Defekts. Alles was sie weiß, ist, dass ihre Mutter bei der Geburt Komplikationen erlitten hatte, berichtet "LadBible". 

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Als sie 18 Jahre alt war, suchte sie schließlich einen Arzt auf, der ihr erklärte, dass der Bauchnabel durch das Durchtrennen der äußeren Nabelschnur entsteht, heißt es weiter.

Da sie jedoch aufgrund ihres Geburtsfehlers einen Eingriff erhalten hatte, um ihren Bauch manuell zu schließen, fehlt ihr dieser Bauchnabel.

Man sagte ihr, dass sie froh sein kann, überhaupt noch am Leben zu sein. Dennoch hatte ihr fehlender Bauchnabel zu vielen unangenehmen Situtionen geführt, als sie aufwuchs. 

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Besonders zu Dank verpflichtet scheint sie ihrem Bruder Taylor, denn dieser sorgte dafür, dass sie einen Bauchnabel-Piercing bekommen konnte — zumindest einen oberflächlichen — als dieser Trend unter ihren Altersgenossen umher ging.

So verhinderte er, dass seine jüngere Schwester sich noch ausgeschlossener und noch "außerirdischer" fühlte, als sie es ohnehin schon tat. Sie sagte dazu:

"Damals hatte ich das Gefühl, dass ich mich auf meine eigene Art und Weise anpasste, aber später im Leben wurde mir klar, dass ich mich nicht anpassen muss und dass ich die Kontrolle darüber habe, wie ich mich dabei fühle."

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Mittlerweile ist sei selbst Mutter und möchte ihrem Sohn, dem 8-jährigen Mitchell Kaufmann, beibringen, anderen Menschen gegenüber akzeptierend zu sein.

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So müssen weder er, noch andere Kinder, die gleichen Erfahrungen machen, wie sie. Mitchell ist jedoch neugierig wie alle Kinder in seinem Alter. Auch er fragte bereits nach dem Bauch seiner Mutter. Sie verriet:

"Mein Sohn war schon immer neugierig darauf. Er hat mich gefragt, warum ich keinen habe, also habe ich es ihm erklärt. Er hat gefragt, ob es weh tut und ich habe ihm gesagt, dass es nicht weh tut - das war alles, was ihn interessiert hat."

Der Geburtsfehler ist recht selten und tritt nur bei 1 von 4.200 Babys auf. Über Social Media möchte Jess nun auf diesen Zustand aufmerksam machen, damit andere, die auch darunter leiden, wissen, dass sie nicht allein sind.

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