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04. August 2026


Nach der Flutkatastrophe im Zuge schwerer Regenfälle ist Westdeutschland mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Noch immer sind nicht alle Vermissten gefunden und die Region bangt bereits vor neuen Regenfällen am Wochenende. Inmitten all dessen scheint der Skandal um die Reporterin Susanna Ohlen beinahe deplatziert.
Die Aufräumarbeiten in Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Rheinand-Pfalz gehen schleppend voran. Häuser und Straßen müssen von Schlammmassen befreit werden; an den Straßen stapelt sich der Sperrmüll mit zerstörtem Inventar der Anwohner*innen.
Mit schwerem Gerät müssen fortgeschwemmte Fahrzeuge geborgen werden. Viele Ortschaften sind auf die Versorgung von außen angewiesen, wenn es um sauberes Trinkwasser und Lebensmittel geht.
Die Presse ist vor Ort, um Eindrücke der Lage zu vermitteln. Um den richtigen Eindruck ging es wohl auch der Reporterin Susanna Ohlen, die für das RTL-Magazin "Guten Morgen Deutschland" arbeitet.
Vor einem Dreh in der schwer getroffenen Ortschaft Bad Münstereifel wurde die 39-Jährige unwissentlich von einer*m Anwohner*in dabei gefilmt, wie sie sich von den Schlammmassen auf der Straße etwas ins Gesicht rieb.
Offenbar sollte sie so authentischer wirken und es sollte impliziert werden, Ohlen habe den Morgen damit verbracht, beim Aufräumen zu helfen. Der Videoclip machte online rasch die Runde und auch der Sender RTL bekam davon Wind.
Wie Ohlen gehandelt habe sei weder mit journalistischen Standards noch mit den Anforderungen RTLs vereinbar. Entsprechend sei sie sogleich beurlaubt worden, als die Nachrichten RTL erreichten, ließ eine Sprecherin von RTL verlauten.
Im Internet zeigte man sich entsetzt, zum Teil auch höhnisch der Journalistin gegenüber. "Erst ein bisschen dreckig machen und dann ab vor die Kamera. Schämen Sie sich nicht, Frau Ohlen?", lautete einer der Kommentare.
Ohlen hat sich nun selbst zu den Vorwürfen gemeldet. Auf Ihrem Instagram-Kanal gestand sie ihr Fehlverhalten ein.
Sie erklärte: "Nachdem ich an den vorherigen Tagen bereits privat in der Region geholfen hatte, habe ich mich vor den anderen Hilfskräften an diesem Morgen geschämt, in sauberem Oberteil vor der Kamera zu stehen."
Darum habe sie sich unüberlegt mit Schlamm beschmiert. Dies hätte ihr nicht passieren dürfen, weil sie Journalistin sei. "Als Mensch, dem das Leid aller Betroffenen zu Herzen geht," schrieb sie weiter, "ist es mir passiert. Ich bitte um Verzeihung."
Die Kommentare zeigen gemischte Reaktionen. Eine Person fragt: "Glaubt das ernsthaft jemand?" Ein*e weiter*e Follower*in jedoch findet: "Was zählt ist, dass Du tagelang geholfen hast. Für Deinen Fehler hast Du Dich entschuldigt, dann sollte jetzt auch gut sein."
Wie es für Ohlen weitergeht, ist noch nicht absehbar. Viel wichtiger scheint derzeit auch die Frage, wie es für die vielen Betroffenen der Katastrophe weitergeht, die alles verloren haben.

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