Milka Loff Fernandes über ihre depressive Phase im Leben: "Es war wie ein endloses Nebellabyrinth"

Die Moderatorin Milka Loff Fernandes sprach in einem Interview offen über ihren Kampf gegen die Depressionen und darüber, wie eine Topfpflanze ihr das Leben gerettet hat.

Früher war sie regelmäßig auf "VIVA" zu sehen, und war vor allem durch ihr sonniges Gemüt den Zuschauern aufgefallen und im Gedächtnis geblieben. Doch hinter der guten Laune verbarg die Moderatorin tiefen Schmerz, wie sie nun verriet.

Sie litt nicht nur an Depressionen, sondern auch an Essstörungen und sogar Selbstmord soll ihr durch den Kopf gegangen sein. In einem Buch hat sie nun ihre Erlebnisse verarbeitet.

Darin beschreibt sie ihr Leben als großartig. Im Interview mit dem Magazin "Bunte" beschrieb die junge Frau, weshalb sie dies so empfindet — trotz, oder gerade aufgrund der schwierigen Zeiten, die sie durchgemacht hat. Sie sagte:

"Die Tatsache, dass ich noch am Leben bin und es geschafft habe, an meinem Leben festzuhalten. Jeder Tag birgt unendliches Potenzial und dazu kleine Gesten, die es wertvoll machen. Dass ich das heute sagen kann, nachdem jahrelang Depressionen meine Begleiter waren, ist für mich wundervoll."

DIE DÜSTERE ZEIT IN IHREM LEBEN

Ihre Depressionen beschrieb Milka Loff Fernandes als "endloses Nebel-Labyrinth aus dunklen Gedanken". Doch es gab auch einen Hoffnungsschimmer in dieser augenscheinlich hoffnungslosen Zeit. Sie erkannte nach eigenen Angaben, dass sie es sich nicht gestatten durfte, ihren eigenen Selbstwert zu verlieren.

Sie erkannte, dass nur sie in der Lage sein würde, ihrem eigenen Leben Wert zu verleihen — das konnte niemand sonst für sie tun. Doch um aus einem solch tiefen Loch herauszukommen erfordert ein Anker, oder viel mehr eine Motivation. 

Für die Moderatorin soll dies die Vision eines glücklicheren Lebens gewesen sein, wie sie selbst verriet. Doch die Vorstellung oder der Wunsch nach einem glücklicheren Leben alleine genügte nicht. Es gehörte auch eine gehörige Portion ihres eigenen Willens dazu, sowie die Hilfe einer Therapie und... einer Topfpflanze.

Sie habe keinen sonderlich grünen Daumen, verriet sie, doch in dieser düsteren Zeit habe sie sich eine Pflanze gekauft, sie auf den Namen "Milka" getauft und ihr versprochen, sich um sie zu kümmern und sie zum Blühen zu bringen.

Es war der symbolische Akt, das Versprechen, diese eine Pflanze nicht sterben zu lassen, der dafür sorgte, dass sie etwas hatte, an dem sie sich festhalten konnte. Ein Anker auf stürmischer See.

Und es schien geklappt zu haben, denn sie besaß diese Pflanze mehrere Jahre lang, ehe sie sie schließlich vor einem Umzug verschenkte. In ihrem Buch hat sie sich an dem selben Prinzip orientiert, welches sie bei der Pflanze angewandt hat: kleine Schritte machen. 

Trotz ihrer Erfolge im Kampf gegen die Depressionen gestand Loff Fernandes auch, dass sie nie ganz weg sein wird. Die Depression ist wie ein ständiger Begleiter. Im Interview mit "Bunte" nannte sie diese die "Dunkelheit" in ihrem Herzen.

Sie hat die Depression als Teil von sich akzeptiert, hat gelernt, die Signale zu deuten, die ihr verraten, wenn etwas in ihrem Leben nicht so läuft, wie es gut für sie wäre. Deshalb schätzt sie ihre Depressionen, denn daraus sei auch etwas Gutes entstanden. Sie verriet:

"Ich gehe mitfühlender mit anderen Menschen um, weil ich weiß, wie es ist zu leiden. Als Gesellschaft wollen wir nur das Schöne sehen, aber Leid gehört ebenso dazu."

Die Depression habe ihr dabei geholfen, das Glück wieder erkennen zu können im Leben. Auch ihre kleine Familie helfe ihr stetig, weiter zu lernen. Vor allem von ihren beiden Töchtern lerne sie mehr noch als von sich selbst. 

Sie möchte ihren Töchtern beibringen, auf ihr Bauchgefühl zu vertrauen. Da sie selbst einmal an einer Essstörung gelitten hat, spielt auch das Thema Ernährung in der Erziehung ihrer Kinder eine große Rolle. Sie sage ihren Kindern nicht, was sie essen sollen und was nicht. Ihre Kinder seien "cool und noch viel zu jung, Diäten spielen da keine Rolle".

Doch ihre Kinder sind nicht ihre einzigen Stützpfeiler. Auch auf ihren Mann, ihre Mutter und ihre Freunde baut die Moderatorin sehr. 

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