Rückblick auf den Tod von Heinz Schubert ("Ein Herz und eine Seele") und seiner Film-Frau nach 16 Jahren

Heinz Schubert spielte in den 70er Jahren die Kultrolle von Ekel Alfred und prägte damit Generationen von Fernsehzuschauern. Hier ein Rückblick auf seinen Tod und den seiner Bildschirm-Ehefrau.

In der Erfolgsserie von Wolfgang Mendes, "Ein Herz und eine Seele", spielte Schubert den Charakter Ekel Alfred. Bei der Figur handelte es sich um einen Kleinbürger, der aufgrund seiner grantigen Art und überzogenen Gebären die Herzen der Zuschauer erobert hatte.

Heinz Schubert als "Ekel Alfred", 1975 | Quelle: Getty Images

Heinz Schubert als "Ekel Alfred", 1975 | Quelle: Getty Images

Doch "Ein Herz und eine Seele" war nicht die einzige Fernsehserie, für die der Schauspieler bekannt war. Später spielte er auch in der ARD-Serie "Mit einem Bein im Grab" und in der Serie "Der große Bellheim" mit. 

Doch keine Rolle schaffte es je wieder, so synonym mit dem Namen Schuberts zu werden, wie die von Ekel Alfred. Heinz Schubert starb im Februar 1999 an den Folgen einer Lungenentzündung. Er wurde 73 Jahre alt. 

DER MANN HINTER DEM NAMEN

Schubert war nicht nur vor der Kamera aktiv, auch auf den Theaterbühnen des Landes war er bekannt. Er war ein großartiger Theaterschauspieler und Komiker. Er kam in Berlin zur Welt und war der Sohn eines Prominentenschneiders, berichtet MOPO.

Heinz Schubert alias "Ekel Alfred" in einem Szenenfoto | Quelle: Getty Images

Heinz Schubert alias "Ekel Alfred" in einem Szenenfoto | Quelle: Getty Images

Er sollte ursprünglich in seine Fußstapfen treten, doch Schubert hatte andere Pläne. Er machte die Gesellenprüfung, ging danach jedoch auf eine Schauspielschule. 

Es war schließlich Bert Brecht, der dafür sorgte, dass er ans Berliner Ensemble kam. Schubert selbst soll sich an Brecht als ein Glücksfall für ihn erwiesen haben. Er soll nach Angaben von MOPO gesagt haben:

"Er hatte zwar immer Distanz zu seinen Schauspielern, aber er hat sie geliebt."

Diese Eigenschaft soll auch auf den Schauspieler selbst zugetroffen haben. Denn es bedurfte einiger Mühen, hinter die typische Berliner Art zu schauen, bis man sich ins Herz vorarbeiten konnte. Hatte man es jedoch dort hinein geschafft, so konnte man sich sicher sein, sich die Gunst erarbeitet zu haben.

Die Tetzlaffs aus "Ein Herz und eine Seele" im Portrait, 1973 | Quelle: Getty Images

Die Tetzlaffs aus "Ein Herz und eine Seele" im Portrait, 1973 | Quelle: Getty Images

Peter Zadek soll ein zweiter Glücksfall für die berufliche Laufbahn Schuberts gewesen sein. 1968 sorgte er dafür, dass er ans Deutsche Schauspielhaus kam. 

Hier spielte er unter anderem in den Stücken "Andy", in dem er einen schießwütigen Kioskbesitzer spielte, und "Lulu" mit, wo er in die Rolle von Schigloch schlüpfte.

Besonders das Plakat soll damals in Hamburg für Aufsehen gesorgt haben, heißt es laut Medienberichten zufolge. Der Grund dafür war, dass man den kleinen Heinz Schubert vor dem entblößten Unterleib einer Frau stehen sehen konnte.

Für Schubert wurde es auch etwas internationaler, als er für Zadek in der Pariser Inszenierung von "Maß für Maß" auftrat und dafür sogar seine Französischkenntnisse aufmöbelte. Dort spielte er an der Seite von Isabelle Huppert.

Heinz Schubert aus "Ein Herz und eine Seele" im Portrait, 1998 | Quelle: Getty Images

Heinz Schubert aus "Ein Herz und eine Seele" im Portrait, 1998 | Quelle: Getty Images

SEINE BEZIEHUNG UND SEIN PRIVATLEBEN

Zusammen mit Ilse Schubert hatte er drei Kinder und ein Enkelkind. Später ging er in den Lehrberuf und gab sein Wissen in München und an der Hamburger Musikschule weiter. 

Schubert hatte zudem ein etwas ungewöhnliches Hobby: Das Fotografieren von Schaufensterpuppen, heißt es in der Hamburger Morgenpost. Er soll über 2.000 Exemplare weltweit abgelichtet haben. 

Seine Werke sind sogar ausgestellt worden. Vor allem die Tatsache, dass er beim Fotografieren sein "eigener Regisseur" seie, soll ihm gefallen haben.

Heinz Schubert und seine Frau Ilse Schubert, Berlin, 1980 | Quelle: Getty Images

Heinz Schubert und seine Frau Ilse Schubert, Berlin, 1980 | Quelle: Getty Images

SEINE BILDSCHIRM-EHEFRAU

Wer an Ekel Alfred denkt, der denkt auch unvermeidlich an Else Tetzlaff, die Ehefrau des Charakters in der Fernsehserie. Diese wurde von Elisabeth Wiedemann übernommen.

Die Schauspielerin war das letzte Mitglied des legendären Serienquartetts. Auch sie starb 2015 im Alter von 89 Jahren. Ihre letzten Jahre hatte sie in einem Pflegeheim in Marquartsein in Oberbayern verbracht.

Wiedemann war 21 Folgen lang an der Seite von Schubert die Frau Ekel Alfreds. Ganz im Gegensatz zu ihrem Bildschirm-Ehemann war Else Tetzlaff mit einem großen Herzen gesegnet, war gutmütig, ein bisschen naiv und ungebildet.

Elisabeth Wiedemann im Portrait | Quelle: Getty Images

Elisabeth Wiedemann im Portrait | Quelle: Getty Images

Eine klassische Bezeichnung von Ekel Alfred für seine Frau war "dusselige Kuh" - ein Ausdruck, der ebenso liebevoll wie ernst gemeint schien und der längst schon Kultstatus erlangt hat. 

Sie war eine Frau ihrer Zeit und war demnach oft und fast überwiegend nur als Karikatur einer Hausfrau dargestellt, die ihren Sinn hinter dem Herd fand. Damit war sie ihrem Mann völlig untertan. 

"Ein Herz und eine Seele" wurde zur Kultserie und obwohl sie bereits seit 1973 läuft, sieht man die Wiederholungen auch heute noch gern im Fernsehen - besonders zu Silvester scheinen sich die Wiederholungen zu häufen. 

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