
Lisa Maria Potthoff brachte ihre Tochter in einem Volvo zur Welt: Drei Helden, die ihr halfen
Lisa Maria Potthoff, geboren am 25. Juli 1978 in West-Berlin und aufgewachsen in München, gehört seit über zwei Jahrzehnten zu den bekanntesten Gesichtern des deutschen Fernsehens. Als Susi Gmeinwieser in der Eberhofer-Filmreihe an der Seite von Sebastian Bezzel und als kampfsporterfahrene Ermittlerin in der ZDF-Krimireihe „Sarah Kohr" hat sie sich in die Herzen des Publikums gespielt.
Dabei war ihre Karriere alles andere als vorgezeichnet. Ihre Eltern waren beide Mediziner – die Mutter Ärztin, der Vater Psychologe. Der Gedanke, ebenfalls Medizin zu studieren, tauchte kurz auf, war aber schnell erledigt: Potthoff hatte längst ihre Leidenschaft für die Schauspielerei entdeckt.

Die Schauspielerin Lisa Maria Potthoff besucht am 21. November 2024 die Fernsehsendung „Kölner Treff“ im WDR-Studio in Köln. | Quelle: Getty Images
Mit 14 Jahren stand sie erstmals als Komparsin in einer Folge von „Derrick" vor der Kamera, es folgten Rollen in „Polizeiruf 110" und „SOKO 5113". Von 1997 bis 1999 absolvierte sie ihre Ausbildung an der Schauspielschule München – und legte damit den Grundstein für eine außergewöhnliche Karriere.
Privat hält sie ihr Leben so gut es geht aus der Öffentlichkeit heraus. Die gebürtige Berlinerin ist mit dem Fernsehproduzenten Torsten Berg verheiratet, einem gebürtigen Ostwestfalen, der unter anderem die Reisedoku „Bezzel & Schwarz – Die Grenzgänger" produzierte.
Das Paar lebt gemeinsam in Berlin. Ihre erste Tochter kam 2009 zur Welt, die zweite im Jahr 2014. Und die Geburt der Jüngeren ist eine Geschichte, die Potthoff bis heute nicht loslässt – und die sie erst nach Jahren begann, öffentlich zu erzählen.
Es sind noch drei Wochen bis zum errechneten Geburtstermin, als die Wehen eines Nachmittags plötzlich stärker und stärker werden. Ihr Mann und sie fahren los. Doch schon im Auto wird klar: Es ist zu spät. Sie müssen anhalten – mitten auf der Straße, an einer Hecke. Und kurz nach 18 Uhr kommt das Kind auf die Welt.
Als ein Interviewer sie auf diese Geschichte anspricht, reagiert Potthoff mit entwaffnender Offenheit:
„Es stimmt tatsächlich. Ich dachte bis dahin auch immer: ‚Wer ist denn so blöd und schafft es zur Entbindung nicht rechtzeitig ins Krankenhaus?' Und schwupps – war ich eine von ihnen."
Und sie fügt lachend hinzu: „Wenn man das sieht, denkt man ja: ‚Du meine Güte! Geht's auch eine Nummer kleiner?' Aber bei der Geburt war vieles filmreif, teilweise sehr nah an einer Komödie. Wenn ich die Geschichte heute erzähle, finde ich sie immer noch irrsinnig komisch."
In einem späteren Interview schildert sie die Szene noch genauer:
„Meine Tochter war eine Autogeburt. Sie ist vor zehn Jahren in unserem Volvo zur Welt gekommen. Ich hatte es nicht mehr bis ins Krankenhaus geschafft. So kam es, dass eine Rentnerin und eine Joggerin meine Geburtshelferinnen waren. Ebenso wie der Rettungssanitäter, der dann kam, aber auch noch nie ein Kind entbunden hatte."
Was dabei entstand, war ein ungewöhnliches Helferteam: ihr Mann, der sie durch die Schmerzen begleitete und lobte, eine Rentnerin, die eigentlich nur ihre Hecke schneiden wollte und nun den Rücken der Gebärenden massierte, eine Joggerin, die schnell frische Handtücher und einen kühlen Waschlappen brachte, und ein Rettungssanitäter, der zwar noch nie eine Geburt begleitet hatte, aber trotzdem zur Stelle war. Die Nabelschnur wurde noch im Auto durchgeschnitten. Erst danach ging es ins Krankenhaus.
Für Potthoff war die Reaktion der Fremden auf der Straße mehr als eine lustige Anekdote – sie berührte sie tief. „Ich hatte immer Angst, dass ich mal in einer Situation hilflos bin, und alle glotzen und gehen vorbei. Wenn ich so etwas in der Zeitung lese, werde ich unfassbar wütend", sagt sie. Stattdessen erlebte sie das Gegenteil: Menschen, die sich ohne große Worte in den Dienst einer Fremden stellten.
Diese Dankbarkeit hat sie in eine Tradition verwandelt, die bis heute anhält:
„Jedes Jahr am Geburtstag meines Kindes treffen wir uns um 18 Uhr dort an der Hecke: meine Familie, der Sanitäter, die Rentnerin und die Joggerin, und dann stoßen wir alle gemeinsam an. Das ist wunderschön."
Eine Schauspielerin, die starke Frauen spielt – und die weiß, dass echte Stärke manchmal darin liegt, Hilfe anzunehmen, wenn man sie am meisten braucht.
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