logo
StartseiteNews
Papst Leo XIV. hält am 18. Mai 2025 auf dem Petersplatz im Vatikan eine Heilige Messe zum Beginn seines Pontifikats | Quelle: Getty Images
Papst Leo XIV. hält am 18. Mai 2025 auf dem Petersplatz im Vatikan eine Heilige Messe zum Beginn seines Pontifikats | Quelle: Getty Images

„Das kann ich nicht machen“: US-Bank verweigert Papst Leo XIV. die Dienstleistung – Der Grund

Maren Z.
08. Mai 2026
16:51

Wer Papst ist, führt die katholische Kirche, spricht zu Millionen Gläubigen und lebt in einem Umfeld, das für viele unerreichbar wirkt. Doch selbst dieses Amt schützt offenbar nicht vor ganz alltäglichen Hürden. Genau davon handelt eine Geschichte, die derzeit in katholischen Kreisen in den USA die Runde macht – und die so ungewöhnlich klingt, dass sie fast wie eine Pointe wirkt.

Werbung

Im Mittelpunkt steht Papst Leo XIV., bürgerlich Robert Francis Prevost, der aus dem Großraum Chicago stammt. Nach Angaben seines engen Freundes, des Geistlichen Tom McCarthy, griff der neue Pontifex einige Zeit nach seiner Wahl selbst zum Telefon, um sich bei seiner Bank in den USA zu melden. Es ging um nichts Spektakuläres, sondern um eine Änderung seiner hinterlegten Kontaktdaten. Die Telefonnummer und die Adresse in den Bankunterlagen sollten aktualisiert werden.

Papst Leo XIV. am 16. April 2026 in Bamenda, Kamerun | Quelle: Getty Images

Papst Leo XIV. am 16. April 2026 in Bamenda, Kamerun | Quelle: Getty Images

Was dann folgte, hatte wenig mit vatikanischer Autorität und viel mit standardisierten Abläufen zu tun. Wie McCarthy bei einer katholischen Veranstaltung in Naperville im Bundesstaat Illinois schilderte, meldete sich der Papst unter seinem bürgerlichen Namen Robert Prevost. Er beantwortete die Sicherheitsfragen korrekt und tat damit genau das, was jeder andere Kunde in derselben Lage wohl auch getan hätte. Trotzdem bekam er die gewünschte Änderung nicht.

Werbung

Die Mitarbeiterin der Bank am anderen Ende der Leitung blieb offenbar strikt bei den Vorgaben. Nach McCarthys Darstellung erklärte sie, das reiche nicht aus. Der Kontoinhaber müsse persönlich in der Filiale erscheinen. Für den Papst, der inzwischen in Rom lebt und an den Vatikan gebunden ist, war das naturgemäß keine realistische Option.

Laut der Schilderung seines Freundes reagierte er darauf mit wachsender Frustration und sagte: „Das kann ich nicht machen“. Dass er alle Sicherheitsfragen korrekt beantwortet habe, änderte an der Entscheidung offenbar nichts.

John Prevost in einem am 19. August 2025 veröffentlichten Video | Quelle: YouTube/NBC Chicago

John Prevost in einem am 19. August 2025 veröffentlichten Video | Quelle: YouTube/NBC Chicago

Werbung

An diesem Punkt nahm das Gespräch eine Wendung, die es so wohl nur einmal im Leben einer Bankangestellten gibt. Der Papst versuchte es mit einem letzten Hinweis auf seine Identität. Er soll gefragt haben:

Würde es für Sie eine Rolle spielen, wenn ich Ihnen sagen würde, dass ich Papst Leo bin?“

Doch auch das half nicht weiter. Nach McCarthys Bericht legte die Bankmitarbeiterin auf. Die Geschichte wurde von McCarthy zunächst bei einem Bildungstreffen für Männer und Jungen in einer Kirche in Naperville erzählt. Später bestätigte er per E-Mail, dass der Vorfall tatsächlich so passiert sei.

Papst Leo XIV. winkt bei seiner Ankunft in der St.-Joseph-Kathedrale in Bamenda am vierten Tag seiner elftägigen Apostolischen Reise nach Afrika am 16. April 2026 | Quelle: Getty Images

Papst Leo XIV. winkt bei seiner Ankunft in der St.-Joseph-Kathedrale in Bamenda am vierten Tag seiner elftägigen Apostolischen Reise nach Afrika am 16. April 2026 | Quelle: Getty Images

Werbung

Demnach ging es bei seinem Bericht nicht um eine erfundene Anekdote, sondern um eine echte Begebenheit aus dem Alltag des Papstes. Eine Stellungnahme des Vatikans lag nach Medienberichten zunächst nicht vor.

Interessant ist an dieser Episode nicht nur der kuriose Ablauf, sondern auch das Bild, das sie von Leo XIV. zeichnet. Der Papst stammt aus einfachen Verhältnissen im Umfeld von Chicago, arbeitete später als Bischof in Peru und war vor seiner Wahl bereits in einer wichtigen Position im Vatikan tätig. Dieser Vorfall passt deshalb in gewisser Weise zu einem Bild von Bodenständigkeit, das auch andere Päpste gepflegt haben.

Ganz ohne Lösung blieb das Problem am Ende allerdings nicht. Laut McCarthy konnte die Angelegenheit schließlich geklärt werden, weil ein anderer Priester eine Verbindung zum Präsidenten der Bank hatte. Erst durch diese persönliche Hilfe wurde geregelt, was über den normalen Kundenservice zunächst gescheitert war.

Papst Leo XIV. spricht am 12. April 2026 in der Vatikanstadt zu den Gläubigen, die sich auf dem Petersplatz zum „Regina Caeli“ versammelt haben | Quelle: Getty Images

Papst Leo XIV. spricht am 12. April 2026 in der Vatikanstadt zu den Gläubigen, die sich auf dem Petersplatz zum „Regina Caeli“ versammelt haben | Quelle: Getty Images

Werbung

John Prevost, der Bruder des Papstes, verriet in einem Interview selbst, dass er bei jenem Vorfall wohl ebenfalls im Gespräch mit seinem Bruder gewesen war:

„Es ging so lange so weiter, dass ich sagte: ‚Wissen Sie, Ma'am, es könnte für Sie hilfreich sein zu wissen, dass Sie gerade mit meinem Bruder sprechen, der sich gerade in Rom aufhält [...] Sie sprechen mit dem Papst.‘“

Daraufhin soll die Mitarbeiterin lediglich, „ach, wirklich?“ gesagt und einfach aufgelegt haben. McCarthy selbst stellte mit einem gewissen Humor eine berechtigte Frage: „Können Sie sich vorstellen, als die Frau bekannt zu sein, die den Papst abgewürgt hat?” Genau das dürfte diese Bankmitarbeiterin, sofern sie von dem Vorfall erfahren hat, so schnell nicht vergessen.

Werbung
Werbung
Ähnliche Neuigkeiten