logo
StartseiteNews
Sturla Holm | Quelle: Getty Images
Sturla Holm | Quelle: Getty Images

Bronzemedaillengewinner Sturla Holm Laegreid gibt in seinem Interview nach dem Rennen eine Affäre zu

Edita Mesic
11. Feb. 2026
16:35

Mit seiner sportlichen Leistung sorgte er zunächst für Jubel – doch kurz darauf dominierte nicht mehr seine Medaille die Schlagzeilen, sondern ein sehr persönliches Geständnis. Der norwegische Biathlet Sturla Holm Lægreid gewann bei den Olympischen Winterspielen 2026 Bronze im 20-Kilometer-Einzelrennen – und schockierte unmittelbar danach mit einer emotionalen Beichte vor laufenden Kameras.

Werbung

Eigentlich hätte der Fokus an diesem Wettkampftag auf der sportlichen Leistung liegen sollen. Lægreid sicherte sich mit einem starken Rennen einen Platz auf dem Podium und damit seine erste Einzelmedaille bei diesen Spielen. Doch in der Mixed Zone nutzte der 28-Jährige den Moment nicht nur für sportliche Analysen – sondern für ein persönliches Geständnis, das weltweit für Aufsehen sorgte.

Werbung

Vor TV-Kameras gab der Biathlet zu, seine Freundin betrogen zu haben. Ein Schritt, den er später selbst kritisch reflektierte. „Ich war ein bisschen in meiner eigenen Welt“, erklärte er wenige Stunden nach dem Interview und räumte ein, dass Zeitpunkt und Rahmen seiner Offenbarung nicht ideal gewesen seien.

Besonders emotional wurde es, als Lægreid über seine Beziehung sprach. „Vor sechs Monaten habe ich die Liebe meines Lebens getroffen – die schönste und gütigste Person der Welt. Vor drei Monaten habe ich meinen größten Fehler begangen und sie betrogen.“

Werbung

Der Norweger machte deutlich, wie sehr ihn die Situation belastet habe. „Ich hatte die Goldmedaille im Leben, und ich bin mir sicher, dass viele Menschen das anders sehen, aber ich habe nur Augen für sie. Der Sport ist in den letzten Tagen in den Hintergrund getreten. Ja, ich wünschte, ich könnte das mit ihr teilen.“ Später erläuterte er seine Beweggründe ausführlicher gegenüber der norwegischen Zeitung VG:

„Die einzige Möglichkeit, das zu lösen, ist, alles zu erzählen und alles offen auf den Tisch zu legen und zu hoffen, dass sie mich trotzdem noch lieben kann. Das habe ich für sie getan, und jetzt für die ganze Welt. Ich habe nichts zu verlieren. Ich möchte ein gutes Vorbild sein, aber ich muss zugeben, wenn ich Fehler mache.“

Und weiter: „Ich weiß nicht, ob es die richtige Entscheidung war, aber es war die Entscheidung, die ich getroffen habe. Ich habe mich entschieden, der Welt zu erzählen, was ich getan habe, damit sie vielleicht erkennt, was sie mir wirklich bedeutet – vielleicht auch nicht, aber ich möchte nicht denken, dass ich nicht alles versucht habe, um sie zurückzugewinnen.“

Werbung

Die sehr öffentliche Aufarbeitung seiner privaten Krise überschattete jedoch nicht nur seine eigene Medaille – sondern auch den Triumph seines Teamkollegen Johan-Olav Botn. Der Norweger gewann Gold und widmete seinen Sieg dem verstorbenen Freund und Teamkollegen Sivert Bakken.

Werbung

Bei einer Pressekonferenz zeigte sich Lægreid deshalb reumütig und suchte das direkte Gespräch mit dem Olympiasieger. „Ich will dir heute nicht die Show stehlen“, sagte er und betonte, dass Botns Erfolg für immer Bestand haben werde, während die Debatte um seine Person hoffentlich schnell abklinge.

Botn selbst reagierte diplomatisch. Er stellte klar, dass jeder Athlet selbst entscheide, worüber er spreche. Für ihn stehe der emotionale Wert seines eigenen Sieges im Vordergrund.

In Norwegen löste Lægreids TV-Beichte dennoch eine breite Diskussion aus. Wintersport-Ikonen und Experten äußerten Kritik – weniger am Geständnis selbst, sondern am Zeitpunkt. Der ehemalige Rekordweltmeister Johannes Thingnes Bö bezeichnete die Situation als überraschend und sprach von einem unglücklichen Timing. Auch Langlauf-Legende Petter Northug fand deutliche Worte und erklärte, es habe viele passendere Gelegenheiten gegeben, ein solches Thema öffentlich zu machen.

Werbung
Werbung

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt der Fall durch die Reaktion von Lægreids Ex-Partnerin. „Es ist schwer zu vergeben“, sagte die Frau, die anonym bleiben wollte, am Mittwoch gegenüber der norwegischen Boulevardzeitung VG. „Selbst nach einer Liebeserklärung vor den Augen der ganzen Welt.“

Sportlich bleibt Lægreids Leistung dennoch beachtlich. Der siebenfache Weltmeister zählt seit Jahren zur Weltspitze im Biathlon und konnte mit Bronze einmal mehr seine Klasse unter Beweis stellen. Doch die Ereignisse nach dem Rennen zeigen, wie eng im Spitzensport Triumph und persönliche Krisen beieinanderliegen können.

Was als Tag sportlicher Anerkennung begann, entwickelte sich für Sturla Holm Lægreid zu einem der emotionalsten Momente seiner Karriere. Zwischen Medaille, Reue und öffentlicher Selbstoffenbarung wurde deutlich: Nicht jede Beichte bringt Erleichterung – schon gar nicht, wenn sie vor einem Millionenpublikum erfolgt.

Werbung
Werbung
Ähnliche Neuigkeiten