Schönheit: Färben, Herausziehen, Repigmentieren, alles, was wir über graues Haar wissen müssen

Für viele ist es noch immer ein Grauen – im wahrsten Sinne des Wortes – der Blick auf den Haaransatz und die dort sprießenden, starrsinnigen grauen Haare. Gibt es denn noch immer keine Alternativen zum Färben? Immer häufiger findet man sogenannte "Repigmentierungsmittel" in den Regalen der Apotheken und Drogeriemärkte. Sind das die Zaubermittel, auf die sehnlichst gewartet wurde? AmoMama beschäftigt sich mit der Thematik und fasst zusammen, was man zu grauem Haar wissen muss.

Graues oder silbernes Haar ist in den vergangenen Jahren zum Trend geworden, wie man auch auf dem roten Teppich immer öfter sieht. Vielen Frauen und Männern hat dies eine Last von den Schultern genommen. Schließlich kriegen wir alle früher oder später graues Haar und der ganze Stress, dies tunlichst zu verheimlichen, kann zur Belastung werden.

Nichtsdestotrotz ist graues Haar noch immer ein Dorn im Auge vieler Betroffener. Es wird als Zeichen des Älterwerdens gesehen, ein Symbol der menschlichen Vergänglichkeit – etwas, an das kaum jemand gern erinnert wird. Wie also können wir mit grauem Haar umgehen und wie können wir es am besten verstecken, wenn wir dies möchten?

Das Färben ist sicherlich die erste Option, an die wir bei dem Thema denken. Es gibt unzählige Färbemittel für daheim und natürlich gibt es auch Beratung im Friseursalon. Blonde Personen haben es beim Färben etwas leichter, denn da fällt ein grauer Ansatz nicht gleich auf.

Bei dunklerem Haar ist das schon nicht mehr so einfach. Hier können Ansatzfärbemittel helfen. Eine weitere Option ist es, nach und nach heller zu färben, um graduell an den Punkt zu gelangen, wo das Haar blond oder grau getragen werden kann. Diese Taktik wird vermehrt angewandt und begünstigt dadurch, dass Grau mittlerweile trendig ist.

Es gibt aber auch kompliziertere Mittelchen, die mehr versprechen als reines Abdecken. RTL hat mit zwei Testerinnen und einer Dermatologin zwei Produkte unter die Lupe genommen, die sogenanntes "Repigmentieren" versprechen. Damit ist gemeint, dass das graue Haar wieder seine natürlich Färbung annimmt.

Über einen Zeitraum von drei Monaten wurden eine Repigmentierungscreme für 7 Euro pro Packung und ein Repigmentierungsserum für 65 Euro getestet. Die Dermatologin misst vor und nach der Behandlung den Grauhaarbefall am Haaransatz.

Das Ergebnis ist jedoch ernüchternd. Das Serum zeigte bei der Kandidatin keinerlei Wirkung. Die Kandidatin, die die Creme anwandte, hatte sogar mehr graue Haare als zuvor. Die Repigmentierung scheint hier zumindest also nicht angeschlagen zu haben.

Das Video klärt aber auch noch mit 2 Mythen rund um graues Haar auf. Es heißt oft, dass noch mehr graue Haare wachsen, wenn eines herausgezogen wird. Die Dermatologin widerspricht dem klar.

Wann graues Haar sprießt, sei genetisch festgelegt. Es hänge mit natürlichen Zyklen der Melanozyten zusammen, also den Zellen, die Farbpigmente im Haar produzieren. Nach einer genetisch bedingten Anzahl von Zyklen arbeiten die Melanozyten nicht mehr. Dieser Prozess wird durch das Entfernen einzelner grauer Haare nicht beschleunigt.

Der zweite Mythos dreht sich um Stress. Kurz gesagt lautet er: je mehr Stress, desto mehr graue Haare. Dies bestätigt die Dermatologin tatsächlich. Stress hat komplexe Auswirkungen auf den Körper, eine davon kann Haarausfall sein. Je mehr Haare ausfallen, desto schneller verbrauchen sich die limitierten Haarzyklen des pigmentierten Haars und das Haupt ergraut.

Im Endeffekt muss man wohl akzeptieren, dass es derzeit keine magische Waffe gegen graues Haar gibt. Färben ist effektiv, ist jedoch auch mit ständigem Arbeitsaufwand verbunden. Die veränderte Trendlandschaft mag manch einen ermutigen, die silbergraue Haarpracht mit Stolz und Stil zu tragen.

Viele werden weiterhin versuchen, das ungewollte Grau zu verstecken, weil sie sich schlicht wohler damit fühlen. Beide Entscheidungen sind persönlich und völlig legitim. In beiden Fällen gilt, dass gründliche Pflege der Schlüssel ist. Mit Feuchtigkeit versorgtes Haar, das nicht allzu oft mit heißen Stylinggeräten belästigt wird, wird wunderbar strahlen und schimmern – ganz egal, in welcher Farbe.

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