
„Ameli, versprich mir": Rosi Mittermaiers Tochter enthüllt den letzten Wunsch ihrer Mutter vor ihrem Tod

Mehr als drei Jahre sind vergangen, seit sich Rosi Mittermaier von ihrem Kampf gegen den Krebs geschlagen geben musste. Nun hat sich ihre Tochter erstmals ausführlich zu diesem schweren Verlust geäußert.
Ameli Neureuther, die anders als ihr bekannterer Bruder nur selten im Rampenlicht steht, gewährt in einem neuen Interview einen persönlichen Blick auf diese schwierige Phase.

Rosi Mittermaier zu Hause in Garmisch-Partenkirchen, 20. Juli 2020. | Quelle: Getty Images
Ein schmerzhafter Abschied
Im Januar 2023 erlag die einstige Skirennläuferin Rosi Mittermaier im Alter von 72 Jahren ihrer Krebserkrankung. Nun öffnet sich ihre Tochter im Gespräch mit dem Magazin „Gala" und schildert, wie belastend diese Zeit für sie war: „Das war die schwerste Zeit meines Lebens und wohl auch die intensivste."
Wie berichtet, besuchte Neureuther ihre Mutter in dieser Phase jeden einzelnen Tag. Ihr wurde dabei klar, welchen Wert jeder einzelne Augenblick besitzt. Bis zum Schluss stand sie ihrer Mutter zur Seite:
„Auf einmal lösten sich alle scheinbar großen Probleme auf, und es blieb nur die pure, bedingungslose Liebe."
Die letzten gemeinsamen Momente
Kurz bevor ihre Mutter für immer ging, richtete diese noch bestimmte Worte an ihre Tochter — Worte, die Neureuther bis heute begleiten. Was genau ihre Mutter ihr damals mitgab, teilt die 45-Jährige nun mit ihren Followern.
Auf Blick.ch heißt es, dass Neureuther nach dem Verlust ihr Esszimmer umfunktionierte — es verwandelte sich in ein Atelier. Das Malen kehrte in ihr Leben zurück, und innerhalb weniger Wochen wuchs daraus die Bilderserie „Flying Seeds". Diesen Prozess beschreibt sie als ihren persönlichen „Weg zur Heilung und zu neuer Kraft". Ein solcher Verlust öffne einem die Augen dafür, wie wertvoll die eigene Zeit sei.
Kreativität als Vermächtnis
Ihre „positive Einstellung und ihr Lachen" habe sie von ihrer Mutter geerbt, wie n-tv berichtet. Ob sie ihre Kunst überhaupt öffentlich zeigen sollte, rang sie lange mit sich selbst:
„Es war vor allem die Angst vor Bewertung."
Heute wünscht sie sich, dass ihre farbenfrohen Werke bei den Betrachtern Mut und Hoffnung auslösen. Verluste und Trauer gehörten zum Leben dazu — solche Phasen bärgen aber auch etwas „Magisches" in sich, das einen letztlich voranbringe.

Rosi Mittermaier beim Abfahrtslauf der Frauen bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck. | Quelle: Getty Images
Auf ihrer eigenen Webseite erklärt Neureuther zudem, dass ihre kreative Ausdrucksweise für sie den eigentlichen Sinn des Lebens darstellt. Diese Leidenschaft reicht zurück bis in ihre Kindheit: Mit gerade einmal sechs Jahren zeigte ihre Mutter ihr ein Bild des berühmten „Blauen Pferds" von Franz Marc und legte ihr Pinsel sowie Wasserfarben daneben:
„Meine Bilder sind positiv, sollen Lebensfreude wecken und Geschichten erzählen, die den Betrachter dazu inspirieren das eigene Leben zu reflektieren. Sie sollen Mut machen, den eigenen Wünschen zu folgen, um in die eigene Kraft zu kommen. In jedem von uns schlummern Samen, die nur noch gegossen werden müssen, um zu keimen."

Rosi Mittermaier präsentiert ihre Medaillen bei einer Pressekonferenz während der Olympischen Winterspiele in Innsbruck, 15. Februar 1976. | Quelle: Getty Images
Ein Versprechen wird eingelöst
Schließlich lüftet Neureuther, wie sie selbst auf ihrer Homepage schildert, das Geheimnis um die letzten Worte ihrer Mutter:
„Ameli, versprich mir, dass du dich zeigst."
Und weiter:
„Ich wünsch mir Ameli, dass du wieder malst. Fang einfach damit an und zeig dich."
Genau dieses Vermächtnis nahm sich Neureuther zu Herzen — und setzte es um. Das Malen fungierte dabei als eine Art Therapie für sie:
„Die Serie 'Flying Seeds' ist entstanden. Fliegende Samen, die sich fortpflanzen, vermehren und somit den ewigen Kreislauf des Lebens bilden. Bunte Blüten, die Mut machen und Trost spenden. In jedem von uns steckt so ein Samen, der darauf wartet zu erblühen."

„Rosi Mittermaier mit ihrer einjährigen Tochter Ameli im Sommerurlaub an der Nordsee, 1982. | Quelle: Getty Images"
Aus der Ehe von Rosi Mittermaier und Christian Neureuther stammt neben Ameli auch Sohn Felix. Der 42-Jährige, der ebenso wie beide Elternteile eine Karriere im Skisport absolvierte, zeigt sich deutlich häufiger in der Öffentlichkeit als seine zurückhaltendere Schwester.
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