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25. Juni 2021

Kiel: Hund verschwindet plötzlich aus dem Garten und wird eingeschläfert

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Eine Kieler Hundebesitzerin durchlebte einen Alptraum für alle Hundeliebhaber*innen. Die Geschichte ist eigentlich kaum zu glauben. Ihr Hund "Paul" verschwand aus ihrem Garten und wurde ins Tierheim gebracht. Dort wurde der 15-jährige Rüde eingeschläfert – und dass, ohne das Wissen und die Zustimmung seiner Besitzerin.

Carina Schlupp lebt in einem Reihenhaus in Kiel. Ihr Golden Retriever "Paul" war ihr treuer und liebevoller Begleiter. Seit 15 Jahren schon kuschelte er mit ihr auf dem Sofa und bedankte sich mit Hundeküsschen für Leckerlis und Streicheleinheiten.

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"Paul" war ein Senior, das war Schlupp klar. Sie stand in engem Kontakt mit ihrem Tierarzt, der Vierbeiner war also in guter Betreuung. Ernsthafte Erkrankungen hatte er nicht.

"'Paul' war einfach nur alt," berichtete Schlupp, "der Tierarzt meinte, er habe keine Schmerzen und wir sollen ihn machen lassen, was er will. Wir wussten, dass er nicht mehr lange leben wird."

Der goldene Schatz mit dem seidigen Fell war vielleicht nicht mehr der aktivste, aber allem Anschein nach hat er sein Hundeleben noch immer genossen.

"Er hat es einfach nur geliebt draußen auf seiner Decke zu liegen. Wenn er Schmerzen gehabt hatte, dann hätte ich das gemerkt," so Schlupp.

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Umso größer war ihr Schock, als "Paul" am 13. Juni nicht mehr zu Hause war, als sie von der Arbeit kam. Eine Benachrichtigung im Briefkasten erklärte, "Paul" sei vom Ordnungsdienst ins Tierheim eingeliefert worden.

Er sei ohne Aufsicht und ohne Zugang zu Trinkwasser allein im Garten gelassen worden. Schlupp jedoch erklärte, dass "Paul" dort schlicht am liebsten seine Zeit verbrachte, es habe keine Vernachlässigung stattgefunden.

Im Tierheim durfte Schlupp ihren Liebling nicht besuchen, die Situation war unklar. Zehn Tage später teilte man ihrem Anwalt mit, "Paul" sei eingeschläfert worden. Die Veterinärabteilung des Tierheimes habe dies veranlasst.

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Vieles ist noch ungeklärt: wer hatte "Paul" Abholung veranlasst? Schlupp und ihr Anwalt haben Nachbarn in Verdacht. Warum wurde er so schnell eingeschläfert, obwohl er eine Besitzerin hatte, die ihn unbedingt wieder nach Hause holen wollte?

Einschläferungen dürfen in Deutschland nur von Veterinärmediziner*innen und nur in Ernstfällen durchgeführt werden. Zu Ernstfällen gehören beispielsweise unheilbare, nicht schmerztherapierbare Krankheiten, schlimme Unfälle, oder hohes Alter, wenn dabei die Lebensqualität des Tieres beispielsweise durch starke Mobilitätseinschränkung oder Inkontinenz deutlich verringert ist.

Die Injektion des Euthanasiemittels soll in möglichst stressfreier Umgebung stattfinden. Viel Wert wird dabei darauf gelegt, dass die Besitzer*in mit dem Haustier zusammen ist und dem Liebling mit Streicheleinheiten und Leckereien Angst und Stress nehmen kann.

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Umso erstaunlicher ist es, dass "Paul" in Abwesenheit von Carina Schlupp eingeschläfert wurde, allein und in fremder Umgebung. Das Tierheim, in dem er untergebracht war, meldete kurz darauf Überfüllung an.

Schlupp und ihr Anwalt vermuten, dass es einen Zusammenhang geben könnte. Womöglich war für den pflegeintensiven Senior keine Kapazität vorhanden. Die weitere Entwicklung des Falles ist noch offen.

Schlupp soll den Tierheimaufenthalt und "Pauls" Autopsie bezahlen, eventuell droht ihr zusätzlich ein Bußgeld wegen Tierwohlgefährdung. Neben der Trauer um den Verlust muss Schlupp sich also mit den rechtlichen Aspekten des Vorfalls auseinandrsetzen.

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