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Heintje | Quelle: Getty Images
Heintje | Quelle: Getty Images

„Auch der Herbst hat schöne Tage": Das bewegte Leben von Heintje – vom Kinderstar mit der Engelsstimme bis heute

Edita Mesic
13. Okt. 2026
16:49

Mit seiner glockenklaren Stimme sang er sich als Zwölfjähriger in die Herzen von Millionen. Fast 60 Jahre nach seinem Welthit „Mama" blicken wir auf das bewegte Leben von Heintje zurück – von den ersten Kinderfotos bis heute. Und wer ihn aus seiner Glanzzeit kennt, wird am Ende staunen, wie er inzwischen aussieht.

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Es gibt Stimmen, die vergisst man nie. Die von Heintje gehört dazu. Wenn der kleine Junge in den 1960er-Jahren „Mama" anstimmte, blieb kaum ein Auge trocken. Heute ist aus dem Lausbuben mit dem frechen Lächeln ein Mann im Herbst seines Lebens geworden – mit einer bewegten Karriere, schweren Schicksalsschlägen und einer bemerkenswerten Verwandlung. Wir nehmen Sie mit auf eine Reise durch sein Leben in Bildern.

Hein Simons (Heintje), 1970 | Quelle: Getty Images

Hein Simons (Heintje), 1970 | Quelle: Getty Images

Der kleine Junge, der nur ein Lied sang

Angefangen hat alles in einer Kneipe. In der Hanni-Bar seiner Eltern, direkt an der deutsch-niederländischen Grenze, stellte sich der kleine Hein neben die Musikbox und sang – immer wieder nur einen Song: „Mama". Geboren wurde er am 12. August 1955 in den Niederlanden, und schon früh war klar, dass in diesem Kind ein außergewöhnliches Talent steckte.

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1966 entdeckte ihn der niederländische Musiker Addy Kleijngeld nach einem Talentwettbewerb, den Heintje mit der niederländischen Fassung von „Mama" gewann. Kleijngeld nahm ihn unter Vertrag und schrieb viele seiner Lieder. Kurz vor Weihnachten 1967 trat der Zwölfjährige dann in der ZDF-Show „Der goldene Schuß" auf und schmetterte sein „Mama" glockenhell und hoch – sehr hoch. Es war der Beginn einer beispiellosen Karriere.

Hein Simons (Heintje), 1970 | Quelle: Getty Images

Hein Simons (Heintje), 1970 | Quelle: Getty Images

Der Erfolg war überwältigend. „Mama" hielt sich 25 Wochen in den Charts, erreichte in Deutschland Platz zwei und wurde 1968 zur meistverkauften Single des Landes. Mit seiner zarten Stimme und dem unschuldigen Gesicht flogen Heintje die Herzen nur so zu.

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Es war mehr als ein Hit – es war ein Phänomen. In einer Zeit, in der Schlager das Lebensgefühl ganzer Familien prägte, wurde der kleine Junge mit der hohen Stimme zum Liebling einer ganzen Generation. Seine Platten verkauften sich millionenfach, seine Auftritte lösten regelrechte Begeisterungsstürme aus. Kaum ein Kinderstar im deutschsprachigen Raum hat jemals eine vergleichbare Welle ausgelöst. Und bis heute können unzählige Menschen die ersten Zeilen von „Mama" auswendig mitsingen – ein Beweis dafür, wie tief sich dieses Lied ins kollektive Gedächtnis gegraben hat.

Der Kinderstar erobert die Leinwand

Doch Heintje war nicht nur als Sänger ein Phänomen. 1968 gab er in „Zum Teufel mit der Penne" sein Filmdebüt, ab 1969 spielte er Hauptrollen in mehreren Filmen, die eigens für ihn geschrieben wurden. Diese Streifen festigten sein Image als Kinderstar und ließen seine Popularität weiter in die Höhe schnellen. Für eine ganze Generation war er das Gesicht einer heilen, unbeschwerten Welt.

Hein Simons (Heintje), 1969 | Quelle: Getty Images

Hein Simons (Heintje), 1969 | Quelle: Getty Images

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Stimmwechsel und ein Neustart als Hein Simons

Wie jeder Kinderstar musste auch Heintje irgendwann dem Erwachsenwerden Tribut zollen. Mit dem Stimmbruch verlor er jenes unverwechselbare, glockenklare Timbre, das ihn berühmt gemacht hatte. Fortan trat er unter seinem bürgerlichen Namen Hein Simons auf und versuchte mehrere Comebacks.

Besonders in Südafrika fand er mit auf Afrikaans aufgenommenen Alben eine neue, treue Fangemeinde. In Europa aber blieb der ganz große Erfolg zunächst aus. Seinen Charme und das freche Lächeln von einst aber behielt er sich – und gab nie auf.

Mitte der 1990er-Jahre etablierte er sich schließlich im Bereich der volkstümlichen Musik und blieb seinem Publikum treu. Zu Beginn der 2000er zeigte er sich gern auch mal in auffälligen Looks – etwa in einem strahlend roten Jackett, das dunkle Haar elegant zurückgekämmt. Der einstige Kinderstar war längst ein gestandener Entertainer geworden.

Rudi Carrell und Hein Simons 'Heintje', 1970 | Quelle: Getty Images

Rudi Carrell und Hein Simons 'Heintje', 1970 | Quelle: Getty Images

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Ein neues Zuhause im Dreiländereck

Privat fand Hein Simons sein Glück fernab der großen Bühnen. Seit seiner Heirat lebt er auf einem Gutshof in Belgien, im Dreiländereck bei Aachen, wo er einen Reiterhof betreibt. Ein ruhiges, bodenständiges Leben auf dem Land – weit weg vom Trubel seiner frühen Jahre. Bei Auftritten aber können ihn seine Fans noch immer bewundern.

Als der „Mama"-Sänger seine eigene Mama verlor

Es ist eine der tragischsten Wendungen in Heintjes Leben – und sie hat mit genau jenem Lied zu tun, das ihn berühmt machte. Im November 2020 starb seine Mutter Johanna Simons im Alter von 86 Jahren. Der Mann, der die Welt mit einem Liebeslied an seine Mutter eroberte, musste nun selbst Abschied von seiner „Mama" nehmen.

Die Umstände machten den Verlust besonders bitter. Johanna Simons war mit dem Coronavirus infiziert und ins Krankenhaus gebracht worden – gestorben aber ist sie nach Angaben ihres Sohnes an Herzversagen. „Es war ihr Herz, das zu schwach war und versagt hat", sagte Hein Simons. Sein Manager brachte es auf den Punkt: „Seine Mutter war alles für ihn."

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Besonders schmerzhaft: In der Zeit der Pandemie konnte er seine Mutter nur unter Einhaltung eines Sicherheitsabstandes besuchen. Sie kam dann ans Fenster, um mit ihm zu sprechen. Als sie auf der Intensivstation lag, war selbst das nicht mehr möglich. Nur ganz zuletzt durfte er noch einmal zu ihr. „In den letzten Stunden vor ihrem Tod habe ich sie in Schutzkleidung und mit einer Maske noch einmal sehen können", erzählte der Sänger. Sein Vater war bereits mehr als 30 Jahre zuvor gestorben.

Gerlinde Locker, Heintje Simons, Peter Alexander am Set bei den Dreharbeiten | Quelle: Getty Images

Gerlinde Locker, Heintje Simons, Peter Alexander am Set bei den Dreharbeiten | Quelle: Getty Images

Der Kampf um die Gesundheit

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In den vergangenen Jahren musste Hein Simons noch weitere Schläge verkraften. Kurz vor seinem 70. Geburtstag im August 2025 sprach er offen über seine gesundheitlichen Sorgen – vor allem um sein Gehör. Auf dem linken Ohr höre er nur noch zu 70 Prozent, auf dem rechten sogar nur zu 30 Prozent. Wegen dieses Handicaps habe er alle Auftritte abgesagt, obwohl er noch immer viele Anfragen bekomme.

Die Vorstellung, womöglich bald ganz von der Bühne abtreten zu müssen, quält ihn. „Ich kämpfe mit mir, doch wenn sich das nicht bessert, werde ich viel früher, als es mir lieb ist, sagen: ‘Kinners, tschüss, das war es.’", sagte er der „Welt am Sonntag". Musiker zu sein, sei schließlich sein Traumberuf.

Doch Heintje wäre nicht Heintje, würde er den Kopf in den Sand stecken. Trotz aller Rückschläge – einen diagnostizierten Hautkrebs habe er „ganz gut unter Kontrolle", nach einer Lungenembolie nehme er täglich Blutverdünner – blickt er voller Lebensmut nach vorn. „Ich möchte doch leben!", betont er. Er nehme das Leben, wie es komme. Sogar bis 100 würde er gern werden. Und über eine mögliche neue Liebe sagt der seit 2014 geschiedene Sänger versöhnlich: „Mal sehen, was kommt. Wie heißt es doch: Auch der Herbst hat schöne Tage."

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So sieht Heintje heute aus

Und damit zu der Frage, die sich viele stellen, die den Kinderstar von einst vor Augen haben: Wie sieht Heintje eigentlich heute aus? Aus dem Jungen mit dem Engelsgesicht ist längst ein Mann von 70 Jahren geworden – gezeichnet von einem erfüllten, aber auch von Schicksalsschlägen geprägten Leben.

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Die aktuellen Aufnahmen zeigen einen gereiften Hein Simons, der von dem niedlichen Kinderstar der 1960er-Jahre auf den ersten Blick kaum noch etwas erahnen lässt. Und doch ist da etwas geblieben: jenes warmherzige, verschmitzte Lächeln, das ihn schon als Kind so unwiderstehlich machte.

Fast 60 Jahre nach „Mama" bleibt Heintje damit vor allem eines: ein Stück deutsch-niederländische Musikgeschichte. Ein Kinderstar, dessen Stimme Generationen berührte – und ein Mann, der trotz aller gesundheitlichen Sorgen das Leben noch immer mit beiden Händen festhält.

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