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Kind wird von zwei Adoptivfamilien zurückgeschickt, Sachbearbeiterin schließt die Suche nach einer Adoptivfamilie nach 10 Jahren ab

Edita Mesic
28. Apr. 2022
18:00
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Viele Kinder verbringen ihre Kindheit damit, zwischen verschiedenen Pflegefamilien hin und her zu pendeln. Ihr größter Traum - ein Zuhause für immer zu finden. Leider lehnten zwei Adoptivfamilien denselben Jungen ab, bevor seine Sachbearbeiterin die Sache selbst in die Hand nahm. 

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Die Sachbearbeiter, die in den Waisenhäusern tätig sind, investieren viel Energie und Zeit, um für Kinder ohne elterliche Fürsorge ein geeignetes Zuhause und eine liebevolle Familie zu finden. Etwa 75 % der Kinder, die ihren leiblichen Eltern weggenommen wurden, werden zu ihnen zurückgebracht, doch leider ist das keine Lösung, wenn das eigene Zuhause keine sichere Umgebung darstellt.

Glücklicherweise finden viele Kinder Liebe in Adoptivfamilien, aber manchmal kann ihre Vergangenheit zu einem Problem werden. Kinder, die in frühen Alter häuslicher Gewalt ausgesetzt waren, können später Aggressionsprobleme entwickeln und Schwierigkeiten haben, sich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden.

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Ein kleiner Junge, der hoffte, adoptiert zu werden [Links]; Ein einst unruhiger Jugendlicher und die Sozialarbeiterin, die seine Mutter wurde. [Rechts] | Quelle: Facebook.com/connie.going.716 - Facebook.com/taylor.diaz.1656

Ein solches Kind fand sich 2003 im Alter von nur drei Jahren in dem Pflegesystem wieder. Seine Geschichte schien lange Zeit hoffnungslos zu sein. Jedoch gab es ein Licht am Ende des Tunnels, bekannt als Connie Going.  

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SCHWIERIGE VERGANGENHEIT

Die ersten Lebensjahre verbrachte Taylor in ein Kampf ums Überleben, zusammen mit seinen Geschwistern. Seine Eltern hatten Suchtprobleme und Taylor wurde schon als Baby von seinem Vater bestraft. Der Junge hatte Wutkontrollprobleme entwickelt, die ihn für die kommenden Jahre scheinbar unannehmbar machen würden.

Die Sachbearbeiterin Connie Going war begeistert, als sie Taylor und seine Geschwister bei einer Adoptivfamilie untergebracht hatte. Sie freute sich, dass das Trio nicht getrennt wurde. Leider hielt ihr Glück nicht lange an. 

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ZURÜCKGESCHICKT 

Die Familie behielt die Schwestern, aber sie schickten Taylor zurück ins Pflegeheim, weil seine Persönlichkeit mit der seines Adoptivvaters kollidiert hatte. Trotz des Rückschlags suchte Going weiter ein Zuhause für Taylor.

Sie war sich sicher, sie würde eine Adoptivfamilie für ihn finden. Sie erklärte: "Jedes Kind ist adoptierbar. Es gibt eine Familie für jedes Kind." Nach einiger Zeit brachte Going Taylor bei einer anderen liebevollen Familie unter. Sie war untröstlich, als er wieder zurückgeschickt wurde.

Er fügte hinzu:

"Ich war so wütend, weil ich mir schon dachte, dass sie mich nicht behalten würden. Ich habe sie nur getestet."

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ZEHRENDE ERFAHRUNG FÜR GOING

Going, die 15 Jahre lang als Sozialarbeiterin tätig gewesen war und mehr als 2.000 Adoptionen bearbeitet hatte, war wegen dieser Erfahrung am Boden zerstört. Sie hatte ihn seit mehr als einem Jahrzehnt gekannt und die Zurückweisung des Kindes verursachte bei ihr körperliche Schmerzen.

Sie drückte aus: "Ich konnte nur daran denken, wie er sich fühlte und wie er sich wieder die Schuld gab." Going hatte es damals nicht gewusst, aber im Laufe der Zeit wurde ihr klar, dass sie teilweise für Taylors Ablehnungen verantwortlich war.  

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VERSTÄNDNIS FÜR DEN JUNGEN

Die 50-jährige Sachbearbeiterin kannte Taylor gut, und sie verstand seine Wutausbrüche. Going erinnerte sich an einen Vorfall, als Taylor wiederholt einen Stuhl gegen die Wand geworfen hatte. Sie ging ins Zimmer und tröstete ihn. 

Going erklärte:

"Er sprang buchstäblich durch den Raum, warf sich auf mich und schluchzte. Das dauerte etwa eine Stunde."

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"WARUM ADOPTIERST DU MICH NICHT?"

Taylor und seine Sachbearbeiterin hatten eine enge Bindung, und als er zehn Jahre alt war, stellte er Going eine Frage, die sie überraschte. Sie fuhren zu einem Restaurant, als er fragte: "Warum adoptierst du mich nicht?"  

Going, die zwei Kinder hatte und dabei war, sich scheiden zu lassen, gab Taylor eine Liste mit Ausreden. Sie antwortete, es gäbe eine bessere Familie für ihn und verdrängte die Frage. 

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SIE GAB ALLES UM FÜR TAYLOR EIN ZUHAUSE ZU FINDEN

Zehn Jahre lang investierte Going ihre Bemühungen und gab ihr Bestes, um für Taylor ein Zuhause für immer zu finden. Sie zeigte überall Fotos von ihm. Sie ließ sogar Taylors Porträt für eine gemeinnützige Organisation anfertigen, die Kinder präsentierte, die auf eine Adoption gewartet hatten.

Leider führte keine der Bemühungen zu Adoptionsanfragen. Going konnte den Gedanken nicht ertragen, dass Taylor ein drittes Mal abgelehnt worden war, also nahm sie die Sache selbst in die Hand und überlegte, Taylor selbst zu adoptieren.

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VON SACHBEARBEITERIN ZUR MUTTER

Going wusste, dass es nicht einfach werden würde, aber sie sah Taylor als das, was er war – ein Junge, der geliebt werden wollte. Sie teilte mit: "Wenn man das Gefühl hat, nicht liebenswert zu sein, und man vor jemanden steht, der dich liebt, ist das eine ziemlich beängstigende Sache."

Die Sachbearbeiterin verstand, warum sie für Taylor nie ein perfektes Zuhause gefunden hatte. Weil er immer zu ihr gehörte. 

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DIE ADOPTION WURDE OFFIZIELL

2013 hatte ein Gericht die Adoption offiziell gemacht und Taylor bekam die Familie, von der er immer geträumt hatte. Es war nicht perfekt, aber es war das, was er brauchte. 

Taylor hatte Going als die lustige Superfrau gekannt, die ihn zum Abendessen einlud, also gewöhnte er sich mit der Zeit an sie als seine regelsetzende Mutter. Trotz der Herausforderungen war es offensichtlich, dass das Duo für einander bestimmt war.

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ENDLICH EIN ZUHAUSE FÜR IMMER

Going schenkte Taylor im Gerichtssaal ein besonderes Buch mit dem Titel "Der Samthase". Sie erklärte, es handele sich um ein Kaninchen, das real wurde, nachdem es Liebe erfahren hatte. 

Die Verbindung zwischen ihnen war unbestreitbar und die Adoption war für alle ein emotionaler Moment. Nach einem Jahrzehnt des Umziehens fand der Junge endlich sein Zuhause für immer. 

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LEBEN NACH DER ADOPTION

Die Beziehung zwischen Going und Taylor wuchs nach der Adoption weiter und sie bewältigte seine Wutausbrüche, so gut sie konnte. Zerbrochene Spiegel und angespannte Momente waren ein Teil ihres Zusammenlebens gewesen, aber nach ein paar Monaten hörte die Wut auf.

Going teilte mit, dass Taylor ihr einmal gesagt hatte, er würde von zu Hause weglaufen, worauf sie antwortete: "'Ich schicke dich nicht weg, Taylor.' Er schaute zu mir rüber, nahm seinen Rucksack ab und ging wieder hinein."

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ER FAND SEIN PLATZ IM LEBEN

Mit der Zeit wurde Taylor klar, dass seine Adoptivmutter ihn nicht zurückweisen und aufhören zu lieben würde. Er äußerte: "Ja, hier gehöre ich hin. Sie kennt meine schlimmste Seite, und sie kümmert sich immer noch um mich und liebt mich immer noch."

Die Geschichte von Taylor und Going war inspirierend. Trotz der Rückschläge und Ablehnungen hat sich alles zum Besseren entwickelt. Klicke hier für eine weitere schöne Geschichte über einen Sozialarbeiter, der ein Kind adoptierte, nachdem es von 20 Pflegefamilien zurückgewiesen wurde.

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